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Interview mit Johan von Amon Amarth

Ein Interview von Eddieson vom 15.11.2018 (656 mal gelesen)
Am 14.11. fallen die Wikinger in Berlin ein. Doch bevor die Band abends in die Schlacht ins örtliche Cinestar zieht, klingelt im Hotel das Telefon. Nachdem ich die Warteschleife erfolgreich überstanden habe, nimmt sich Gitarrist Johan einen Moment Zeit um mit mir zu quatschen.

Hi, Johan! Tut mir leid für die Verspätung, aber ich hing in der Warteschleife fest.

Johan: Kein Problem.

Wie geht's dir?

Johan: Danke, bestens!

Ihr seid gerade in Berlin, das ist eine fantastische Stadt. Hast du etwas Zeit, dich dort umzusehen?

Johan: Ja, wenn wir gleich fertig sind mit dem Interview, werde ich auf jeden Fall etwas rausgehen.

Ihr seid heute in Berlin und morgen in München, um dort im Kino eure neue Dokumentation "The Pursuit Of Vikigs - 25 Years In The Eye Of The Storm" vorzustellen. Das macht ihr aber nicht nur in Deutschland, oder?

Johan: Nein, gestern waren wir London, dann werden wir das noch in Paris am Freitag machen, und Stockholm ist Samstag dran.

Das klingt etwas stressig.

Johan: Es geht, die ersten Tage sind okay. Nach Paris wird es etwas hektisch, weil direkt nach der Kino-Veranstaltung nach Stockholm reisen werden. imgleft

Wenn man sich mal bei AMON AMARTH etwas umschaut, dann geht man davon aus, dass ihr eine besondere Verbindung zu Deutschland habt. Die "Wrath Of The Norsemen"-DVD wurde hier gedreht, die Shows von der bald veröffentlichten DVD stammen vom Summerbreeze und 'Victorious March' habt ihr auch mit einem deutschen Text eingespielt. Wie kommt das?

Johan: In Deutschland hatten wir unseren ersten großen Erfolg, und das hat sich bis heute nicht geändert. Von den Fans dort haben wir schon immer den größten Zuspruch bekommen, damals wie heute.

Ich habe mir die Dokumentation ein paar Mal angesehen und muss sagen, dass sie mir wirklich gut gefällt. Sie kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern geht etwas tiefer und wird auch mal sehr persönlich. Doch ich vermisse euren ehemaligen Schlagzeuger Fredrik Andersson, der 17 Jahre Teil der Band war. Er kommt nicht drin vor.

Johan: Das stimmt. Er wurde gefragt, hat sich aber dagegen entschieden, ein Teil der Dokumentation zu sein.

Okay?! Es war also seine Entscheidung.

Johan: Jep, war es.

In der Dokumentation sagt ihr, dass die Band irgendwann an den Punkt gekommen ist, wo sie sich entscheiden musste, ob sie weiter auf der Stelle treten oder doch einen Schritt weitergehen wolle, um den eventuellen Erfolg zu bekommen. Dafür musstet ihr auch eure Jobs kündigen.

Johan: Es gibt ja immer ein gewisses Risiko, weil man eben nicht weiß, ob man weiterhin ein Einkommen hat. Den Job, den ich damals hatte, mochte ich eh nicht wirklich, deshalb fiel es mir nicht schwer, den zu kündigen. Und wenn es mit der Band nicht geklappt hätte, dann hätte ich mir einen neuen Job gesucht.

Aber sein Hobby zum Beruf zu machen und damit Geld zu verdienen, ist natürlich das Beste, was passieren kann.

Johan: Klar, das ist unglaublich.

AMON AMARTH sind mittlerweile der größte Death-Metal-Act weltweit. Wie fühlt es sich an, eine solch extreme Musik auf ein neues Level zu bringen?

Johan: Das fühlt sich natürlich super. Aber ich sehe die Band nicht mehr als eine extreme Band an, ich sage, es ist kein Death Metal mehr. Für mich ist es eher eine Heavy-Metal-Band. Außer den Vocals natürlich. Die sind weiterhin Death Metal.

AMON AMARTH ist als für dich kein Death Metal, sondern eher Heavy Metal?

Johan: Ja, die Musik ist nicht wirklich Death Metal, ist nicht so extrem, sondern mehr melodisch, also mehr Heavy Metal.

