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Stonem - Wasted

Review von Stormrider vom 19.03.2015 (1625 mal gelesen)
Stonem - Wasted Hält man das Debütalbum der 2013 gegründeten STONEM erstmals in den Händen, wird man doch gleich ganz wuschig. Eine schicke Blondine auf dem Cover, die Songtitel in klassischer MAIDEN-Schrift und wenn man die CD entnimmt prangt in großen, fetten Lettern ROCK 'N ROLL BABY im Crystal Case. Ich gebe es zu, das hat Eindruck geschunden und man legt die CD erwartungsfroh in den Player. Was aber alles so oldschoolig anmutet, ist in Wirklichkeit weit davon entfernt, denn die aus FAREWELL TO ARMS hervorgegangenen STONEM bieten stattdessen Metalcore. Ok, in Zeiten in denen es trendy ist, retro zu sein, muss man schon wieder konstatieren, dass Metalcore fast schon oldschool ist, aber am Ende ist es eben doch eine eher moderne Spielart des Metals.

Was also bietet "Wasted" dem geneigten Hörer? Zunächst einmal wenig Neues, zumindest auf den ersten sieben vertretenen Stücken und wenn man den Metalcore-Baukasten zugrunde legt. Hier gibt es die übliche Vollbedienung aus brachialen Riffs, Double-Bass, keifenden Vocals (erinnern mich irgendwie an Alexi Laiho), noch gutturaleren Growls und Grunts und ab und an ein Break mit cleanem Gesang.

Eins muss man den Bayern lassen, sie wissen was sie tun. Sowohl die Gitarrenarbeit als auch die Drumfiguren sind technisch anspruchsvoll und wissen absolut zu überzeugen, handwerklich ist "Wasted" also absolut nicht viel anzukreiden. Gleiches gilt auch für die Produktion, die im Homestudio entstanden ist und zeigt, dass man auch dort einen amtlichen und drückenden Sound hinbekommen kann. Wer Metalcore auch heute noch gerne hört, der wird sich mit den arschtretenden 'Riot', 'Goin' Down', 'Get Loose' oder 'Wasted' durchaus eine schöne Zeit machen können, wenn auch eine kurze (dazu gleich noch mehr). Dass die Vocals für mich hier viel kaputt machen, anstatt die Songs noch auf ein höheres Level zu heben, ist meiner persönlichen Vorliebe für richtige Gesangsmelodien geschuldet, dürfte Fans des Genres aber eher weniger stören. Sieben Songs lang bekommt man also eine amtliche Vollbedienung.

Nach den sieben Eigenkompositionen kommt leider ein Qualitätsknick - galore! Zunächst bekommt man eine nicht uninteressante, aber im Vergleich zum Original kaum essentielle, Version des 90er-Klassikers 'Freestyler' von BOMFUNK MC. Hier klingen STONEM wie eine härtere Variante von LINKIN PARK. Danach gibt es dann noch zwei Mal richtig Füllmaterial. Die Remixversion von 'Astray' ist so dermaßen weit vom musikalischen Mittelpunkt der Band entfernt, wie man nur entfernt sein kann. Keine Ahnung, wieso man diesen Elektroschrott mit auf den Rundling presst. Mir fällt spontan niemand ein, der Metalcore hört und dem sowas gefallen könnte. Das gehört in die Großraumdisco mit all den aufgestylten Chics und Homeboys, aber doch nicht auf dieses Album, auf dem es die zuvor aufgebaute Energie gnadenlos in den Gully befördert. Zum Abschluss wird dann eine Akustikversion von 'Goin' Down' geboten, diese zeigt zwar, dann man einen an und für sich derben Song auch auf Akustikgitarren spielen kann, aber dass nicht jeder Song für ein solches Arrangement geschrieben ist. Für mich ebenso überflüssig wie der Remix zuvor.

Nimmt man nun also die drei Abschlusssongs von "Wasted" mal aus der Wertung, dann bleiben gerade mal 25 Minuten. Eine gute Spielzeit für eine EP, insbesondere wenn sie durchgehend qualitativ hochwertig ist. So war "Wasted", gemäß Infosheet, konzipiert, und so hätte man es auch belassen sollen. Das gewollte Strecken auf Longplayerniveau (ok, selbst mit den 36 Minuten der zehn Songs ist man von "Long" noch ein paar Minuten entfernt) hat einen schalen Beigeschmack und kostet das Album in der Gesamtwertung einiges an Durchschlagskraft. Da hilft auch die nette Cover-Blondine nichts. Beim Zweitling also einfach ein paar Wochen Songwriting drangehängt und auf solch unnötiges Füllmaterial verzichten, denn nötig haben STONEM solche Ausfälle rein musikalisch definitiv nicht, das haben sie ja zuvor bewiesen.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Riot
02. Astray
03. Goin’ Down
04. Get Loose
05. Wasted
06. Filth
07. Red Light Romance
08. Freestyler (Bomfunk MC-Cover)
09. Astray (Remix)
10. Goin’ Down (Acoustic Version)
Band Website: www.stonem.eu
Medium: CD
Spieldauer: 36:37 Minuten
VÖ: 06.02.2015

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19.03.2015 Wasted(6.0/10) von Stormrider

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