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Take off: 16.07.2012 - Review (3888 mal gelesen)
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Das "Bang Your Head" ist in der mittlerweile sechzehnten Auflage eines der etabliertesten echten Metal-Festivals Deutschlands. Neben der immer wieder guten und abwechslungsreichen Auswahl an Bands ist es vor allem die exzellente Infrastruktur, die das Festival im beschaulichen Balingen auf der schwäbischen Alb zu einer absoluten Ausnahme-Erscheinung im Metal-Bereich macht. Alles auf einem überschaubaren Raum, so könnte man das beschreiben, was den geneigten (und oftmals sehr treuen) Besucher hier jedes Jahr aufs Neue erwartet. Auch 2012 in der insgesamt 14. Auflage war das ein oder andere Highlight bei den Bands auszumachen, auch wenn die ganz großen Kracher ausblieben. Sicher, VENOM als Freitags-Headliner war ein Klassiker im Stile der zweigeteilten Headliner der "Bang Your Head-Geschichte (meist einmal Old School und einmal etwas moderner angehaucht), aber EDGUY am Samstagabend war für einen Headliner im Jahre 2012 schon arg grenzwertig. Beim "Metalfest" waren die Jungs an dritter Position, wo sie m.E. auch gut aufgehoben waren. Andererseits gab es immerhin Stimmungsgaranten wie SABATON, POWERWOLF, CRASHDIET, auf die an sich stets Verlass ist und z.B. mit den dank des neuen Sängers wieder aktiven GOTTHARD auch Bands, auf die man sicherlich absolut gespannt sein durfte.

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Die Warm-Up-Show am Donnerstag-Abend hatte u.a. mit MAJESTY und JON OLIVA'S PAIN, der die komplette "Hall Of The Mountain King" performen sollte, auch schon einiges zu bieten. Leider blieb mir aus zeitlichen Gründen so viel True Metal und epischer Schmerz (mal ehrlich, wer glaubt nicht daran, dass der mittlerweile extrem beleibte Jon Oliva wirklich den Schmerz bestens kennt?) verwehrt, aber ein ordentliches Programm war das auf alle Fälle für den Vorabend des Festivals.

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CRASHDIET hatte man dafür am Freitag für meinen Geschmack mit 11.40 Uhr viel zu früh auf die Bretter geschickt. Nachdem der Gig letztes Jahr leider flachgefallen war, waren die Schweden 2012 noch viel motivierter als sonst eh schon und rissen Balingen förmlich ab. Der mittlerweile dritte Sänger Simon "Simme" Cruz ist eine ebenso arrogante wie wunderbar agierende Frontsau, sah aus wie von einer Diesel-Werbung geklaut (jedenfalls, was die Haartracht betraf) und rockte alles nieder! Das soll jedoch nicht die drei Ursprungs-Mitglieder kleinreden, denn London, Young und Sweet boten eine ebenso exzellente Show, konnten eben nur nicht ganz mit dem exaltierten Auftritt des Fronters mithalten. Songtechnisch gab es eine komprimierte, aber nichtsdestotrotz aussagekräftige Set List geboten, in die sich sogar ein neuer Song verirrte. Mir persönlich hätte nur noch mein persönlicher Liebling 'Chemical' von der letzten Platte "Generation Wild" gefehlt, aber auch so zeigten CRASHDIET hier derart eindrucksvoll, dass sie zumindest mal in den Nachmittag gehört hätten, wie kaum eine Band des Festivals.

