TBC - 28 Days

Review von Kex vom 13.09.2010 (4487 mal gelesen)
TBC - 28  Days TBC? "28 Days"? Erste Assoziation meinerseits war: Die Band ist Fan der Filme 28 Days/Weeks Later und benennt sich deshalb nach der Abkürzung für Tuberkulose. Weit gefehlt. TBC steht für "to be continued". Streckenweise empfand ich diese Abkürzung tatsächlich als Drohung. Es sei festgehalten, dass die Dame und vier Herren keine unbeschriebenen Blätter sind, lediglich die Zusammenstellung der Musiker ist neu.

Genau hier setzt die Grundkritik an "28 Days" an. Haben die nie ein Tonstudio vollständig von innen gesehen oder sich mal über das Niveau einer drittklassigen Lokalband hinausbewegt? Wer den Eingangs- und zugleich Titelsong des Albums '28 Days' zum ersten Mal hört, weiß, was ich meine. Die Gitarrenriffs preschen unglaublich ordinär vor, während sich nach den ersten zwei Takten auf Grund der simplen Zusammenstellung unglaubliche Langeweile einstellt. Löblich, dass Gitarrist Rudi alle Gitarren selbst eingespielt hat, Ergebnis des ganzen sind aber mehrere Linien, die sich nicht ergänzen sondern gegenseitig abschwächen. Insgesamt macht es sich auch nicht so gut, wenn man Textlücken durch geistloses "wooohoow" oder "heyhey!" auffüllt. Mit viel Wohlwollen interpretiert der ein oder andere "Hymnencharakter" in diese Auswüchse der Einfallslosigkeit – meine Welt ist das nicht, ich erwarte mehr! Glücklicherweise besitzt "28 Days" noch 10 weitere Songs, welche zumindest, wenn auch nicht ganz ausgereift, Potential besitzen. Da wäre einmal 'Angelo Del Buio' zu nennen, bei dem Sängerin Natascha wie auch ihr Gesangspartner Steve die volle Bandbreite ihrer Stimmen zeigen. Das hätte auf dem gesamten Album ruhig häufiger geschehen können. Interessant an diesem Stück auch der Wechsel zwischen klavierartiger Keyboarduntermalung und Gitarrenbegleitung. Mit 'Last Supper' zeigen TBC dann doch etwas Einfallsreichtum – schönes Instrumental und ebenso gute Überleitung zum Intro von 'Piss on my Head', abgesehen von der angenehmen Gitarrenlinie zu Beginn ein eher schwacher Song. Stärker kommt da die Ballade 'Lake of Sorrow' mit einer Basslinie, die ich in so manch anderem Song auch gerne gehört hätte. Abschließend sei noch 'Schützengraben' genannt, ein Song, der im Stile Neuer Deutscher Härte mit deutschem Text daherkommt, meines Erachtens nach eine Stärke der Band, die diese häufiger ausspielen sollte. Nicht unterschlagen werden soll zum Abschluss 'Revolution' - derjenige Song, welcher am meisten fetzt. Mit flotten Flöten, starken Gitarren sowie starkem Bass zeigen TBC wofür sie stehen: thrashige Rockgitarren treffen auf vom Gothic beflügelte Keyboards und klassischen Gesang, der sich nicht schämt, ab und an in räudige Gefilde hinabzusteigen.

Insgesamt ist "28 Days" ein sehr abwechslungsreiches Album, das einerseits Kreativität, wie auch das Potential zu guten Songs beweist. Ärgerlich nur, dass viele Lieder mehr wie ungeschliffene Rohdiamanten wirken, da geht sicherlich mehr! Vielleicht mit Hilfe eines zweiten Gitarristen? Definitiv gearbeitet werdenn muss noch an der Mischung der Gesangsduette - oder an der Abstimmung beider Sänger aufeinander, das klang doch manchmal arg schräg. Fragwürdig ist auch, ob ein Prollsong wie 'The Story of Fucking Pure Metal' das letzte sein sollte, was sich der geneigte Hörer einprägt.

Anspieltipps: 'The Last Supper', 'Revolution'

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. 28 Days
02. Fire, Wind, Steel
03. Endless War
04. Angelo del buio
05. Last Supper
06. Piss on my Head
07. Lake of Sorrow
08. The Jäger's Return
09. Schützengraben
10. Revolution
11. The Story of Fucking Pure Metal
Band Website: www.tbc.cc
Medium: CD
Spieldauer: 50:50 Minuten
VÖ: 13.08.2010

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