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Sonata Arctica - The Ninth Hour

Review von Cornholio vom 12.10.2016 (1676 mal gelesen)
Sonata Arctica - The Ninth Hour Mit "The Ninth Hour" liegt nun das - Überraschung - neunte Studioalbum der Finnen vor. Abgesehen davon (Achtung, jetzt wird's philosophisch) war die Neunte Stunde die, in der Jesus gekreuzigt wurde. Wenn man sich jetzt das tagtägliche Weltgeschehen anschaut, kann man sich die Verbindung schon denken. Aber lassen wir die aktuelle Lage der Welt mal außen vor, hier geht es ja primär um die Musik!

Leider muss ich hier schon sagen, dass ich vom Opener 'Closer To An Animal' im Vergleich zu den ersten Tönen von den vorigen Alben ('The Wolves Die Young' von "Pariah's Child" und der Single 'I Have A Right' vom 2012er Werk "Stones Grow Her Name") fast etwas enttäuscht war. 'Life' schlägt da in eine ähnliche Kerbe, Sänger und alleiniger Songwriter Tony Kakko wirkt etwas gehemmt, bei den ruhigen Parts erscheint der Gesang fast als Flüstern. Je öfter ich die Neunte Stunde höre, desto mehr fühle ich mich in die späten 2000er zurückversetzt, als SONATA ARCTICA mit "Unia" (2007) und "The Days Of Grays" (2009) zwei Alben aufnahmen, die wesentlich progressiver, düsterer und schwerer zugänglich waren bzw. sind. Ob es Zufall war, dass die Finnen genau da ihr Logo etwas abwandelten? Seit der vorigen Langrille weht das Banner jedoch wieder unter dem altbekannten Schriftzug.

Und kaum schreibe ich das, dröhnt mit 'Fairytale' ein etwas flotteres Stück aus den Boxen. Geht doch, denk ich mir gerade. Der Song ist besser als die ersten zwei, aber so richtig zünden will er auch irgendwie nicht. Der Gesang gefällt mir hier fast am besten auf der ganzen Scheibe, aber irgendwie scheint die Handbremse noch nicht gelöst zu sein. Man kann es allerdings nicht wirklich greifen. Mit 'We Are What We Are' wird es deutlich ruhiger, Panflöten leiten diese schöne Ballade ein. Danach wird es wieder etwas wirrer und wilder, 'Till Death's Done Us Apart" explodiert nach wenigen ruhigen Sekunden förmlich. Nach diesem kurzen Feuerwerk plätschert der Song weiter so dahin, ganz nett, aber leider ohne den großen Wiedererkennungswert. Ähnliches gilt auch für 'Among The Shooting Stars', wobei das ganze Lied etwas melodiöser, ja fast balladesk gehalten ist.

Mit 'Rise A Night' wird das Gaspedal endlich mal ordentlich durchgetreten. Mich erinnert der Melodiebogen im Eröffnungssolo sehr stark an 'The Rest Of The Sun Belongs To Me' (Bonustrack vom 2003er Album "Winterheart's Guild"), aber wie heißt es so schön? Erlaub ist, was gefällt, und der Track gefällt gut, endlich geht es etwas schneller zu. Leider ist er viel zu schnell vorbei, und 'Fly, Navigate, Communicate' fährt wieder auf der Midtempo-Schiene, immerhin geht der Refrain wieder in Richtung Doublebass; insgesamt auf jeden Fall einer der besseren Songs des Albums, die einzelnen Parts scheinen besser aufeinander abgestimmt. Nun ist wieder eine reine Ballade an der Reihe: Piano, Geigen, 'Candle Lawn' könnte auch im Radio laufen. Ob das ein Argument für oder gegen den Song ist, muss jeder selbst entscheiden.

Auf den zweiten Teil von 'White Pearl, Black Oceans' hab ich mich gefreut wie'n Schnitzel! Der erste Teil aus 2004 von "Reckoning Night" hat einfach alles, was SONATA ARCTICA für mich zumindest damals ausmachten. Auch nach mehrmaligem Hören wirkt Teil zwei leider recht blass, gemessen an den großen Erwartungen. Die Melodien sind teilweise verwandt, aber die Vielseitigkeit ist leider kaum vorhanden. Das "Outro" 'On The Faultline' ist nur Gesang und Piano, wieder arg ruhig, atmosphärisch düster gehalten, wie der Abspann zu einem Film; künstlerisch wertvoll, tadellos. Am Ende der Limited Edition gibt es noch den BRYAN ADAMS-Coversong 'Run To You', gut gelungen, aber keine Offenbarung.

Insgesamt bin ich nach wie vor etwas hin- und hergerissen. Na klar, welche Band kopiert sich schon (gerne) selbst - "Stillstand ist Rückschritt" - aber "The Ninth Hour" fehlen leider die großen Momente, die großen Refrains, die tollen Melodien, die SONATA ARCTICA über weite Teile ihrer Laufbahn so gut hinbekommen haben. Ich werde die Scheibe noch ein paar Wochen lang regelmäßig hören, vielleicht zündet der eine oder andere Song ja noch etwas (mehr).


Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Colser To An Animal
02. Life
03. Fairytale
04. We Are What We Are
05. Till Death's Done Us Apart
06. Among The Shooting Stars
07. Rise A Night
08. Fly, Navigate, Communicate
09. Candle Lawns
10. White Pearl, Black Oceans, Part II: By The Grace Of The Ocean
11. On The Faultline (Closer To An Animal)
Band Website: www.sonataarctica.info
Medium: CD
Spieldauer: 62:00 Minuten
VÖ: 07.10.2016

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SONATA ARCTICA hin oder her, ich muss sagen, dass dieses Album ein fürchterlich eierloser Wurf ist, der meist simplen Pop mit E-Gitarren ausstaffiert. Hätten sie nicht diverse Vorschusslorbeeren und wäre das eine frische junge Band mit einem Debütalbum hätte es vermutlich eine Menge Desinteresse für diese recht nichtssagende Musik gegeben.
4/10   (12.10.2016 von Opa Steve)

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