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Umfangreich, wenn auch nicht so sehr wie schon in der Vergangenheit, war auf alle Fälle wieder einmal das Angebot an Essen und Trinken. Die Preise hielten sich für Festivalverhältnisse immer noch im Rahmen des Erträglichen. Grundsätzlich ist gegen das Bon-System im Sinne einer zügigen Abwicklung nichts einzuwenden, letztlich ist weder aus hygienischen noch aus zeitlichen Gründen irgendwem damit gedient, wenn hinter der Theke ständig Geldwechseln angesagt ist. Ob es jedoch sein muss, dass neuerdings halbe Bons teils eingeführt wurden (so z.B. beim Burgerstand), ist eher fraglich. Ok, die Burger waren wirklich lecker und preislich auch im Verhältnis ok, letztlich dient dies jedoch gefühlt zumindest vor allem dazu, gleich größere Mengen zu verkaufen. Schön war auf jeden Fall, dass auch regionale Kost wie z.B. Käsespätzle verkauft wurden. Angesichts der langen Schlangen ist anzunehmen, dass die wohl auch nicht schlecht waren. Getränketechnisch war auch wieder alles im grünen Bereich, wobei die Versorgung im VIP- respektive Pressebereich nochmals besser war hinsichtlich Cocktails und Co. - wie gehabt war hier auch angesichts des geringeren Andrangs die Bezahlung mit Bargeld angesagt. Insbesondere der "Flaming Moe" - wer kennt ihn nicht aus den "Simpsons"? - war spannend, hochalkoholisch und gehaltvoll. Allzu viele dieser kleinen Shots waren nicht grade gut für eine noch verbleibenden Restnüchternheit.

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Nachmittags war auf alle Fälle auch beste Stimmung angesagt, denn POWERWOLF zelebrierten ihre krachend-düstere Wolfsmesse, sehr zum Vergnügen des zahlreichen Publikums. Die deutsch-rumänischen Powermetal-Priester im Wolfsmantel ließen es erwartungsgemäß richtig krachen und hatten das Publikum dabei von Anfang an voll auf ihrer Seite. Mittlerweile können die Greywolf-Brüder mit Sänger Attila Dorn immerhin schon aus vier Alben schöpfen, von denen insbesondere "Bible Of The Beast" und das immer noch aktuelle 2011er "Blood Of The Saints" beim Publikum ganz hoch im Kurs stehen. Songs wie 'Sanctified With Dynamite' 'Raise Your Fist, Evangelist' oder 'All We Need Is Blood' sind allerdings insbesondere live auch viel saft- und kraftvoller - man könnte sagen, hier ist einfach mehr Blut drin. POWERWOLF sind fraglos auf dem aufsteigenden Ast und der Auftritt beim Bang Your Head 2012 hat das nur belegt.

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Eine Band, die schon lange auf dem steil aufsteigenden Ast ist, ist und bleibt SABATON. 2012 haben die schwedischen Kriegsminnesänger es immerhin an die dritte Stelle des Samstags-Billings auf die Hauptbühne geschafft. Dabei haben die Männer in den Tarnhosen ein bislang wechselvolles Jahr hinter sich. Bis auf Sänger Joakim und Bassist Pär - unbestritten immerhin die Köpfe und treibenden Kräfte hinter SABATON hat man kurz vor der Veröffentlichung des aktuellen Albums "Carolus Rex" immerhin die komplette restliche Band gegen neue Mitstreiter ausgetauscht. Fast immerhin, denn für Keyboarder Daniel hat man noch keinen Ersatz gefunden. Dankenswerterweise hat er jedoch noch vor der Tour alle seine Parts für die Gigs eingespielt, so dass diese vom Band kommen können. Tja, die Originalbesetzung von SABATON war live immer eine absolute Macht... wie steht es nun mit SABATON Mk. II? Ein ansehnliches Publikum hat sich vor der Bühne versammelt und wartet schon sehnsüchtig auf die Band - und, was wenig überraschend ist, die räumt gleich von Anfang an richtig ab.

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Qualitativ ist definitiv kein Verlust zu merken, denn die neuen Jungs an den Instrumenten machen einen verdammt guten Job und haben auch ein exzellentes Stage Acting drauf. Wenn man ansonsten noch einen Unterschied ausmachen kann, dann einen, der sicherlich am ehesten den Damen im Publikum zugute kommt: die neuen Herren sind nämlich, ob nun gewollt oder nicht, einen deutlichen Tick hübscher als die Vorgänger. Sorry, Jungs - falls das Absicht war bei der Auswahl, war es nicht nett, aber ich bin sicher, dass es sich sicherlich nicht karrierehinderlich auswirken wird. Sei's drum, in gewohnter Manier pusten SABATON auch beim 2012er Bang Your Head die Bühne mit ihrer Show und ordentlichen Pyro-Einlagen so richtig weg. Die Set List ist eine solide Mischung aus altbewährten Klassikern und neuen Songs von "Carolus Rex". Wie gewohnt werden Joakim & Co. - denen man den Heidenspaß jederzeit anmerkt - frenetisch gefeiert, und das absolut zurecht. SABATON sind m.E. in der aktuellen Version kaum noch aufzuhalten - in zwei Jahren dürften die Krieger aus dem Norden durchaus auch ein oder zwei Positionen im Billing nach oben rutschen. Wenn EDGUY 2012 noch als Headliner auftreten dürfen, ist das an sich eine Schande gegenüber SABATON, die hier wieder einmal auf ganzer Linie abräumen konnten.

