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Kee Marcello - Judas Kiss

Review von Wulfgar vom 12.04.2013 (3408 mal gelesen)
Kee Marcello - Judas Kiss KEE MARCELLO ist den meisten wohl am ehesten als Saitenhexer der Oberposer EUROPE ein Begriff. Hier soll jedoch von seinem inzwischen schon 4. Soloalbum die Rede sein. Selbiges firmiert unter dem Titel "Judas Kiss" und bietet ordentlich gitarrenorientierten Modern-Rock. Zu vergleichen ist es stilistisch mit SIXX A.M., dem Sideprojekt von Nikki Sixx. Eine bemerkenswerte Koinzidenz der zeitgenössischen Solokunst. Sind es doch immerhin beides Soloprojekte von Musikern mehr oder weniger weltbekannter Bands, die Zeit ihres Bestehens im Zweifelsfall lieber zu viel als zu wenig Haarspray verwendet haben.

Normalerweise sind Soloprojekte von Gitarristen relativ eindeutig an den verspielten Spuren derselben zu erkennen. "Judas Kiss" bildet da keine Ausnahme. Die Riffs sind zwar eingängig, aber vielleicht doch etwas zahlreicher und verschachtelter als bei anderen Bands. Spätestens, wenn eines der ausgedehnten Soli dran ist, sind sämtliche Bedenken vom Tisch. Gefrickel was das Zeug hält, versehen mit den unterschiedlichsten technischen Spielereien (die zu beschreiben mir einfach die Expertise fehlt). Aber sämtlichen Soli ist gemeinsam, dass sie wirklich fantastisch abgestimmt sind und die Stimmung der verschiedenen Songs hervorragend unterstützen. Dankenswerterweise hört man von den EUROPE-Wurzeln so gut wie gar nichts auf dem Album. Das Haarspray bleibt also in der Dose. Die modernen Kompositionen gehen meist gut vorwärts, abgesehen von ein paar ruhigeren Songs, was aber auch niemand ernstlich erstaunen sollte. Zudem sollte noch die beachtliche Gesangsleistung erwähnt werden, die der alte Schwede hier gestemmt hat. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dass seine Stärke eigentlich ganz woanders liegt. Die leicht rauchige Stimme passt richtig gut zum Rest der Musik, erinnert aber manchmal ein bisschen an Bono (besonders bei 'Dead Give Away'). Dessen ungeachtet zieht er den Rocksänger aber konsequent durch und erlaubt sich keine Unsicherheiten.

Insgesamt ein Album, das der ambitionierte Rocksammler sicher gut gebrauchen könnte. Die rundweg gute Leistung lässt kaum Raum für Meckereien und wenn, sind sie wohl eher geschmacklicher Natur. Ist es ein gelungenes Album, das man sich guten Wissens besorgen kann? Sicherlich! Ist es eine Scheibe der Marke: "Oh mein Gott, ohne die kann ich keinesfalls überleben"? Wohl eher nicht. Aber die Scheibe hinterlässt mich mit dem guten Gefühl, meine Zeit nicht mit austauschbarem Müll verschwendet zu haben. So, ich bin raus für heute, skål, euer Wulfgar.


Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Zombie
02. Dog Eat Dog
03. Starless Sky
04. I'm Stoned
05. Dead ENd Highway
06. Judas Kiss
07. And Forever More
08. Coming Home
09. Get On Top
10. The Harder They Come
11. Dead Give Away
12. Love Will Tear Me Apart
13. Metal Bow
Band Website: www.keemarcello.com/
Medium: CD
Spieldauer: 58:42 Minuten
VÖ: 05.04.2013

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