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In Vain - Currents

Review von Opa Steve vom 29.01.2018 (1605 mal gelesen)
In Vain - Currents So inhomogen und bunt gewürfelt wie die Besetzungsliste auf IN VAINs "Currents" ist auch der Stil. Es haben mehr Gäste an dieser Scheibe mitgewirkt, als die Band selbst Mitglieder hat. TRIVIUM- und BORKNAGAR-Member geben sich hier die Klinke in die Hand, dazu auch noch eine ganze Menge nicht zuzuordnender Menschen, die diverse Metal-fremde Instrumente beigesteuert haben wie Cello, Saxofon, Geige oder Kirchenorgel. Das Ergebnis ist ein Bastard, der einen zuerst mit den vertrackt-thrashigen Kopfschmerz-Riffs im Opener 'Seekers Of The Truth' auf die falsche Fährte lockt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich solche Mindfuck-Rhythmen kaum ein ganzes Album aushalten würde, wenn nicht zwischendurch wieder Harmonie in meiner Hirnchemie hergestellt werden kann. Aber schon nach kaum einer Minute zeigt "Currents" eine ganz andere Seite, wenn nämlich der Opener wunderbar episch wird und so eine willkommene Erholungszeit spendiert. Zum Glück wird der Rest der Scheibe nicht ganz so herausfordernd wie der Start, zeigt aber immer wieder völlig neue Facetten. Spätestens beim dritten Song, 'Blood We Shed', oder bei 'Origin' bedankt man sich für die fehlenden Berührungsängste gegenüber soften Tönen. Öfter wird die Progressivität auf ein stark erträgliches Maß zurückgeschraubt, dabei aber der musikalischen Schönheit mehr Raum gegeben. Teilweise fühle ich mich an BARREN EARTH erinnert, auch wenn es ein paar zuckersüße Passagen in 'Blood We Shed' gibt, die mich im anderen Extrem ebenfalls etwas verwirrt zurücklassen. IN VAIN können auch langsam und schleppend und packen in 'Origin' eine wunderbare Schüppe Dark Metal zum Material hinzu, so dass sich dieser Song beinahe mainstreamig, aber unglaublich angenehm hörbar gibt. Bei der hohen Variabilität der Band verwundert es nicht, dass gleich im Anschluss bei 'As The Black Horde Storms' die Aggression in Black Metal-Blasts mündet. Die Band liebt es, zu verwirren - so viel steht fest. Und das wird auch beim siebten Song klar, der zugleich das Ende dieser Scheibe markiert. Hier kommen all die erwähnten akustischen Instrumente zum Einsatz. Das Cello gibt dem Moll-Werk ein Stück unaufdringliche, klassische Dramatik, während der chillige Mittelteil mit akustischen Gitarren und einem Saxofon beinahe eine Lounge Music-verdächtige Entspanntheit ausdrückt.

Anspieltipps möchte ich mir bei "Currents" sparen, denn jeder Song für sich betrachtet wäre geeignet, den Hörer in die Irre zu treiben. IN VAIN haben auf "Currents" konzeptionelle Reinheit mit Füßen getreten, was manchmal richtig gut ist, manchmal aber auch der eigenen Duftmarke im Weg steht. Bei diesem Album ist meines Erachtens die Grenze ganz knapp ausgelotet. Zweifelsohne musikalisch vielseitig, interessant und mutig, aber es wirkt gerade so noch aus einem Guss. Für Freunde der Vielfalt, die sich gerne in Details verlieren.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Seekers Of The Truth
02. Soul Adventurer
03. Blood We Shed
04. En Forgangen Tid (Times of Yore Pt. II)
05. Origin
06. As The Black Horde Storms
07. Standing On The Ground Of Mammoths
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:30 Minuten
VÖ: 26.01.2018

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29.01.2018 Currents(7.5/10) von Opa Steve

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