Letzte Reviews





Festival Previews
Prophecy Fest 2022

Festival Reviews 2022
A Chance For Metal Festival 2022

Area 53 Festival 2022

Halestorm - Into The Wild Life

Review von Stormrider vom 18.04.2015 (3231 mal gelesen)
Halestorm - Into The Wild Life "The Strange Case Of..." war 2012 ein ziemlich überraschender Kometeneinschlag, der auf sehr geschickte Art und Weise gefühlvolle Balladen (z.B. 'Break In') mit radiotauglichem, aber sich nicht anbiederndem Alternative Rock mit Ecken und Kanten verband ('Freak Like Me', 'Daughters Of Darkness') und in 'I Miss The Misery' sogar einen veritablen Hit zu bieten hatte, der es seinen, nicht ganz jugendfreien, Lyrics zum Trotz in die Dauerrotation der Rockradios geschafft hat. Zu Recht wurde das Quartett um die Geschwister Lzzy und Arejay mit einem Grammy für 'Love Bites (So Do I)' ausgezeichnet, und die immer wieder beeindruckenden und energiegeladenen Liveshows des Pennsylvania-Vierers taten ein Übriges, um sie zu den großen Hoffnungsträgern der modernen und jungen Rockszene zu erheben.

Nun gibt es mit "Into The Wild Life" den Nachfolger zu besagtem Überfliegeralbum, und wie das eben oft so ist, sind die Erwartungen nach einem Überfliegeralbum entsprechend hoch. Der Einstieg mit 'Scream', 'I Am The Fire' und 'Sick Individual' gelingt auch standesgemäß und die Songs fühlen sich an, wie eine logische Fortführung des Vorgängeralbums. Rockig, mit auf einen großen Refrain hinzusteuernden Strophen und dem leicht kratzigen Organ von Lzzy. Dazu gibt es ganz dezenten Elektroeinschlag und eine moderne Produktion. Alles so wie man es sich von HALESTORM wünscht. Dass sich "Into The Wild Life" am Ende doch so anders anfühlt als der Vorgänger, liegt an den nunmehr überproportional vorhandenen Balladen und einem, nicht zu verhelendem, leichten Countryeinschlag, der dem Album über die gesamte Distanz (auf der Deluxeversion finden sich immerhin satte 15 Songs) doch einiges an Durchschlagskraft nimmt und HALESTORM eher in Richtung PINK! oder ANASTACIA rückt, als in Richtung SISTER SIN oder DORO. Nicht, dass die Balladen wie 'Dear Daughter' oder 'New Modern Love' schlecht wären. Insbesondere erstgenannter Track ist eine sehr gefühlvolle Hommage an die Mutter-Tochter-Beziehung, mit der Aussage sich nicht verbiegen zu lassen, aber der rotzige Charme, den die Band ansonsten immer irgendwie inne hatte, der ist hier komplett weggebügelt. Dazu wird auffallend häufig das gute alte Handclapping bemüht und das in Nashville produzierte Album scheint die dortige Luft direkt eingeatmet zu haben. 'Mayhem' durchbricht den Balladen-Pop-Block in der Albummitte kurzzeitig und lässt den Rockfan direkt wieder die Fäuste recken, und 'Gonna Get Mine' ist mit seinen "NaNaNaNaNa"-Chören ein direkter Querverweis an den umjubelten Vorgänger.

Wie also ist "Into The Wild Life" einzuordnen? HALESTORM hätten es sich einfach machen und "The Strange Case Of..." Part 2 veröffentlichen können, stattdessen haben sie eine Kurskorrektur in Richtung Mainstream vorgenommen und vermehrt auf balladeske Töne und Radiorock ohne Kanten gesetzt. Damit werden sie sich im Rock-/Metalbereich kaum zusätzliche Fans erspielen, aber die Tür zum Mainstream kann mit dem Album und der richtigen Auswahl und Platzierung der Singles garantiert noch einen Hieb weiter aufgeschlagen werden. "Into The Wild Life" ist mitnichten ein schlechtes Album, ein wenig mehr Biss und die Attitüde des Vorgängers fehlt dem Album dennoch. Natürlich bleibt die charismatische Stimme von Lzzy das Merkmal, welches die Band zum Großteil definiert, und wenn denn mal aufs Gaspedal getreten wird, dann ist ein Ausfall wie 'Bad Girls Love' und das mehr als dubiose Ende des Songs auch schnell vergessen. Alles in allem ein Album, von dem ich mir mehr arschtretende Songs erhofft hatte (oder um es mit einem Songtitel des Albums zu sagen: 'I Like It Heavy'!), was der Band aber unter kommerziellen Gesichtspunkten nochmal den nächsten Karriereschritt eröffnen kann. HALESTORM reichen dem Mainstream die Hand - durchgehend solider Radiorock mit einzelnen Qualitätsspitzen würde ich sagen.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Scream
02. I Am The Fire
03. Sick Individual
04. Amen
05. Dear Daughter
06. New Modern Love
07. Mayhem
08. Bad Girl’s World
09. Gonna Get Mine
10. The Reckoning
11. Apocalyptic
12. What Sober Couldn’t Say
13. I Like It Heavy
14. Jump The Gun (nur Deluxe Edition)
15. Unapologetic (nur Deluxe Edition)
Band Website: www.halestormrocks.com
Medium: CD
Spieldauer: 56:54 Minuten
VÖ: 10.04.2015

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

26.05.2022 Back From The Dead(8.5/10) von Damage Case

18.04.2015 Into The Wild Life(7.0/10) von Stormrider

02.05.2012 The Strange Case Of...(10.0/10) von Wulfgar

25.08.2018 Vicious(8.0/10) von Stormrider

Liveberichte

05.11.2013 Wiesbaden (Schlachthof) von Lestat

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!
Banner, 160 x 600, mit Claim