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Stratovarius - Elysium

Review von Stradivari vom 06.01.2011 (5387 mal gelesen)
Stratovarius - Elysium Junge, Junge, den finnischen Sympathen klebt das Pech aber so richtig an den Cowboystiefeln. Nachdem die Band viele Jahre sukzessive die Erfolgsleiter hinauf geklettert war, kollabierte 2005 zunächst ihr damaliges Label Sanctuary und STRATOVARIUS konnten sich lediglich durch Liveaktivitäten mehr schlecht als recht wirtschaftlich über Wasser halten. Dieser Super-Gau zog schlussendlich noch einen nervenaufreibenden Prozess und letztlich auch die psychische Erkrankung von Gitarrist und Mastermind Timo Tolkki nach sich. Durch gerichtliche Einigung und den Ausstieg von Tolkki sammelte die Gruppe neue Energie und brachte 2008 das Album "Polaris" auf den Markt, welches quasi den Beginn von STRATOVARIUS Mark II signalisierte.

Die Band bewegte sich nun wieder im ruhigeren Gewässern und das neue Album "Elysium" sollte den stetigen Aufwärtstrend fortsetzen. Während einer Routineuntersuchung wurde jedoch bei Drummer Jörg Michael Schilddrüsenkrebs diagnostiziert und er musste sich einer sofortigen Operation unterziehen. Laut Aussage der Plattenfirma ist diese Operation glücklicherweise sehr gut verlaufen und die Genesung macht große Fortschritte. So können sich Band, Fans und Journalisten mittlerweile wieder deutlich entspannter der neuen Scheibe widmen.

Eines vorweg, "Elysium" ist exakt das erwartete Album geworden. Kein STRATOVARIUS-Liebhaber wird enttäuscht sein, im Gegenteil. Alles klingt wie gehabt, nur noch besser. Mit einer Ausnahme, dazu jedoch später. Der Silberling hat eine überraschend positive Ausstrahlung und bietet pedal-to-the-metal Doppelbass-Attacken (´Under Flaming Skies´, ´The Game Never Ends´, ´Event Horizon´), einen poppigen Midtempo-Song (´Darkest Hour´), getragenes, atmosphärisches Material (´Infernal Maze´, ´Fairness Justified´,´Move The Mountain´), groovenden Hardrock (´Lifetime In A Moment´) und zum krönenden Abschluss den epischen Titeltrack ´Elysium´. Das 18-minütige Songmonster, bestehend aus drei Teilen, ist einer der ganz magischen Momente in der langen STRATOVARIUS-Historie. Was besonders auffällt, ist das demokratische Songwriting, welches "Elysium" sehr bunt und abwechslungsreich klingen lässt. Sehr wohltuend nach den zwar hervorragenden, aber andererseits äußerst eindimensionalen Outputs der egomanischen Tolkki-Ära. Außerdem zeigt sich Frontmann Timo Kotipelto wie von einer schweren Last befreit und präsentiert seine emotionale, variable Seite. Gerade in mittleren Tonlagen kommt seine warme Stimme erst richtig zur Geltung. Welch Verschwendung waren in dieser Hinsicht die erzwungenen Hochfrequenz-Orgien früherer Aufnahmen. Dominiert wird nahezu jeder Track auf "Elysium" von Keyboarder Jens Johansson. Der begnadete Tastendrücker erzeugt mit seinen Sounds facettenreiche Klangteppiche und liefert sich spannende Solo-Duelle mit der Sechssaitigen. Am Rande mal eine Anmerkung für Hobby-Keyboarder: Ich durfte STRATOVARIUS im Proberaum besuchen und Johansson spielte stets einhändig und blind, da er sich intensivst regem SMS-Verkehr widmete...

Bevor das Resümee ansteht, gibt es noch die oben erwähnte Ausnahme anzusprechen. Produziert wurde die CD von Gitarrist Matias Kupiainen. Nochmal, vom Gitarristen der Band produziert. Warum zum Teufel gibt es keine "echte" Rhythmusgitarrenspur? Bei den Leads von Kupiainen sackt der Gesamtsound bei weilen in sich zusammen. Kaum zu glauben, aber die Gitarre ist auf diesem Album reichlich unterrepräsentiert. Streckenweise zu dezent oder beziehungsweise gar nicht vorhanden. Mensch, das ist Metal!

Trotzdem, für mich ist "Elysium" die überzeugenste Platte der Finnen seit "Infinite" anno 2000. Und die vorab veröffentlichte Single ´Darkest Hour´ der beste Song der Band nach ´Hunting High And Low´. Ergo beide Daumen hoch und die fehlende Klampfe per Luftgitarre selbst einspielen. Viel Spaß!




Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
1.) Darkest Hours 4:11
2.) Under Flaming Skies 3:52
3.) Infernal Maze 5:33
4.) Fairness Justified 4:21
5.) The Game Never Ends 3:54
6.) Lifetime In A Moment 6:39
7.) Move The Mountain 5:34
8.) Event Horizon 4:24
9.) Elysium 18:07
Band Website: www.stratovarius.com
Medium: CD
Spieldauer: 56:32 Minuten
VÖ: 14.01.2011

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Siehst du das alles heute (mit Abstand) immer noch so??
(23.06.2012 von Jukebox)

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