Das ist interessant. Wenn du die Möglichkeit hättest, zu dem jungen Johan Söderberg zu sprechen, der 1998 in die Band kam: Was würdest du ihm sagen?

Johan: Wir haben immer das gemacht, worauf wir Lust hatten, und das würde ich ihm auch sagen. Mach immer nur das, was du willst, damit wirst du erfolgreich sein.

Für die nächste Frage brauche ich etwas Zeit, sei also bitte geduldig. Das "Fate Of Norns"-Album hat eine Bonus-DVD mit einer Show in Reykjavik, "Twilight Of The Thunder God" hat eine Bonus-DVD mit einer Show vom Summerbreeze, "Surtur Rising" hat eine Bonus-DVD mit den "Bloodshed Over Bochum"-Konzerten, "Jomsviking" hat eine Bonus-DVD mit einem Konzert aus La Lataire und jedes Re-Release der ersten vier Alben hat eine Bonus-DVD. Nicht zu vergessen die "Wrath Of The Norsemen"-DVD und dann jetzt bald die "The Pursuit Of The Vikings"-DVD, die ja auch zwei Konzerte beinhaltet. Das ist schon eine ganze Menge, oder?

Johan: Ja, da gebe ich dir Recht. [lacht] Das haben wir auch schon gedacht. Es macht mittlerweile den Eindruck, dass man nicht mehr einfach nur ein Album veröffentlichen kann, sondern immer noch ein paar Extras dabei sein müssen. Das ist aber keine Band-Entscheidung, sondern das macht das Label. Die "Under The Influence" hatten wir ja auch mal und das hat eine Menge Spaß gemacht. Doch letztendlich entscheidet das Label, was als Extras noch dazukommt. imgright

Was bedeuten dir eigentlich Live-Alben? Findest du es wichtig, dass Bands immer mal wieder ein Live-Album veröffentlichen?

Johan: Ich erinnere mich gerne daran, als ich ein Kind war und zum Beispiel METALLICA gehört habe. Ich mochte es sehr, die Live-Versionen der Songs zu hören, vor allem, wenn sie einen guten Sound haben. Auf der "Pursuit Of The Vikings" finde ich vor allem bei den alten Songs, dass sie wesentlich besser klingen, wenn wir sie live spielen, als sie auf dem Album klingen.

Das ist witzig, dass du das sagt. Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit Fredrik Åkesson von OPETH und dem habe ich auch die Frage gestellt und er sagte mir auch, dass einige Songs von ihnen live wesentlich besser und kraftvoller klingen, als auf dem Album.

Johan: Ja, bei uns sind es vor allem die älteren Songs.

Ihr habt auf dem Summerbreeze letztes Jahr gesagt, dass das Schiff, das ihr damals als Bühnendeko hattet, in eine Bar umgebaut werden sollte. Was ist daraus geworden?

Johan: Stimmt, aber ich kann dir gar nicht mal sagen, ob das wirklich schon realisiert wurde.

Wie weit sind denn die Arbeiten für das kommende Album?

Johan: Grad gestern haben wir darüber gesprochen, dass wir dazu noch keine Informationen verraten können. [schmunzelt

Okay, verstehe. Aber nachdem "Jomsviking" in Deutschland auf Platz 1 eingestiegen ist und das Album generell euer erfolgreichstes war, kannst du mir vielleicht sagen, ob ihr einen Druck verspürt habt, dieses wiederholen zu müssen.

Johan: Klar, gerade weil es das bisher erfolgreichste Album war, haben wir schon einen gewissen Druck. Natürlich wäre es schön, mit dem nächsten Album wieder den ersten Platz zu bekommen.

Dafür wünsche ich euch viel Erfolg. Jetzt neigt sich das Jahr dem Ende, es ist also Zeit dieses Revue passieren zu lassen und gib uns doch mal einen kurzen Ausblick auf 2019.

Johan: Natürlich wollen wir da ein neues Album veröffentlichen und dann wieder jede Menge Touren zu spielen.

Johan, vielen Dank. Wir sind am Ende. Hab noch eine schöne Zeit und die letzten Worte gehören dir.

Johan: Wir freuen uns, die Leute in den nächsten Tagen im Kino zu sehen und wenn das neue Album raus ist, hoffen wir, euch auf den Shows zu treffen. Vielen Dank!

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