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We Sell The Dead - Heaven Doesn’t Want You And Hell Is Full

Review von Stormrider vom 16.04.2018 (3036 mal gelesen)
We Sell The Dead - Heaven Doesn’t Want You And Hell Is Full Laut Promosheet hat folgende Frage WE SELL THE DEAD geschaffen: "Was, wenn Jack the Ripper in einer Band gespielt hätte? In einer Metal-Band?" Ja, gute Frage eigentlich, denn ich kann mir entgegen der Bandbehauptungen nur schwer vorstellen, dass er Material wie das auf "Heaven Doesn’t Want You And Hell Is Full" gezockt hätte. Klar, es geht mit dieser These auch darum, ein gewisses Image und einen Rahmen zu schaffen, aber am Ende sind die acht Songs doch etwas blutleer. Was eher dafürsprechen würde, dass Jack bereits vor Ort war und seinen Job geleistet hat.

Nach einem überraschenden Metzger-Intro, das man sich aber eben auch nur zwei Mal anhört, ist 'Echos Of An Ugly Past' ein bisschen die Blaupause für das komplette Songmaterial. Gar nicht mal, weil man keine unterschiedlichen Songs hätte, es gibt Rocker und Balladeskes, aber jeder Song hat das gleiche Problem, er ist gefällig, zündet aber nicht richtig, startet nicht durch, oder, um im Thema zu bleiben, treibt das Messer nicht durchs Fleisch. Die Mischung aus klassischem Heavy Metal, Gothic, Doom und zugänglichen poppigen Melodien, die leider ohne den großen Langzeiteffekt bleiben, eingebettet in ein lyrisches viktorianisches Korsett, ist zu jeder Zeit gefällig, und über die handwerklichen Fähigkeiten eines Niclas Engelin (u. a. IN FLAMES) oder Gas Lipstick (Ex-HIM) braucht man ebenso wenig zu diskutieren wie über die Sangeskünste von Apollo Papathanasio (u. a. FIREWIND und SPIRITUAL BEGGARS). Aber am Ende sind acht durchschnittliche Songs einfach zu wenig, um Jack dazu zu bewegen bei WE SELL THE DEAD einzusteigen. Natürlich ist die Erwartungshaltung bei den beteiligten Protagonisten nicht gerade klein, und wenn man dann noch vollmundig verkündet, dass man die Konventionen herkömmlichen Storytellings überschreitet und ein multimediales Erlebnis bietet, bei dem die Songs in visuell stimulierendes Videomaterial eingebettet werden, ja, dann baut die Band durchaus selbst ein wenig Druck auf. Und an diesem wird sie dann natürlich auch gemessen.

Am Ende kann man sich "Heaven Doesn’t Want You And Hell Is Full" ohne größeren Schmerz am Stück anhören, wenn man sich denn in der oben genannten Genreschnittmenge wiederfindet. Dazu ist die Produktion amtlich und modern, sodass das Album rein objektiv gesehen bestimmt kein Rohrkrepierer ist. Aber dass man in die Verlegenheit kommt nach den rund 40 Minuten direkt nochmal auf Play zu drücken, dafür fehlt dem Material dann leider doch ein Stückweit die Klasse.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. The Body Market
02. Echoes Of An Ugly Past
03. Leave Me Alone
04. Imagine
05. Turn It Over
06. Too Cold To Touch
07. Trust
08. Pale And Perfect
09. Silent Scream
Band Website: www.wesellthedead.com
Medium: CD
Spieldauer: 42:27 Minuten
VÖ: 23.02.2018

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