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Omega Crom - Beyond Control

Review von EpicEric vom 26.09.2014 (1846 mal gelesen)
Omega Crom - Beyond Control Es ist noch nicht einmal Oktober und ich bin mir sicher, das ambivalenteste Album des Jahres vor mir liegen zu haben. OMEGA CROM treiben sich schon über eine Dekade in der Vancouverer Szene herum und mit "Beyond Control" gibt es Album Nummer zwei, und ihr fragt euch vielleicht, warum es dazu keine Wertung gibt.

Seit der Tausenderzeiger bei der Jahresuhr auf die große Zwei gesprungen ist, hatte so ziemlich jedes Subgenre des Metal seine kleine Renaissance. In den vierzehn Jahren seither ist aber auch bei weitem genug Zeit vergangen, um alles wieder abgedroschen schmecken zu lassen und Power Metal europäischer Prägung ist so weit von einer Ausnahme davon entfernt, wie die Menschheit von gutklassigem Kakao aus der Flasche. Und gerade, wenn man die drölftausendste "Keeper Of The Emerald Sword In Middle Earth"-Tributplatte frustriert in die Ecke geschmissen hat, kommt einem sowas völlig verqueres wie dieses Album hier vor die Flinte, und - ich sage es frei heraus - Power Metal mit Modern Thrash.

Aua! Ich beiße mir schmerzhaft auf die Unterlippe. 'Sundering Blades' beginnt mit trockenem Ami-Riffing, ein spitzer Schrei dominiert für einige Takte das Geschehen, ein Solo - dann eine Strophe, die mit genau einer dieser Sachen was zu tun hat, der Gesang erklingt in prächtig-gutturaler New Wave of American Metal-Manier und reminisziert an einen ganzen Pantheon an Bands, die ich persönlich schlicht furchtbar finde, obwohl ich an Geknüppel und Death Metal an sich nichts Schlimmes finde. Das Unbehagen ob dieser groben Darbietung weicht Unbehagen ob der schieren Genialität, mit der sie sich vermischt, als der Chorus eingeleitet wird und auch der Rest des Songs größtenteils frei von solchen Ausbrüchen bleibt. Leadtechnisch wird ein breites Feld beackert und vom stumpfen 08/15-Riff bishin zum krassen Gegenteil ist alles dabei. Ein Trademark, das sich auch lobend für das ganze Album hervorheben lässt, zumal hier nahezu durchweg mit regelrechter Virtuosität brilliert wird. 'Sundering Blades', um es kurz zu machen, kriegt vollends die Kurve und ist ein überraschend guter, abwechslungsreicher Song.

Bei 'Power Soul' besteht kein Zweifel mehr daran, dass das hier eines der eindrucksvollsten Stücke Euro-Power Metal ist, das die letzten Jahre hervorgebracht haben. Laut Booklet ist irgendwo eine Gastsängerin am Start und es ist schwer zu sagen, ob das schon bei dem Song der Fall ist. Teilweise werden die Vocals in enorme Höhen gelayert und man ist sich nicht so ganz sicher, insbesondere nach dem Eindruck, den spätere Songs hinterlassen. Demzufolge ist die Sirene, die hier am Werk ist, nämlich kein TARJA-Klon, sondern eine ganz passable Power-Röhre. Dazu aber später mehr, diesem göttlichen Chorus hier nämlich nicht mehr als einen Nebensatz zu widmen, wäre ein Verbrechen. So ein Ding, das sich über Tage im Kopf festsetzt und nach dem 20. Durchlauf noch Bock auf mehr macht, hatte ich ewig nicht mehr. Auch hier dazwischen wieder ehrfurchtgebietende Show-offs von allen Saiten und dann dieses Outro! Der Umschwung von melodischer Uptempohymne zu einer Unterklasse-Bolzorgie, wie sie normalerweise nur von Bands fabriziert wird, deren Namen aus wesentlich mehr Wörtern bestehen, kostet den Song nicht nur wegen des krassen, unpassenden Umschwunges das 10/10-Siegel. Dennoch; GÖTTLICHER Chorus!

'Unwanted Hell' ist ein flacher 2D-Song zwischen Ballade und dem, mit dem bei 'Power Soul' aufgehört wurde. An sich passiert nun eine Weile nicht viel Erwähnenswertes - viele gute Riffs, der Gesang ist wirklich gut, bei der Geschwindigkeit der Drums wird einem oft mal schwindelig und allgemein gewöhnt sich das Gehör hier viel zu schnell an ein Maß an Qualität, wie es sich 95% der rezenten Bands wünschen würden. Da haben wir die zweite Hälfte von 'Chaos Theory', gewagte Songlängen, die keine Langeweile aufkommen lassen, aber auch Verzichtbares wie 'Infiltrate The System'.
Erst zum Schluß ist mit 'Land Of Never Was' noch ein richtiger Brecher vorhanden. Makellos in gesanglicher und instrumentaler Darbietung, tolle Soli, wieder ein Chorus zum Niederknien und dieses Mal frei von allen Ausbrüchen in musikalische Gefilde, zu denen der Kontrast zu krass ist, als dass es sich gut anhören würde.

Wirklich anstrengend, wie der Hörer hier mit eklatanten Brüchen zugeschmissen wird. Aber je öfter "Beyond Control" läuft (und es motiviert wirklich zu zahllosen Durchläufen!), desto weniger störe ich mich daran. Die Momente herausragender Qualität verlieren hingegen nichts von ihrem Zauber, einer konkreten Wertung in Zahlen entzieht sich das Album jedoch weiterhin völlig.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Sundering Blades
02. Power Soul
03. Unwanted Hell
04. Chaos Theory
05. Infiltrate The System
06. Blood Red Moon
07. Halteres Illusions Of Reality
08. Of Past And Present
09. Brains All Over The Floor
10. Land Of Never Was
Band Website: www.omegacrom.com
Medium: CD
Spieldauer: 60 Minuten
VÖ: 08.08.2014

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26.09.2014 Beyond Controlvon EpicEric

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