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Ars Irae - Dunkle Klänge

Review von Rocko Flanell vom 07.06.2015 (3339 mal gelesen)
Ars Irae - Dunkle Klänge Mitte Mai erschien das zweite Album "Dunkle Klänge" der Rosenheimer ARS IRAE. Das Debütalbum "Unter Der Erde" erschien bereits 2009. In der Zwischenzeit war die Gruppe nicht untätig und spielte regelmäßig, nahe der Heimat, auf Festivals in Bayern und Österreich. 2014 feierte man bereits das 10-jährige Jubiläum. In der Release-Info beschreibt sich die Band als "blackened death metal horde", auf der Bandcamp-Seite fällt auch das Wörtchen "Pagan", was in Anbetracht der besungenen Thematiken durchaus seine Berechtigung hat. 'Ein Neuer König' wird besungen und mit 'Wieland Der Schmied' befinden wir uns in der germanischen Mythologie.

"Dunkle Klänge" wurde im bandeigenen Studio aufgenommen und produziert, gemastert am Ende von Dan Swanö, der, in seinem eigenen Studio, Unisound Studio, unter anderem für Alben von MARDUK, DARK FUNERAL oder OPETH verantwortlich war. Insgesamt ist der Klang der Platte stimmig, und definitiv auch auf einem professionellen Level. Doch denke ich, dass an der einen oder anderen Stelle mehr rauszuholen wäre. Gerade bei den Gitarren hätte ich mir etwas mehr Klarheit und Trennung gewünscht. Viele kleine Licks gehen im Gesamtsound einfach unter, und lassen die Songs eintöniger klingen als sie sind. Sänger Michael befindet sich eigentlich durchgehend in einer tiefen, kratzigen Stimmlage, die mir stellenweise zu gleich und monoton ist. Ich bin froh um jedes bisschen Abwechslung und zweite Stimmen.

Meiner Meinung nach hat die Band mit dem Opener 'Des Jägers Fluch' den falschen Song ausgewählt. Trotz rhythmischer Abwechslung kann mich der Track nicht in seinen Bann ziehen. 'Dunkle Klänge', der Titeltrack an zweiter Stelle, trifft da eher meinen Geschmack. Mit der dritten Nummer 'In Die Tiefe' hatten mich die Jungs dann am Ende doch noch rumbekommen, um's mal ganz platt zu sagen. Wieso nicht gleich so? Spannende Leads, treibende Drums, abwechslungsreiche Rhythmen. 'Schatten' steigt mit einem fast cleanen Intro ein, der anschließende, galoppierende Rhythmus weiß ebenso zu gefallen. Generell wird das Album von Track zu Track eigentlich stärker, bis es mit 'Als Nichts War' meinen persönlichen Höhepunkt erreicht. Die Band scheint sich von Stück zu Stück mehr zu trauen, andere Wege zu gehen, Neues zu probieren. Dadurch macht dann auch das Zuhören gleich mehr Spaß (... sofern dieser erwünscht ist beim Zuhörer ...). Die 'Blutroten Flammen' kommen mehr tödlich als schwarz daher, das Tempo steigert sich jedenfalls im Vergleich zum Durchschnitt des Albums. Am Ende steht 'Homo Sum Humini' ebenfalls eingeleitet von einer fast cleanen Gitarre, und am Ende mit fast 30 Sekunden Feedback. Auch eine Art, eine Platte zu beenden.

ARS IRAE bringen ihre Kunst des Zorns gekonnt rüber. Mit noch mehr Mut zu Melodien und Aufnahmen, die diese Melodien wirklich unterstützen, könnte sicher noch so mancher Zuhörer auf den Geschmack kommen. Aktuell haben wir aber dennoch ein überdurchschnittliches Album vorliegen aus der Heimat, dem man mal eine Chance geben sollte. Man braucht sich nicht vor dem Begriff "Pagan" fürchten, denn allzu verspielt, oder mittelalterlich klingt die Truppe nicht. Es bezieht sich eher auf die Texte, auch wenn sicherlich das eine oder andere Riff mit dazu beiträgt. Wer Verständnisschwierigkeiten hat, darf sich auf der Homepage der Band oder YouTube ein Lyrics-Video zu dem Song 'Herbst' ansehen.

Gruß Rocko Flanell

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Des Jägers Fluch
02. Dunkle Klänge
03. In Die Tiefe
04. Wieland Der Schmied
05. Schatten
06. Als Nichts War
07. Ein Neuer König
08. Blutrote Flammen
09. Herbst
10. Homo Sum Humani
Band Website: www.arsirae.de
Medium: CD
Spieldauer: 60:58 Minuten
VÖ: 15.05.2015

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