Basilisk - Traumland

Review von Rocko Flanell vom 12.06.2015 (2890 mal gelesen)
Basilisk - Traumland Ende der Woche erscheint mit "Traumland" das mittlerweile vierte Album von BASILISK. Die 4 Jungs aus dem Schwarzwald bezeichnen sich selbst als Dunkel-Metaller und nehmen uns auf ihrer neuen Platte mit auf eine Reise zwischen Traum und Realität. Die insgesamt 13 Songs decken eine große Bandbreite Musik ab, deren Inspiration sicherlich in ebendso vielen verschiedenen Musikrichtungen wie auch Bands zu finden ist. Im "Traumland" erwarten uns Songs, deren Grundgerüst meist eine metallische Basis ist, die mit Synth-Flächen und/oder Leads garniert werden. Mal klingt es doomig und düster, manchmal scheinen aber auch mittelalterlich anmutende Melodien ihren Weg in die Musik gefunden zu haben. Die Songtexte der Band sind Teils auf Deutsch, Teils aber auch auf Englisch, wobei auch nicht davor gescheut wird beide Sprachen im gleichen Song zu verwenden.

Das in Eigenregie aufgenommene und produzierte Album weist in meinen Ohren allerdings einige Schwächen auf. So habe ich das Gefühl, durchgehend nur einen Gitarrenklang zu hören, der durch den tiefen Klang und zuviel Verzerrung undefiniert klingt. Die Synth-Sounds fügen sich oft nicht gut in das Gesamtbild ein. Was bei den Flächen ab und an dann doch noch funktioniert, ist bei den Leads ein Grund einen Track zu skippen. Als Beispiel sei hier 'Ship Under Black Flag' genannt. Zudem klingen die Synths nach billigen Keyboardpresets und bieten somit keinen Mehrwert. Im Gegenteil, sie machen das solide metallische Grundgerüst nahezu kaputt. 'Love Hates Me', der achte Track der Platte, startet mit einem kurzen Drum-Intro. Für solch ein Intro ist der Drum-Sound, insbesondere die Toms, leider viel zu dünn. Das kann mich nicht überzeugen.

Kommen wir zum Gesang. Insgesamt mache ich in der Band drei Sänger aus. Wir haben einmal den Growler, der mit tiefen Vocals in den meisten Songs vertreten ist. Dann gibt es eine kratzig, cleane Stimme, die, wenn sie laut wird, meiner Meinung nach manchen Ton nicht so trifft, wie es vielleicht sein sollte. Eine dritte, cleane und leise Stimme gab es dann an zwei anderen Stellen zu hören. Im Ohr geblieben ist mir 'Verstanden', in welchem diese cleane Stimme in den besten Momenten nach DEINE LAKAIEN klingt. Leider trifft auch diese Stimme nicht immer den richtigen Ton. Zurück zur zweiten Stimme: in manchen Songs fühle ich mich an Mittelaltermärkte erinnert, was mir mit dem letzten Track der Platte, 'Der Pakt', bestätigt wird. In anderen Songs könnte sie klingen wie z.B. Alan Averill bei PRIMORDIAL. Leider klappt das auch nicht. Wie gesagt, das metallische Grundgerüst kann überzeugen. Auch die Stimmung, die erzeugt werden soll, kann rübergebracht werden. In den meisten Fällen kann ich mir auch vorstellen, was sich die Jungs gedacht haben, in welche Richtung es gehen soll ect.. Leider aber sind die technischen Defizite meines Erachtens nach zu groß. Ideen zu haben, um wie die Großen zu klingen, ist eine Sache, den Sound der Großen sollte man dann aber auch mitbringen.

Insgesamt liefern BASILISK ein stimmungsvolles Album mit vielen guten Ideen ab, die leider in der Qualität der Umsetzung untergehen. Weniger ist manchmal doch etwas mehr. Über das Cover von FALCO's 'Out Of The Dark' möchte ich nicht groß reden. Schön, dass sich die Band von dem Song angesprochen fühlt. Auf ihre Interpretation hätte ich gut und gerne verzichten können. Zumal der Verhaspler, wie in der 1. Strophe, einfach nicht auf eine Platte gehört. Authentizität hin oder her... Ich weiß, dass die Stelle nicht leicht ist, aber das tut nicht Not ( Textstelle: "Zähl die Stunden, die Sekunden, doch die Zeit scheint still zu stehen" ).

Wer über die Kritikpunkte hinwegsehen kann oder trotzdem einfach mal ein Ohr riskieren möchte, sollte sich 'Delirium' und 'Dreary Angels' mal anhören. Zu Ersterem gibt es eine kurze Preview auf der Band-HP.

Gruß Rocko Flanell

P.S. Ich hätte nicht erwartet auf der Platte ein E-Orgel Solo zu hören, doch im 'Schattenreich' ist alles möglich...

Gesamtwertung: 4.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. My Dying World
02. Schattenreich
03. A Man's Last Stand
04. Traumland
05. Verstanden
06. Ship Under Black Flag
07. Die Zeit
08. Love Hates Me
09. Delirium
10. Dreary Angels
11. Illusions of Myself
12. Out of The Dark
13. Der Pakt
Band Website: www.basilisk.de
Medium: CD
Spieldauer: 61:05 Minuten
VÖ: 12.06.2015

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