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Belphegor - Goatreich - Fleshcult

Review von Soulcollector vom 04.04.2005 (4505 mal gelesen)
Belphegor - Goatreich - Fleshcult BELPHEGOR kommen aus Österreich und haben mit "Goatreich - Fleshcult" ihr fünftes reguläres Studioalbum auf den Markt gebracht. Die Band kann aber trotz ihrer Herkunft spielend leicht mit den Größen aus dem hohen Norden mithalten, denn nicht umsonst haben sie sich in den letzten Jahren zum vielversprechenden Tipp in Sachen Death/Black-Metal entwickelt.

"Lucifer Incestus" ist der Vorgänger dieser Scheibe und hatte trotz einiger Schwächen sehr deutlich den Eindruck vermittelt, dass BELPHEGOR auf dem besten Weg nach oben sind. Dies hat die Band erkannt und ihr Talent konsequent weiterentwickelt. BELPHEGOR haben, ob beabsichtigt oder nicht, ein sehr hohes Wiederkennungspotential. Schon nach dem ersten Song 'Cruzifixus - Anus Dei' kann man zu sich selbst sagen: Das sind die Österreicher, unverfälscht. Man hört des öfteren bei BELPHEGOR, und auch so am Anfang dieses Songs, irgendwelche Orgien, in denen auch gerne mit dämonischer Stimme auf Latein gesprochen wird. Nach ein paar Sekunden geht es dann aber auch ordentlich los und Black Metal wird in seiner (für mich) schönsten Art und Weise, nämlich schnell, räudig und hasserfüllt, präsentiert. Der Song ist trotz einer Spielzeit von über vier Minuten schneller vorbei, als man denkt. Doch der Einstieg ist BELPHEGOR wirklich perfekt gelungen, denn düstere Melodien ziehen sich durch den ganzen Song.
Mit noch mehr Tempo geht es dann auf zu 'Bleeding Salvation', einer der absoluten Highlights dieses Albums. Allerdings zeigt sich hier die Schwäche des Albums: Nämlich die Produktion. Leider kommen die Drums nicht so druckvoll rüber, wie man es sich wünschen würde. Sie klingen dumpf, dafür stehen aber ganz klar die Gitarren im Vordergrund. Ob diese Mischung nun gelungen ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt.
'Sepulture Of Hypocrisy' sorgt als vierter Song für eine kleine Pause, im Midtempo geht es nun voran. Die langsamen Riffs ziehen sich durch den gesamten Song, ebenso wie der Vers "Dead, your god is dead". Nahezu jeder zweite Vers besteht aus diesen 5 Wörtern, aber Einfallslosigkeit kann man der Band hier nicht vorwerfen, denn es kommt einfach sehr genial rüber und fällt beim ersten Hören nur bedingt auf. Kombiniert mit einem gelungenen Solo ist dieser Song sehr düster belastet und eingängig.
'Goatreich - Fleshcult' ist der Titeltrack des Albums und fordert die Nackenmuskulatur. Wieder volles Tempo, ein gutes Solo und insgesamt ein klasse Aushängeschild, das mit dreieinhalb Minuten schon fast wieder zu kurz geraten ist.
Der eher langsame Song 'Kings Shall Be Kings' erinnert am Anfang auf irgendeine Art und Weise an IMMORTAL; ein sehr dreckiges Intro und eine Melodie, die sich gut verkauft. Hier kann sich der Nacken wieder etwas ausruhen, doch mit der Zeit wird das Tempo stellenweise erhöht. Dieser Song ist für mich ganz eindeutig das Highlight dieses Albums. Auch beweisen BELPHEGOR mit dem Ende dieses Songs, dass sie ihren (fikitiven?) Hass gegen das Christentum oder Religionen generell ohne viel drumherum preisgeben: Eine Lautsprecherdurchsage weißt darauf hin, dass auf das Beten und andere religiöse Handlungen die "unnachsichtige" Todesstrafe steht. Es ist mir fraglich, ob ich über diesen Teil lachen oder ihn ignorieren soll.
Der Bonustrack 'Heresy Of Fire' (nur auf der limitierten Digipack-Version vorhanden) stellt als runden Abschluss des Albums einen sehr schönen Spagat zwischen Melodie, absoluter Brutalität durch Geschwindigkeit und langsamen Parts dar, der jedoch ohne Text auskommen muss.

Pluspunkte gibt es definitiv auch für das sehr gut gelungene Artwork, das sich über das Booklet hinaus im Digipack forsetzt. Einige der Jungs haben auch kein Problem damit, sich blutüberströmt abbilden zu lassen, somit aber auch gut als Teil des Artworks integriert zu werden. Eine weitere Entwicklung lässt sich auch hier festmachen: Auf den letzten Scheiben waren immer nackte Frauen zu sehen und Nonnen, die die Beine spreitzten und sich den Orgien hinzugeben schienen, die man zwischen den Songs hören kann (diese sind im direkten Vergleich zu "Lucifer Incestus" allerdings auch dezimiert worden). Wenn man genauer hinschaut, wird man das auch wiedererkennen, aber ich würde eher sagen, dass dort nicht menschliche Wesen mit eindeutig menschlichen Geschlechtsorganen abgebildet sind. Ein Grund dafür ist die mögliche Sorge BELPHEGORs, dass diese Scheibe, wie der Vorgänger, wieder auf der Liste der Bundesprüfstelle landet.

Eines steht nach diesem Album definitiv fest: "Goatreich - Fleshcult" ist der momentane Höhepunkt in der Bandgeschichte und kann sich in der Konkurrenz gut behaupten. Freunde des dreckigen Black Metals werden auf ihre Kosten kommen und sollten nochmals in der Geldbörse nachsehen, ob sich nicht noch ein paar Münzen finden lassen. Wer mit BELPHEGOR noch nicht vertraut ist und wem vielleicht auch Black Metal nur bedingt zusagt, der sollte vorher ein Ohr riskieren.
Insgesamt muss ich sagen, dass dieses Album für mich einer der Favoriten für die Black Metal-Scheibe des Jahres 2005 ist, auch wenn das Jahr noch sehr jung ist. Es bleibt abzuwarten, was DISSECTION dieses Jahr noch präsentieren werden.

Bleeding Songs: Kings Shall Be Kings, Bleeding Salvation

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
1. Cruzifixus - Anus Dei
2. Bleeding Salvation
3. Fornicationium Et Immundus Diabolus
4. Sepulture Of Hypocrisy
5. Goatreich - Fleshcult
6. Swarm Of Rats
7. Kings Shall Be Kings
8. The Crown Massacre
9. Festum Asinorum

Bonus: Heresy Of Fire
Band Website: www.belphegor.at
Medium: CD
Spieldauer: 41:15 Minuten
VÖ: 28.02.2005

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