Amon Amarth - The Allfather Awakens

Review von Eddieson vom 01.10.2026 (524 mal gelesen)
Amon Amarth - The Allfather Awakens Da ist es also, das neue Album der schwedischen Wikinger. Vier Jahre nach "The Great Heathen Army" melden sich AMON AMARTH mit neuer Musik zurück. Für viele wird dieses Release wohl ein absolutes Jahreshighlight sein, was durchaus verständlich ist. Ein paar Eindrücke konnte man in den letzten Monaten schon machen, da es ja mit 'We Rule The Waves', 'Upphaf' und 'Eight Legs Of Thunder' genug Auskopplungen gab. Da kann man sich schon mal ein Bild von der aktuellen Ausrichtung von AMON AMARTH machen. Warum auch immer werden AMON AMARTH von vielen mittlerweile auf ihre Schunkel-Songs reduziert, was der Band absolut nicht gerecht wird, da sie doch wesentlich mehr zu bieten haben und natürlich auch hatten, wenn man alleine an die ersten vier Alben denkt. Um damit dann auch gleich die Brücke zu schlagen, auch diesmal kommen die Schweden natürlich nicht an die glorreichen Alben bis inklusive "Versus The World" ran, aber das sollte mittlerweile auch jedem klar sein. Die Zeiten sind seit langem vorbei und AMON AMARTH haben ihr Erfolgsrezept gefunden, und von diesem weichen sie auch nur bedingt auf dem neuen Album ab.

Den Anfang macht 'Gjallarhorn', das mit den epischen "Oho-Oho"-Chören schon mal einen guten Einstieg findet und den Hörer direkt zum Mitsingen animiert. Dass dies live auf der kommenden Tour gut funktionieren wird, hat man jetzt schon im Ohr. Doch auch wenn man denken könnte, hier kommt gleich der erste Schunkel-Song, der irrt. Leichte Erinnerungen an "With Oden On Our Side" werden wach. Der Einstieg hätte also wesentlich schlimmer werden können. Wie eben schon gesagt, wurde das folgende 'Eight Legs Of Thunder' im Vorfeld ja schon veröffentlicht. Zwar weichen AMON AMARTH auch hier nicht von ihrer Linie ab, präsentieren aber einen guten Death Metal-Song, der mit Einfluss vom klassischen Heavy Metal entstanden ist. Dass Johann Hegg ein guter Mann am Mikro ist, weiß man ja. Bei 'Kavir's Blood' holt er dann mal wieder die ganz tiefen Growls raus, die stimmig zu dem düsteren und massiven Song passen. Hier und da sind die Riffs ein bisschen zu modern ausgefallen, aber das sind halt AMON AMARTH im Jahr 2026, aber dafür kommen hier die starken Melodien wieder zum Vorschein. Ebenso bei 'We Rule The Waves', das ja schon vor über einem Jahr als Vorabsingle auf den verschiedensten Portalen veröffentlicht wurde. Eine Überraschung boten AMON AMARTH dann mit der nächsten Single 'Upphaf', das der erste Akustik-Song der Bandgeschichte ist. Da kann man ihnen mal einen mutigen Schachzug unterstellen. Für mich funktioniert der Song tatsächlich ziemlich gut. Der raue Gesang in Verbindung mit den cleanen Gitarren verbreitet schon sowas wie eine Lagerfeuerstimmung. Doch, kann man mal machen.

Das stampfende 'Die With A War Cry' holt dann den Hörer wieder zurück aus der etwas verträumten Stimmung. Ein Nackenbrecher-Song, der nicht nur mit scharfen Riffs überzeugt, sondern auch die Growls in der Abwechslung ein bisschen was abverlangt. 'Raven God' ist dann eher ein 08/15-Song, der nicht viel zu bieten hat und eher als typische AMON AMARTH-Kost abgefertigt werden kann. So leider auch der Titeltrack, dass man fast schon Angst hat, dass das Album am Ende zu sehr schwächelt, doch 'Oden's Hunt' kann mit der Instrumentalfraktion überzeugen. Wieder präzise Riffs, die sich skalpellartig ins Fleisch schneiden und auch hier sind die tiefen Growls sehr prägnant. Lediglich die "Oden's Hunt"-Rufe sind dann doch etwas zu viel. Dafür haben sich AMON AMARTH dann aber zum Schluss ein echtes Highlight aufbewahrt. Das mit über sechs Minuten laufende 'Ascending Like An Eagle' ist dann wieder einer dieser epischen Tracks, die man von früher kennt. Nein, sie kommen nicht an 'Victorious March' oder '...And The World Shall Cease To Be' ran, aber der Song versprüht einen ähnlichen Charme, der richtig Spaß macht und das Album zu einem guten Abschluss bringt.

Am Ende bleibt zu sagen, dass AMON AMARTH hier keine großen Überraschungen bieten, sehen wir mal von 'Upphaf' ab, aber dafür ein paar echte Knallersongs liefern und den Fokus wieder mehr auf Melodie und Härte setzen als auf übermäßigen Schunkel-Charakter, was der Band einfach wesentlich besser steht.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01.​ Gjallarhorn
02.​ Eight Legs Of Thunder
03.​ Kvasir's Blood
04.​ We Rule The Waves
05.​ Upphaf
06.​ Die With A War Cry
07.​ Raven God
08.​ The Allfather Awakes
09.​ Oden's Hunt
10.​ Ascending Like An Eagle
Band Website: www.amonamarth.com
Medium: CD, LP
Spieldauer: 46:59 Minuten
VÖ: 02.10.2026

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