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Ashtar - Ilmasaari

Review von Zephir vom 04.07.2015 (1378 mal gelesen)
Ashtar - Ilmasaari Sie rollt, die Crossover-Welle des experimentellen Doom. Und sie wälzt sich über alles, was sie sich passend machen und einverleiben kann: Wie ein Patchwork flickt sich denn auch das Debüt des Schweizer Black-Doom-Duos ASHTAR zusammen, das den finnischen Titel "Ilmasaari" trägt, auf dem Cover ein Bild des tschechischen Jugendstil-Künstlers Alfons Mucha zur Schau stellt und in den Lyrics Englisch und Französisch gehalten ist. ASHTAR, das sind Marko Lehtinen als Drummer, Gitarrist und Sänger und seine Ehefrau Nadine, die unter dem Künstlernamen Witch N neben dem Gitarre- und Bass-Schrammeln auch singt und die Violine streicht. Beide sind schon seit vielen Jahren in der Schweizer Psychedelic-Doom-Combo PHASED aktiv, verarbeiten mit ASHTAR aber noch ganz andere Einflüsse: Die dritte Welle des Black Metal liefert den beiden allerhand Inspiration. Vielbesungene Mode-Bands wie LITURGY (gemeint sind hier die Post-Black-Amis) oder auch mitten in den Neunzigern verwurzelte Kollegen wie die Franzosen BLUT AUS NORD sollen ihre Spuren in der Entwicklung von "Ilmasaari" hinterlassen haben, einem Album, das übrigens bereits zwischen Dezember 2013 und April 2014 aufgenommen wurde.

Markos Nachname verrät seine finnischen Wurzeln. Den Titel "Ilmasaari" hat er denn auch direkt aus Finnland importiert: Es ist der Name eines Ortes, an dem Marko seit eh und je seine Sommer verbringt, wie er in einem Interview bekannt gibt. Eine romantische Idee, deren Zusammenhang mit dem vorliegenden Album sich mir aber zunächst nicht erschließt (mitunter bleibt die Erkenntnis solcher Konnexionen aber ohnehin nur den Kunstschöpfern selbst vorbehalten, und das ist auch in Ordnung so).

Der Opener mit dem ausladenden Namen 'Des Siècles Qui Éternellement Séparent Le Corps Mortel De Mon Âme' startet mit schweren Doom-Riffs und flüstert und kreischt von der Schwere des irdischen Daseins. Zwischenzeitlich legen ASHTAR mit ziemlich unmotiviert wirkendem BM-Geschrammel an Tempo zu. Gut, es mag sein, dass das Genre generell nicht vor Motivation überschäumt. Aber der Sprung über den Track 'She Was A Witch', der sich mehr auf das doomige Element konzentriert und nur in den heiseren Screams BM-Anleihen preisgibt, zum dritten Track, 'Celestial', ist qualitativ schon erheblich: ein Tribal-mäßiger experimenteller Doom, der sehr viel mehr melodisches Potenzial liefert und in sein einförmiges Riffing immer wieder interessante Ear-Catcher in Form von auf Ethno getrimmten Instrumenten einstreut. Die Vocals schwanken hier zwischen Flüstern, beschwörendem Raunen und Gescreame - macht sich gut. "Promises of foreign lands / where the hills are as blue as the sea": Sind wir hier gedanklich in Finnland? 'Moons' flacht anschließend ein wenig ab, obwohl auch hier zwischenzeitlich (gelungener als im Opener) mit dem Tempo gespielt wird. 'These Nights Will Shine On' geht zunächst mehr in Richtung Melo-Black, wird dann zwischenzeitlich von einer solistisch klampfenden Stoner-Gitarre unterbrochen und entwickelt sich tendenziell sludgeig weiter.

Rausschmeißer 'Collide' präsentiert schlussendlich Nadine an der Violine und Marko gar am Didgeridoo. Es sind die Ethno-ähnlichen Elemente in der Musik, die mir persönlich am besten gefallen. Ansonsten scheint mir das Werk insgesamt zu sehr ein Patchwork aus verschiedenen Elementen, die durchaus zusammen passen, aber recht unmotiviert nebeneinander stehen. Um wirklich vielfältig zu sein, ist die Vielfalt nicht groß genug. Das Kontrastprogramm von Depression und Aggressivität kennen wir schon, die Polarität von Kunst und Trivialem ist gerade dort, wo es depressiv und aggressiv zugeht, ebenfalls nicht mehr wirklich catchy. ASHTAR lassen noch Luft nach oben und werden zukünftig unter Beweis stellen müssen, wie viel sie aus ihrem Konzept noch herauszuholen vermögen.

Als Anspieltipp empfehle ich 'Celestial' und 'Collide', zwei Songs, die am besten das Potenzial des Duos ausschöpfen.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Des Siècles Qui Éternellement Séparent Le Corps Mortel De Mon Âme
02. She Was A Witch
03. Celestial
04. Moons
05. These Nights Will Shine On
06. Collide
Band Website: www.facebook.com/ashtarband
Medium: CD
Spieldauer: 46:04 Minuten
VÖ: 08.06.2015

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04.07.2015 Ilmasaari(6.0/10) von Zephir

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