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Oceanwake - Sunless

Review von Zephir vom 01.04.2015 (1694 mal gelesen)
Oceanwake - Sunless Kalt, schwer und sonnenlos: Der moderne Doom-Death der Finnen OCEANWAKE klingt wie das weite, dunkle Meer. Wenig Bewegung, viel schwarze Tiefe, zuweilen leichte Wellen an der Oberfläche oder eine zarte Windbrise. Wie schon das Debütalbum "Kingdom", das die Fünfe 2013 veröffentlichten, ist auch das zweite Werk "Sunless" eine kontraststarke Mischung aus gewaltiger Zähigkeit und zarter Zerbrechlichkeit.

Nur vier Tracks hat das neue Album, aber die haben reichlich Masse. Der Opener 'The Lay Of A Coming Storm' umfasst bereits über 15 Minuten der gesamten Spielzeit und fährt währenddessen alles auf, was OCEANWAKE zu bieten haben: Bleierne Schwere, schleppende Drums, Bässe wie zwanzigtausend Meilen unter dem Meer und Death-verwandte Growls, die singen von "the weight of oceans". Dann: Fast allein in der Sphäre schwebende Gitarre, wie man sie aus dem Post-Metal kennt, und fragiler Cleangesang. Die Musik lebt von Kontrasten, und die haben hier nichts mit Tempo und Dynamik zu tun, denn diese Parameter bleiben durchgängig konstant - das gesamte Konzeptalbum hindurch. Sie entstehen lediglich durch die Instrumentierung, durch das Zurücknehmen von Bass und Drums, und den lyrischeren Einsatz der Gitarre, die sich ansonsten auch gern in einem Soundgewebe aus Dunkelheit versteckt.

Der Übergang zum zweiten Track ist fließend. Allerdings beweist 'Parhelion', die Nebensonne, mehr vorsichtige Experimentierfreudigkeit, die sich in der zweiten Hälfte des Songs zeigt und mit dezentem, aber aufgrund der völligen Fachfremdheit überraschendem Percussion-Einsatz frappiert. Diese werden gespielt von Jonne Järvelä, dem Sänger der finnischen Folk-Metal-Abräumer KORPIKLAANI, der übrigens auch Co-Produzent dieses Albums und zuständig für das Mixing war. 'Avanturine' klingt von seiner musikalischen Seite wie der am positivsten konnotierte Song an: Eine hauptsächlich in Dur gehaltene Komposition mit verträumten Solopassagen für die Gitarre und einer pointierteren Bassführung. Die lyrische Seite schließt aber dort an, wo 'Parhelion' aufhörte: "Dead monuments lie within us", "our eternal grave". 'Ephemeral' scheint die schweren Klangvorhänge erst einmal beiseite schieben zu wollen und startet mit einem fast Industrial-mäßig verzerrten Riffing und moderneren, urbanen Growls, die fast ein bisschen geshoutet klingen. Bereits nach zwei Minuten verfallen OCEANWAKE aber auch hier wieder in den alten Flow, der diejenigen mit Eintönigkeit quält, die keinen Gefallen finden an der monotonen Melancholie dunkler, sonnenloser Meere.

Den einen oder anderen Vergleich mit den finnischen Doom-Death-Kollegen SWALLOW THE SUN müssen sich OCEANWAKE wohl gefallen lassen, nicht nur wegen des metaphorischen Namens. Und natürlich ist auch das Ozean-Motiv schon mehrfach belegt (nicht zuletzt mit dem Nautik Funeral Doom der Heidelberger AHAB). An dieser Stelle sei aber festgestellt, dass dies die Qualität von "Sunless" nicht im Mindesten schmälert, und in Anbetracht der Ton- und Wortgewalt die saubere Produktion loben zu wollen, wäre hier nun wirklich zu kurz gegriffen. In "Sunless" kann man tatsächlich eine knappe Dreiviertelstunde eintauchen und wohlig untergehen.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Lay Of A Coming Storm
02. Parhelion
03. Avanturine
04. Ephemeral
Band Website: www.facebook.com/OceanwakeFi
Medium: CD
Spieldauer: 43:24 Minuten
VÖ: 13.03.2015

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