Real Friends - The Home Inside My Head

Review von Stormrider vom 01.07.2016 (2477 mal gelesen)
Real Friends - The Home Inside My Head REAL FRIENDS, der Bandname klingt schon ein wenig tuffig und nach einer zuckersüßen Schülercombo. Und so wahnsinnig weit ist das auch nicht entfernt, von dem Bubblegum-Pop-Punk, den die fünf Amis da auf "The Home Inside My Head" fabrizieren. Locker, flockig und easy listening-mäßig rutschen die Melodien ins linke Ohr und ein paar Minuten später aus dem rechten wieder raus. Hier tut nichts, aber auch gar nichts weh, gibt es keine Ecken und keine Kanten, alles was mal böse war, wurde wegpoliert und vom ersten Akkord bis zum letzten erinnert das eigentlich an gute alte Halfpipe-Zeiten.

Eigentlich ...

Denn auf der anderen Seite sind die Texte alles andere als lebensbejahend und liefern einen interessanten Kontrast zu all den fröhlichen Mitsingmelodien. Bassist und Songwriter Kyle Fasel scheint einen Zwiespalt zwischen tieftraurigen, fast schon depressiven Lyrics und fröhlichen Melodien zu haben. Nicht der nächste One-Night-Stand, der nächste Alkopop oder die nächste Party stehen im Fokus, sondern die Angst vor Verlusten, das Alleinsein und das depressive "alles ist schlecht"- Element. Die REAL FRIENDS schaffen damit einen Spagat, um sowohl die jungen Hörer abzuholen, denen die Lyrics vollkommen egal sind und die einfach nur Pop Punk als Soundtrack im Hintergrund ihres Lebens brauchen, als auch die Emofraktion anzusprechen, die dem Leben nicht viel Spaß abgewinnen möchte und die sich wohlfühlen, wenn sie nur traurig genug sein dürfen. Und damit haben wir dann auch endlich mal wieder ein neues Genre, nämlich den Postpunk-Emo.

Nicht, dass "The Home Inside My Head" für eines der beiden Seiten ein essentielles Klassikeralbum werden könnte, und irgendwie hat man auch immer das Gefühl, dass hier eine weibliche Zielgruppe zwischen 14 und 19 Jahren besonders angesprochen sein könnte, aber gut gemacht und umgesetzt sind die zwölf Songs (plus zwei Bonustracks in der Digipackversion) definitiv. Auch das Cover mit den leeren Bilderrahmen setzt das lyrische Motto und den Albumtitel sehr einfach aber effektiv um. Gefällt mir gut. Am Ende ist "The Home Inside My Head" ein Album, was man nach ein paar Durchläufen vermutlich wieder vergisst, wer aber mit den beschriebenen musikalischen oder lyrischen Inhalten was anfangen kann, der darf durchaus mal reinhören.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Stay In One Place
02. Empty Picture Frames
03. Keep Living To Me
04. Scared To Be Alone
05. Mokena
06. Mess
07. Isolation Everything
08. Well, I’m Sorry
09. Basement Stairs
10. DoorWithout A Key
11. Eastwick
12. Colder Quicker
13. I Was Blind The Whole Time (Digipack Bonus)
14. Seed (Digipack Bonus)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 43:56 Minuten
VÖ: 27.05.2016

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