COR - Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere

Review von Kex vom 29.03.2009 (4678 mal gelesen)
COR - Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere Seit dem Frühjahr 2002 werfen COR unter dem Slogan "Trashrock for life" Album um Album auf den Markt und haben nach eigenen Worten mit "Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" ihr bisher bestes Stück veröffentlicht. Das Rügener Quartett hat den Mund, so viel sei gesagt, definitiv nicht zu voll genommen, was ihr aktuellstes Werk angeht. Den Hörer erwartet hochkarätiger, intelligenter Punkrock mit Core-Elementen.

Musikalisch bewegen sich die vier Herren zwischen Hamburger Schule Richtung SLIME und DRITTE WAHL, während inhaltlich Berliner Autonomie á la TOD UND MORDSCHLAG Programm ist ('In Beton'). Der Sound ist laut, die Riffs knackig, der Schlagzeuger ruft den Pogo aus und der Bass verleiht jedem der Songs seine individuelle Färbung. "Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" fährt alles auf; Gesellschaftskritik, die einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, wie in 'Ein ganz normaler Tag' oder jagt einen kalte Schauer über den Rücken, vor allem während des Refrains von 'Engel'. Neben Bitterkeit und Wut laden Stücke wie 'Das Tier' oder 'DIY' zum hemmungslosen Pogo ein, letzteres erinnerte mich besonders an die Altmeister von SLIME. Eine Symbiose aus Spaß und Sentimentalität ist dem Quartett ebenfalls gelungen, in guter 'Klabautermann' -Manier, frei nach C.I.A. besingen sie die Freiheit und ihre Tücken, mit ihrer 'Zugabe' wiederum huldigen sie dem Vinyl.
Im Prinzip ist für jeden was dabei, egal aus welcher Szene des Punks. Und das eigentlich Beeindruckende ist, dass COR bei allen Ähnlichkeiten schlicht wie sie selbst klingen!

Fazit: Eine musikalische Bandbreite wie diese ist mir selten untergekommen. Neben Core, Hamburger Schule und klassischem Punkrock finden sich auch einige Ska-Elemente gleichwie emotionale Parts, die aber nicht auf die Heulschiene abdriften. Für den eingefleischten Metaller ist diese Platte wohl eher nichts, der ein oder andere Anhänger des Metalcore, der bereit ist über den Tellerrand zu blicken, sollte durchaus mal ein Ohr riskieren. Eine Platte für alle Punks, solche die es mal waren und auch für die, die es schon seit Ewigkeiten sind. Für mich eine 9.0, da abe genrefremd ohne Wertung.

Anspieltips: 'In Beton', 'Engel', 'Geld'


- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. AntiPop
02. D.I.Y.
03. Echo
04. Das Trier
05. Traskrock Terror
06. Ein ganz normaler Tag
07. Geld
08. Engel
09. Sünde
10. Gott
11. Freiheit
12. In Beton
13. Geräusch
14. Zugabe
Band Website: www.myspace.com/ruegencore
Medium: CD
Spieldauer: 49:04 Minuten
VÖ: 06.03.2009

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