Antti Martikainen - Northern Steel

Review von baarikärpänen vom 02.03.2018 (4385 mal gelesen)
Antti Martikainen - Northern Steel ANTTI MARTIKAINEN? Noch nie gehört? Willkommen im Club! Auch mir war dieser Finne bisher völlig unbekannt. Beim Blick auf die Homepage und das Bild, stellt man auch sogleich fest, dass MARTIKAINEN "not your typical kind of metalhead" ist. Ehrlich gesagt hat er bis jetzt auch nicht großartig was veröffentlicht, was in irgendeiner Form hauptsächlich in Richtung Metal geht. Aber nun legt MARTIKAINEN sein Album "Northern Steel" vor.

Er selbst bezeichnet sich als Komponist, Arrangeur und Produzent von epischer, instrumenteller Musik, die eindeutig dem Bereich Soundtrack zuzuordnen ist. MARTIKAINEN veröffentlicht seine Scheiben seit 2013 als Downloads oder Streams. Darüber hinaus vertont ANTII MARTIKAINEN auch Computerspiele. Was also ist der Grund, ANTTI MARTIKAINEN hier zu erwähnen? Noch größer werden die Fragezeichen, wenn man einen Blick auf das Equipment wirft, das er verwendet. Da findet sich kein herkömmliches Instrument, sondern Software, Software, Software. Also was zum Geier hat er hier zu suchen?

Das lässt sich ganz einfach mit "Northern Steel" beantworten. Denn hier hebt ANTTI MARTIKAINEN genau das, was so viele Fans an Bands wie NIGHTWISH, ENSIFERUM, WINTERSUN oder TURISAS (um nur die Marktführer zu nennen) so mögen, den Epik-Faktor, auf die nächsthöhere Stufe. Sehen wir mal von NIGHTWISH ab, die den nötigen Zaster in der Hinterhand haben, um sich ein Orchester aus Fleisch und Blut ins Studio zu stellen, machen alle anderen Truppen genau das, was ANTTI MARTIKAINEN auch macht: Sie greifen auf die Konserve zurück. Manchmal gelungen, oft aber leider grottig. Und da hat ANTTI MARTIKAINEN eindeutig mehr zu bieten. "Northern Steel" wird eröffnet vom Titeltrack, der dich gleich in wilde Landschaften, grüne Hügel und weite Täler beamt. ENSIFERUM könnten es nicht besser verarbeiten. Sicher, das sind Maschinen, die wir hier hören. Aber auch die wollen erstmal programmiert sein. Und wir müssen uns immer vor Augen halten, dass MARTIKAINEN Autodidakt ist. Umso höher ist das zu bewerten, was er hier kreiert hat. Track zwei, 'Lords Of Iron', eröffnet mit keltischen Vibes, wird danach härter, integriert Chöre und vertont verschiedene Stimmungen, ja am Ende kommen einem schon mal in kurze Sequenzen DIMMU BORGIR in den Sinn. Die offensichtlichsten Querverweise zu ENSIFERUM und WINTERSUN finden sich auf dem kürzesten Song, 'Mead Hall Mayhem'. Aber so richtig fordernd wird ANTTI MARTIKAINEN auf dem letzten Stück des Albums, wenn er das finnische National-Epos, die Kalevala im gleichnamigen Song vertont. Das sind 25 Minuten Epik, die den Hörer förmlich erschlagen. Das will schon was heißen, wenn die 85 Minuten zuvor schon "Epic as Epic can be" waren.

Ich persönlich schaue gerne mal über den Tellerrand. So sind denn auch die acht Punkte zu verstehen, die sich unter dem Review finden. Wer generell ein Problem mit epischen Instrumentals hat, dem verzeihe ich es, wenn er der Meinung ist, ich hätte einen an der Klatsche. Wer aber oben angeführte Bands immer wieder gerne auflegt, weil ihm das Epische gefällt, oder wer sich seine abendliche Fernseh-Unterhaltung ohne "Game Of Thrones" oder "Lord Of The Rings" nicht vorstellen kann, der wird an ANTTI MARTIKAINEN und an "Northern Steel" durchaus gefallen finden. Und das "Northern Steel" in seiner Gänze am heimischen Rechner entstanden ist, spielt dann auch keine so große Rolle. Denn Hand aufs Herz, selbst die härtesten unter den harten Bands kommen heutzutage nicht mehr ohne technische Spielereien oder Hilfsmittel aus. Ich würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn der Name ANTTI MARTIKAINEN schon in naher Zukunft in den Credits irgendwelcher Veröffentlichungen im Sektor Folk Metal, Symphonic Metal oder Pagan Metal auftaucht. Da "Northern Steel" nur als Download erhältlich ist, empfiehlt sich für Interessierte ein Besuch auf der Bandcamp-Seite.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Northern Steel
02. Lords Of Iron
03. Heathen Sword
04. The Crown Of War
05. Taivaantuli
06. Mead Hall Mayhem
07. Final Kingdom
08. Wolfheart
09. Kalevala
Band Website: anttimartikainen.bandcamp.com/
Medium: Download
Spieldauer: 110:21 Minuten
VÖ: 06.12.2017

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Extraordinaire !
10/10   (12.09.2020 von valt)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten