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Narcotic Wasteland - Delirium Tremens

Review von Opa Steve vom 15.10.2017 (1352 mal gelesen)
Narcotic Wasteland - Delirium Tremens Fangen wir mit dem Positiven an: NARCOTIC WASTELAND aus South Carolina halten sich nicht zu lange in Schubladen auf und im Rezitieren der jeweiligen stilistischen Vorbilder. Stattdessen klingt das Death/Thrash-Gemisch unglaublich energisch und energiereich. Der Tempomat ist oft auf Höchstgeschwindigkeit eingefroren und Variabilität wird bei diesem Quartett, bei dem auch Dallas Toler-Wade (Ex-NILE) klampft, großgeschrieben. Der Stoff entspringt einem spürbaren Adrenalinüberschuss und knüppelt entsprechend gnadenlos auf die Rübe des Zuhörers ein. Dabei verlangen sich die Jungs einiges ab, denn so schnell, wie sie die Haken in den Riffs schlagen und Gitarren übereinanderlegen, grenzt es streckenweise an kontrolliertes Chaos und wirkt auch eine Spur weit hektisch. Andererseits bauen die Gitarristen immer wieder sehr überraschende Strukturen ein, die sehr interessant klingen und neben vielen anderen Einflüssen (das ehemalige NILE-Mitglied wird daran nicht unschuldig sein) auch neue Trademarks kreieren. Ebenfalls viel Power gibt es bei den Vocals, die sich alle Bandmitglieder außer dem Drummer teilen. Fazit zur Musik: "Delirium Tremens" ist anspruchsvoll, aber auch anstrengend und hektisch. Manchmal werden mir persönlich die Riffs zu seelenlos, andererseits werden richtig coole Ideen verwurstet. 'You Will Die Alone' hat z. B. einfach alles - da sind nichtssagende, aber total verschwurbelte Riffs aneinandergereiht, aber auch tolle VOIVOD-Griffe zu Doublebass arrangiert, was dann wiederum total gefällt. Hier und da gibt es bei den Soli ein paar Schwächen, was angesichts der Gitarrenherkunft etwas verwunderlich scheint ('Faces Of Meth'), aber größtenteils ist das Material sehr präzise auf den Punkt gehämmert.

Die andere Seite dieses Albums wird durch die Produktion bestimmt, die den oben beschriebenen Stil ja in akustische Wellen transformieren soll. Und da muss ich sagen, hat das Album ziemlich gepatzt. Die ewige Diskussion, ob CD oder Vinyl besser klingt, war ja schon weniger durch das Medium geprägt als durch die Produktionsmöglichkeiten. In der digitalen Welt neigt man dazu, alles Machbare an Frequenzgang und Amplitude rauszuholen. Selten habe ich ein Album gehört, bei dem man so viel falsch macht wie "Delirium Tremens". Es klingt kalt, grell, synthetisch. Den Gitarren wurde jegliche Wärme geraubt, alle Obertöne folgen strengen Exciter-Algorithmen, und das Schlagzeug klappert seine Triggersounds zusammen. Wenn man sich den Titelsong anhört, gibt es zum Drumcomputer keinen Unterschied mehr - so sehr wurde hier alles verunmenschlicht, dass es beinahe unfreiwillig komisch klingt. Die Songs an sich sind durch ihre Struktur schon sehr anstrengend, aber noch anstrengender wird dies durch den ermüdenden Klang ohne jeden Charakter. Dass so etwas 2017 immer noch passieren muss, ist wirklich schade, und führt bei dieser Scheibe zu einer deutlichen Abwertung.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Introspective Nightmares
02. Faces Of Meth
03. Return To The Underground
04. We Agnostics
05. In Memoriam
06. Bleed And Swell
07. Delirium Tremens
08. Self Immolation
09. Life Revolted
10. You Will Die Alone
11. Husk
12. Pharma Culture
13. Anthem For The Mentally Scarred
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 49:23 Minuten
VÖ: 13.10.2017

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15.10.2017 Delirium Tremens(6.0/10) von Opa Steve

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