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Neige Et Noirceur - Les Ténèbres Modernes

Review von Zephir vom 06.07.2016 (1209 mal gelesen)
Neige Et Noirceur - Les Ténèbres Modernes Dass Black Metal Krieg ist, wissen wir ja schon lang und gähnen oder lachen bei dieser Sentenz. Ganz wörtlich zu nehmen ist sie allerdings beim jüngsten Output von NEIGE ET NOIRCEUR, das sich auf "Les Ténèbres Modernes" den Ereignissen zwischen 1914 und 1918 widmet - dem Ersten Weltkrieg also. Das ist, seien wir doch mal ehrlich, auch nichts Neues mehr in der Metal-Szene: 1989 erschien der METALLICA-Titel 'One' auf dem Album "…And Justice For All". 1991 brachten MOTÖRHEAD den Song '1916' raus, auf dem gleichnamigen Album. IRON MAIDEN machten 'Paschendale', das war 2003 auf "Dance Of Death". Dann gibt es natürlich noch SABATON mit 'Angels Calling' ("Attero Dominatus", 2006), und diese paar hier aufgelisteten Bands sind nur einige der Bekannten - von den zahlreichen Nischengrüppchen, die sich an diesem Thema abarbeiten, gibt es noch unzählige mehr.

Und nun gibt es eben auch "Les Ténèbres Modernes". Es ist das fünfte Album des Soloprojekts von Zifond, der seit 2005 zudem zahlreiche EPs und Splits auf den Markt gebracht hat. Gleichwohl bedient der Kanadier mit seinem leicht ambientösen Black Metal ein vergleichsweise kleines Zielpublikum - dies allerdings tight und unverblümt: Ohne Zeit für pompöse Intros zu vergeuden knüppelt er mit 'Si Vis Pacem, Para Bellum' los. Blastbeat, raues Flüstern, chorale Backing Vocals, die dem räudigen Sound etwas Okkultes verleihen. Stimmlich wird viel mehr bedrohliches Grollen geliefert als eierloses Kreischen. Was die Gitarren betrifft, gibt es reichlich monotones Geschrammel, wie es sich für ordentlichen Black Metal ziemt. Für melodischere Riffs ist NEIGE ET NOIRCEUR aber ebenfalls durchaus zu haben, wie 'Battlespirit' beweist. 'La Saison Des Morts' arbeitet mit Piano-Sound im passenden Marche-Funèbre-Stil; 'Felgrau' liefert eine plastisch-düstere Soundtrack-Atmosphäre. Rausschmeißer 'Adieux' schließlich ist ein verstörendes Potpourri von Sprachsamples, Violine, Maschinengewehren, Chorälen, Glockengeläut und Kriegskulisse.

Insgesamt ist "Les Ténèbres Modernes" dort, wo die Musik dem klassischen Black Metal folgt, wenig innovativ, damit aber durchaus für eine konservative Hörerschaft geeignet. Die rohe Produktion ist true genug, um bloß nicht zu viel Melodiosität aufkommen zu lassen oder gar Attributionen wie "atmospheric" zu provozieren. Wo NEIGE ET NOIRCEUR soundtrackmäßig arbeitet, ist es, als würde ein archaischer Schwarzweißfilm über eine alte Leinwand flimmern: so gut eingefangen ist die Kriegsstimmung des frühen 20. Jahrhunderts, das noch lange keinen Black Metal kannte. Wer sich zudem noch für die inhaltliche Materie interessiert und eine angemessene Portion Ernsthaftigkeit mitbringt, sollte einmal reinhören.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Si Vis Pacem, Para Bellum
02. Battlespirit
03. Walpurgis 1917
04. La Saison Des Morts
05. La Mécanique De Lucifer
06. Post Mortem
07. Ciel D'Acier
08. Felgrau
09. Des Spectres
10. Adieux
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:00 Minuten
VÖ: 24.06.2016

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06.07.2016 Les Ténèbres Modernes(6.0/10) von Zephir

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