Banner, 300 x 250, mit Claim


Malevolentia - République

Review von grid vom 10.05.2016 (2947 mal gelesen)
Malevolentia - République Nein, MALEVOLENTIAs drittes Vollalbum nimmt mich nicht mit ...

Die allererste Hürde über die ich nicht rüberkomme, ist bei den Franzosen der Gesang, sprich die weiblichen Vocals. Mit singenden Frauen im Black Metal habe ich im Allgemeinen schon große Schwierigkeiten und im Falle von Spleen, Frontfrau von MALEVOLENTIA, ganz besondere. Nicht dass sie nicht abwechslungsreich agiert; sie ist alles andere als einseitig. Mir ist ihre Darbietung aber nicht kraftvoll genug und schlichtweg zu übersteigert, als dass sie mir irgendwie geartete Emotionen näherbringen könnte. Für mich steht und fällt ein Album mit dem Gesang und der tut auf diesem Album bei mir keine Wirkung, zumal ich oft das Gefühl habe, dass er nicht in das instrumentale Geschehen reinfindet.

Des Weiteren schmeißen MALEVOLENTIA mit Breitwanddramatik um sich, als gäb's kein Morgen. Die mit viel Orchesterpomp und teils hektischen Wechseln aufgeschäumten Songs sind so unruhig, dass sich keine Atmosphäre entwickelt. Memorable, erhabene Momente Fehlanzeige. Das große Drama gerät hier, zumindest nach meinem Empfinden, zum Knalleffekt. Wie in einem Film geworfen, der schon eine Weile läuft, und in dem sich eine Katastrophe an die andere reiht, jagt eine dramatische Wendung die nächste. "République" gerät zur dunklen, überspannten, und damit auch ermüdenden, Nummernrevue, die keine Momente hinterlässt, die wirklich hängen bleiben. Orchestral Black/Death Metal steht auf dem Promozettel. Orchestral? Ja, im Cinemascope-Format. Nur zu, wenn das das Kaufargument ist. Black/Death Metal? Nee, wo sind Härte und Brutalität abgeblieben? Wo ist die kernige Stimme, die Ernst macht mit der Aggression? Die Gitarren hängen überwiegend saftlos irgendwo im Hintergrund und kommen ganz selten zum Vorschein. Der Orchesterschaum, sei er auch noch so hoch aufgetürmt, ersetzt einfach keine harten Nackenbrecherriffs. Wenn in 'Nocte & Nebula" die Marseillaise ertönt, kommt erstmals eine gewisse Beruhigung in die Stimmung der Republik, in der es bisher recht erregt zuging. Eine männliche Stimme erklingt in 'Eschatos'. Diese ist klar und würde mich auf jedem Chansonalbum begeistern. Hier befremdet sie, zumal auch Spleens Überspanntheit nicht dazu passen will und der Song stilistisch sich stark von den vorherigen des Albums abhebt. Wie ich eingangs schon festgestellt habe: MALEVOLENTIAs drittes Vollalbum nimmt mich nicht mit. Ich habe kaum etwas darin gefunden, was mich berührt.

Fazit: Zu viel Orchester, zu viel überhitzter Frauengesang und viel zu wenig Gewalt machen beileibe noch kein Orchestral Black/Death Metal-Album. Meine Messlatte ist in diesem Genre nach wie vor GROMTHs "The Immortal", wo zur Üppigstorchestrierung aber auch handfester Black 'n' Death draufgeladen wurde. MALEVOLENTIA kommen da leider nicht ran.


Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Protogonos
02. Annuit Cœptis
03. Völuspá
04. Etemenanki
05. Virtù & Fortuna
06. Magnus Frater Spectat Te
07. Requiem Aeternam Deo
08. Alma Mater
09. Qohelet
10. Doxa
11. Ordo ab Chao
12. Para Doxa
13. Nocte & Nebula
14. Eschatos
Band Website: www.facebook.com/MalevolentiaBM
Medium: CD
Spieldauer: 57:17 Minuten
VÖ: 16.04.2016

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten