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Babymetal - Live At Wembley

Review von baarikärpänen vom 28.12.2016 (2403 mal gelesen)
Babymetal - Live At Wembley Es gibt wohl momentan in der weltweiten Metal-Landschaft keine andere Band, die so polarisiert wie es BABYMETAL tun. Sicher, BABYMETAL ist als Kunstobjekt am Reißbrett entstanden, mit der Vorgabe, möglichst viel Geld einzuspielen. Die Shows waren, gerade zu Beginn, einstudiert von A-Z, ohne auch nur den geringsten Raum für spontane Ausreißer. Für die einen ist es schlicht und ergreifend unerträglich, für die anderen hingegen die größte Offenbarung seit der Erfindung von geschnitten Brot. Für die einen einfach nur Kommerz, für die anderen die Zukunft des Metal. Und dann gibt es da noch diejenigen, die in der Mitte stehen und einfach nur aufs Feinste unterhalten werden wollen. Und, seien wir doch mal ehrlich, wenn eine Gruppe genau das schafft, dann kann sie so schlecht nicht sein. Obwohl mir da trotzdem die glühenden Verfechter des True Metal oder die zum Lachen in den Keller gehenden misanthropischen Black Metaller immer noch widersprechen werden.

Die drei Damen legen jetzt also mit "Live At Wembley" ihr nächstes Scheibchen vor, mitgeschnitten in London im Rahmen ihrer durchaus erfolgreichen Metal Resistance-Tour. Nun werden viele wieder sagen "Schon wieder ne Live-Scheibe???", und sie hätten prinzipiell ja auch Recht mit ihrer Kritik. Aber, und das ist der Unterschied von "Live At Wembley" im Gegensatz zu seinen Vorgängern ("Live At Budokan" oder den DVDs): BABYMETAL haben gelernt. Während alles, was vorher kam, einfach zu glatt gebügelt, zu perfekt war, vor allem in Sachen Sound und nachträglicher Studio-Bearbeitung, ist "Live At Wembley" einen Tacken authentischer. Das fängt beim Spoken Word Intro an (erinnert mich schon an X JAPANs "The Last Live") und zieht sich durch bis zum Ende. Da sitzt nicht jeder Ton von Su-Metal, die Vocals von Yuimetal und Moametal sind mehr als einmal einfach nur "kieksig". Und es wurde eben nicht nachträglich ausgebessert. Gerade das macht für mich den Charme von "Live At Wembley" aus. Und wer für sich in Anspruch nimmt, der Erfinder des "Kawaii metal" zu sein ("Kawaii" bedeutet etwa so viel was das englische "cute"), der darf auch gerne damit kokettieren. Ebenfalls schön eingefangen ist die Interaktion mit dem Publikum bei 'Gimme Chocolate!' oder 'The One' und im abschließenden 'Road Of Resistance'. Die Songauswahl eine tolle Mischung aus den Highlights der beiden Studio-Alben, lediglich 'Amore' hätte man sich schenken können, die normale Laufzeit einer CD fast komplett ausgenutzt. Und tut mir ja leid für alle Kritiker, aber wenn die drei versuchen, das Publikum in lustigstem Japenglish zum Mitmachen zu motivieren, oder wenn aus einem "No more bullying forever" ein gehörtes "No mole burrying forver" wird, dann ist das verdammt nochmal einfach nur "cute as cute can be".

Ein Wort vielleicht noch zur Kami-Band. Da hat man sich schon begnadete Musiker geholt, die die teils arg klinischen Studio-Versionen mit erheblich Leben füllen (obwohl, oder gerade weil, eine Menge vom Band kommt). Und wer von Marty Friedman (u. a. MEGADETH) auch gerne mal als Backing-Band für Japan-Auftritte verpflichtet wird, der dürfte schon was auf dem Kasten haben.

Letztendlich bleibt mal wieder die Frage, ob BABYMETAL eine Berechtigung haben? Gerade im Hinblick auf eine andere angesagte Band wie SABATON (viele werden mich jetzt dafür hassen), die sich auf früheren Touren nicht haben zurückhalten lassen, einen Song über die dunkelsten Kapitel der deutschen Nazi-Zeit als Aufhänger für Mitsing-Spielchen mit dem Publikum zu nutzen, finde ich schon, dass die Frage mit einem "Ja" zu beantworten ist. Und was schlussendlich zählt ist der Spaß, den man beim Hören hat. Und der ist hier definitiv gegeben.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. BABYMETAL DEATH
02. Awadama Fever
03. YAVA!
04. GJ!
05. Doki Doki Morning
06. Meta Taro
07. Amore
08. Megitsune
09. KARATE
10. Ijime, Dame, Zettai
11. Gimme Chocolate!!
12. The One
13. Road Of Resistance
Band Website: http://www.babymetal.jp/
Medium: CD
Spieldauer: 77:20 Minuten
VÖ: 09.12.2016

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