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Black 'N Blue - Hell Yeah!

Review von Elvis vom 17.05.2011 (3053 mal gelesen)
Black 'N Blue - Hell Yeah! BLACK N' BLUE waren zu Beginn der 80er Jahre das musikalische Baby von Sänger Jaime St. James und einem gewissen Tommy Thayer aus Portland, Oregon. Die Beiden und ihre drei Mitstreiter spielten typischen melodischen Hard Rock mit poppigen Anleihen und hatten durchaus das Potential, das "Next Big Thing" zu werden. Spätestens nach dem Umzug der Band nach Los Angeles erspielte man sich zwar eine treue Fanbasis und schaffte es Mitte der 80er sogar bis ins Vorprogramm der damals unmaskierten KISS, doch der große Durchbruch blieb leider aus. Dabei hatten BLACK N' BLUE mit 'Hold On To 18' vom Debütalbum durchaus so etwas wie einen kleineren Hit anzubieten. Gene Simmons war offenbar auch vom Potential der Band überzeugt, denn er produzierte sogar das "In Heat"-Album. Doch letztlich kam die Band über den Insider-Status und immerhin ca. 1 Million verkaufte Alben nicht hinaus, weswegen Ende der 80er die Auflösung folgte. Die ehemaligen Mitglieder widmeten sich nun anderen musikalischen Projekten. Tommy Thayer hinterließ offenbar einen bleibenden Eindruck beim "Demon", denn er blieb neben seinen sonstigen musikalischen Engagements fortan im Dunstkreis von KISS und kassierte sogar Songwriting-Credits. Nach einer einmaligen Reunion im Jahre 1997 - die grausame Welt war mittlerweile der Rockmusik wieder freundlicher gesonnen - kam es 2003 zu einer richtigen Reunion und den Planungen für ein neues Album namens "Hell Yeah!", die jedoch jäh unterbrochen wurden, als Sänger St. James lieber den Mikrojob von Jani Lane bei WARRANT übernahm. Tommy Thayer war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Teil der Band, da er ebenfalls ein anderweitiges Engagement gefunden hatte: nach Jahren als "Mädchen für alles" bei KISS, in denen er u.a. sogar Ace Frehley seine Gitarrenparts für die Reunion der Originalmitglieder wieder beigebracht hatte, übernahm er nach dessen Ausstieg ab 2003 die eher undankbare Aufgabe, hochoffiziell in dessen übergroße Fußstapfen zu treten und seitdem den Spaceman bei der heißesten Band der Welt zu mimen. Seitdem steht der Ärmste im Kreuzfeuer der fanatischen KISS Army, denn letztlich kann man in der Rolle und dem Make-Up einer Legende nur verlieren, egal wie gut man seinen Job macht.

Doch genug des historischen Geschwafels mit unwesentlichem Bezug zu KISS, denn 2011 sind BLACK N' BLUE jetzt endgültig zurück, nachdem Mr. St. James bei WARRANT wieder ausgestiegen ist. "Hell Yeah!" ist daher nach langer Planung endlich Realität geworden, und die etwas gereiften Herren haben vor, damit noch mal so richtig anzugreifen. Dabei verlassen sie sich auf die bewährte Formel, die ihnen immerhin die Achtungserfolge in der guten alten Zeit eingebracht hat. Deswegen biedern St. James und Co. sich auch im neuen Jahrtausend gar nicht erst an moderne Trends an, sondern spielen weiterhin einen 80er-lastigen Pop-Metal, der sich gewaschen hat. Tiefsinnige Messages darf und muss man daher nicht erwarten, belohnt wird man dafür mit knackigen, satt produzierten Songs, die einfach drauf los rocken. "Hell Yeah!" ist daher ein Plädoyer der Party für spaßorientierte Fans der goldenen Zeiten des Pop-Metal geworden - verkrampfte Zeitgenossen sind hier schlichtweg fehl am Platz. Bis auf zwei kleine Intermezzi zwischendrin und die schräge Abschlussnummer als Tribut oder Parodie auf Astrophysiker Stephen Hawking wird hier einfach nur elf tolle Songs lang gerockt. Mr. Hawking fände das vermutlich banal und stumpf, doch der ist ja - wie oben schon erwähnt - wohl nicht die Zielgruppe. Wer früher schon auf BLACK N' BLUE stand, wird daher auch 2011 gleich merken, bei der Band zuhause zu sein. Angenehmerweise klingt "Hell Yeah!" nicht gezwungen oder aufgesetzt, sondern kommt ehrlich, locker und entspannt rüber. Man merkt auch nahezu jederzeit, dass St. James und seine verbliebenen Getreuen bei allem deutlich auf das Livepotential der Scheibe geschielt haben, denn der komplette Stoff schreit an sich danach, live vor großem Publikum performt zu werden und dürfte dabei nochmals ein paar Schippen drauflegen. Zu plump und flach wird's zum Glück jedoch nie, so dass man hier vielleicht den Vergleich zu einem musikalischen Whopper ziehen könnte: sicher kulinarisch nicht das Maß aller Dinge, aber ab und an einfach immer wieder ein leckerer Genuß. Wenn man sich schon so lange Zeit lässt, um zurückzukehren, darf man es auch gerne so wie BLACK N' BLUE hier machen und auf Ausschussware verzichten. Die drei Kurzeinlagen hätten zwar meines Erachtens nicht sein müssen, aber offenbar hatten die Jungs dabei ihren Spaß, den wir ihnen redlich gönnen wollen.

"Hell Yeah!" ist somit ein Schlachtruf für die Rückkehr der unbeschwerten Rockmusik der 80er Jahre geworden, und BLACK N' BLUE tragen ihr Banner hier zurecht stolz und mit einem Ausrufezeichen versehen vor sich her. Eine ausgesprochen launige, kurzweilige LP-Länge kann man hier mal den Alltag vergessen und die Faust in die Luft schleudern - ein erstklassiges Comeback-Album, das hoffentlich nur den Neuanfang für die Amerikaner darstellt.

Anspieltipps: alles bis auf die Zwischenstücke

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Monkey (3:54)
02. Target (4:21)
03. Hail Hail (5:32)
04. Fools Bleed (4:45)
05. C'mon (2:38)
06. Jaime's Got The Beer (0:54)
07. Angry Drunk Son Of A Bitch (3:27)
08. So Long (3:53)
09. Trippin' 45 (0:47)
10. Falling Down (4:43)
11. Candy (4:23)
12. Hell Yeah! (3:58)
13. World Goes Round (4:32)
14. A Tribute To Hawking (1:20)
Band Website: www.jaimestjames.com/bnb.html
Medium: CD
Spieldauer: 48:58 Minuten
VÖ: 13.05.2011

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17.05.2011 Hell Yeah!(9.0/10) von Elvis

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