Pigmy Love Circus - The Power Of Beef

Review von Opa Steve vom 23.10.2004 (4446 mal gelesen)
Pigmy Love Circus - The Power Of Beef Pigmy Love Circus, die bereits seit 1987 existieren, schaffen es mit stoischer Gelassenheit, von der jeweils aktuellen Medienpräsenz verschont zu bleiben. Dies liegt nicht nur an der Underground-Einstellung der Band, sondern auch an dem zeitlosen und unbequemen Musikstil, den dieser Zirkus pflegt. Garagenrock ohne Alterserscheinungen wird geboten, gehüllt in ein Produktionsgewand, welches einem keine Einblicke in die zuzuordnende musikalische Ära gewährt.

Es gibt Bands, die das richtig gut durchziehen. Garage, Glaubwürdigkeit, und trotzdem fernab aller Hypes gute Werke zu schreiben. Es sei mir gestattet vorwegzunehmen, dass ich den Liebeszirkus nicht dazu zähle. Der musikalische Adrenalinfaktor bewegt sich bei Null - und nicht nur, dass ich sie jetzt abstrafen will, weil sie eigentlich gar keinen Metal spielen. Ja, sie haben streckenweise etwas Groove, aber die gesamte Darbietung ist so "brav" und oberflächlich, dass ich beim besten Willen kein Spasspotential erkennen kann. "Drug run to Fontana", "Bone Orchard", "12 Gauge Kiss" sind z.B. gepflegte Langeweile. "Murdered" klingt dagegen, als würde eine HC-Combo versuchen, Hardrock zu spielen. "Highway man" ist stinknormaler Bluesrock auf dem Niveau, wie er in irgendwelchen verrauchten Kneipen von Amateurcombos geboten wird.

Wenn man sie in ihrer Entspanntheit mal genießen kann, dann zu raren Momenten, wo sie mal richtig Coolness rauskehren. "Swamp Creature" hat einige dieser Momente und schwankt zwischen Cowboy-Rock und Stoner-Mucke. Einige sehr schläfrige, aber wüstenheiße Hooklines werden hier geboten. "Pistolero Sleep" hat zwar einige nette alte Hardrock-Riffs der 70er, aber die Strophe erinnert eher an eine Möchtegern-Hüpfcore-Kapelle mit zu schwachen Verzerrern. Das kurze und flotte "Bad Luck" geht ganz gut ab und trägt mit zur knappen Punkterettung dieses Reviews bei. "Headless Horseman" kommt augenzwinkernd rüber und wäre prädestiniert für eine geile Live-Darbietung. "Madhouse Clown" beendet das nicht gerade rühmliche Album dann noch mit einigen gefälligen Breaks und einem herrlichen folkloristischen Säuferchor.

Mir fällt es schwer, viel Gutes an diesem Release zu lassen. Zwischen Blues- und Hardrock und mordernen Brüll-Anleihen regiert weitestgehend Langeweile und stilistische Harmlosigkeit. Da hilft auch das ständige Namedropping im Infoblatt nicht weiter, denn selbst wenn Danny Carey von Tool dort mitspielt, wird die Mucke nicht besser. Mit Tool hat das jedenfalls überhaupt nichts zu tun (und ich liebe Tool!). Auch ansonsten scheint die Info mit Aussagen wie "...gigantische Grooves, gepaart mit ungebremster Aggression..." von einer anderen Band zu sprechen. Pigmy Love Circus sind soft, total unaggressiv, und der gigantische "Groove" verleitet vielleicht noch meine Oma zum Mitwippen, aber der Zielgruppe dürfte er eher ein Gähnen hervorlocken.

Gesamtwertung: 4.0 Punkte
blood blood blood blood dry dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
Livin' like shit
Drug run to Fontana
Swamp creature
Bone Orchard
Pistelero sleep
Bad luck
Murdered
Highway man
Headless Horseman
12 gauge kiss
Madhouse clown
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:26 Minuten
VÖ: 18.10.2004

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