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Long Distance Calling - The Flood Inside

Review von Hirsch666 vom 29.03.2013 (1820 mal gelesen)
Long Distance Calling - The Flood Inside Ein bisschen ist es wie mit der eigenen Freundin. Da hat man sie jahrelang lieb gewonnen, ist rundum zufrieden mit ihr und dann kommt sie vom Friseur zurück und hat eine neue Frisur. Im schlechtesten Fall hat sie sich ihre wunderschönen, langen Haare abschneiden lassen und als Höchststrafe vorne noch ein lila Strähnchen reinmachen lassen. Na ja, ganz so dramatisch sind die Veränderungen im Hause LONG DISTANCE CALLING nicht. Jedoch habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich gehört habe, dass die Jungs ab jetzt mit einem etatmäßigen Sänger - nämlich mit Martin "Marsen" Fischer (Ex-FEAR MY THOUGHTS) - an den Start gehen. Vorbei schienen die Zeiten, in denen man sich vor den Plattenspieler hockte, ein leckeres Fläschchen Wein öffnete und den zeitlosen Melodien und Grooves lauschte, die einen einfach mal aus dem fiesen Arbeitsalltag rissen und einen in die Welt der Entspannung entführten. Für mich persönlich war es gerade das Nichtvorhandensein des Sängers, wodurch sich LONG DISTANCE CALLING von allen anderen abhoben.

Aber genug der Trauer. Denn bei einem genaueren Blick auf "The Flood Inside", dem mittlerweile vierten Album der Münsteraner, merkt man schnell, dass es dem Hörer auch diesmal an nichts fehlt. Ruhige Parts, gepaart mit fetten Groove-Gitarren, leichte Synthie-Einsätze und Melodien, die absolut zum Wegdriften einladen ... es ist alles da, was LONG DISTANCE CALLING auf ihren letzen Alben so auszeichnete. Und auch die Vocals fügen sich wirklich gut in das Gesamtbild des Albums ein. Denn es wird hier weder gebrüllt noch belanglos geblubbert. Der Gesang passt zu LONG DISTANCE CALLING wie ein Instrument, das bislang einfach fehlte. Hervorragend gemacht und ein wirklich gutes, gefühlvolles Händchen bewiesen.

Auch der gute alte Brauch, Gastmusiker einzuladen, wurde weitergepflegt. Dieses Mal schafften es LONG DISTANCE CALLING, ANATHEMA-Kopf Vincent Cavanagh, die deutsche Blues-Hoffnung Henrik Freischlader und den JAHCOOZI-Mastermind Robot Koch, der von seinen Kooperationen mit Casper, Max Mutzke oder Marteria bekannt ist, ins Boot zu holen. Ferner gibt es den norwegischen Singer/Songwriter Petter Carlsen, den Tuneverse-Mitbegründer Alex Komlew und Mario Cullmann, einst als DJ Coolman bei FÜNF STERNE DELUXE aktiv, auf "The Flood Inside" zu hören.

Fazit: Ich war mit den letzten Alben von LONG DISTANCE CALLING wirklich sehr glücklich. "The Flood Inside" ist definitiv anders, nicht nur wegen der Vocals, sondern auch musikalisch. Nennt man es Reife? Ist es tiefgehender? Ist es anspruchsvoller? Oder doch eher gemäßigt, um Luft für den Gesang zu lassen? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es anders. Ob das den Fans von LONG DISTANCE CALLING zusagt, steht auf einem anderen Blatt. Wer in der Lage ist, sich unbefangen diesem Album hinzugeben, der kann möglicherweise für sich eine musikalische Oase entdecken. Ich muss gestehen, nach ein paar Durchläufen bin ich mit meiner Freundin wieder vollends zufrieden ... selbst mit lila Strähne. Wenn ich aber wählen dürfte, dann würde ich ohne zu zögern das vorherige Aussehen wieder herbei zaubern.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Nucleus
02. Inside The Flood
03. Ductus
04. Tell The End
05. Welcome Change
06. Waves
07. The Man Within
08. Breaker
Band Website: www.myspace.com/longdistancecalling
Medium: CD
Spieldauer: 55:25 Minuten
VÖ: 01.03.2013

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