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Der vorletzte Auftritt der Hauptbühne ist sicherlich einer der spannendsten des Festivals. Es war nämlich nach dem mehr als tragischen Tod von Ausnahmesänger Steve Lee alles andere als klar, ob und wie man die Schweizer Hard Rocker GOTTHARD nochmals auf der Bühne sehen würde. Trotz der schweren Zeit hat man sich jedoch auf das gemeinsame Erbe besonnen und - auch im Sinne des verstorbenen Frontmanns - beschlossen, die Band weiterleben zu lassen. In Nic Maeder hat man einen neuen Mann für die Spitzenposition gefunden und mit "Firebirth" auch ein neues Album eingespielt, welches man nun auch live vorstellen möchte. Auf Platte konnte die neue Formation jedenfalls schon sehr überzeugen, doch wie wird das wohl live aussehen? Die Schuhe von Steve Lee sind schließlich alles andere als einfach, wenn denn überhaupt, zu füllen. Und umso schöner und würdiger ist es nun, leibhaftig erleben zu können, dass man gar nicht versucht hat, Steve zu ersetzen, sondern einen würdigen Mann finden konnte, der die Band mit weiterträgt. Neben den gewohnt guten Leistungen der Routiniers an den Instrumenten macht Nic nämlich einen wirklich tollen Job am Mikrofon und haucht den GOTTHARD-Klassikern wunderbar Leben ein. Der ganze Gig wird von einer sehr schönen Stimmung getragen, eine gute Set List tut ihr Übriges dazu, einen bemerkenswerten Auftritt abzurunden, der Steve Lee sicherlich auch gefallen haben dürfte. An der Richtigkeit der Entscheidung, die Band nicht sterben zu lassen, dürfte nach dem Auftritt beim Bang Your Head 2012 wohl keiner der Anwesenden mehr zweifeln - ein wehmütiger, aber sehr schöner und guter Gig.

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Abgesehen davon, dass im Nachhinein noch zu hören war, dass Tobi Sammett sich beim EDGUY-Gig die Nase beim Sturz von der Bühne gebrochen hat (vielleicht hätte ich doch noch länger bleiben sollen), bleibt das Bang Your Head 2012 als ein weiteres sehr gelungenes Festival in Erinnerung, dass mit der gewohnt guten Infrastruktur punkten konnte und trotz einem eher durchwachsenen Billing wieder durchgehend Spaß gemacht hat. Angesichts eines jetzt schon sich abzeichnenden sehr guten Billings in 2013 ist das jedoch bestens verschmerzbar. Deswegen sieht man sicherlich auch nächstes Jahr wieder auf der idyllischen schwäbischen Alb - das Bang Your Head ist und bleibt Pflicht für jeden traditionellen Metalhead!

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© All Pictures by Rockslave (Metal Factory)
Billing
VANDERBUYST - CRASH DIET - DIAMOND HEAD - FIREWIND - ARMORED SAINT - POWERWOLF - KAMELOT - ARCH ENEMY - THIN LIZZY - WIZARD - MOONSORROW - THE DEVIL'S BLOOD - ORDEN OGAN - VENOM - SISTER - LANFEAR - WARBRINGER - BREAKER - TANKARD - AXXIS - PRIMAL FEAR - PRIMORDIAL - SABATON - SUICIDAL ANGELS - PAIN - EXODUS - GOTTHARD - EDGUY

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