Exitium Sui - Unravelling

Review von Froosti vom 30.09.2026 (516 mal gelesen)
Exitium Sui - Unravelling Doom und Black Metal sind nicht unbedingt zwei Genres, die oft aufeinandertreffen. Meistens findet man schleppenden Black Metal eher im Bereich des Depressive Suicidal Black Metals, wo die schweren Riffs genutzt werden, um eine verzweifelte und intensive Atmosphäre aufzubauen. Hinter EXITIUM SUI steckt Mastermind E.S., den die meisten von euch bereits durch seine Arbeit bei Formationen wie DEADSPACE, HUMANITAS ERROR EST oder VEILS OF FOG auf dem Schirm haben dürften. Bei all diesen Projekten ist einer der zentralen Pfeiler die depressive, hochgradig emotionale Kante. Wer jetzt allerdings ein weiteres, gewöhnliches DSBM-Album erwartet, liegt meilenweit daneben. Das dritte Album "Unravelling" ist alles außer einfach.

Thematisch unterscheidet sich EXITIUM SUI nicht groß von seinen anderen Projekten. Es geht um den psychologischen Zerfall des Selbsts und um finstere Abgründe unseres menschlichen Daseins. Das allein ist im Black Metal erstmal nichts Besonderes. Allerdings lässt uns E.S. nicht einfach in den Abgrund starren und verzweifeln, sondern reißt ihn mit roher Gewalt auf und zerrt uns mit ihm hinab. 'Only Death Remembers' könnte als Opener keinen besseren Titel tragen. Der Sturz beginnt mit tonnenschweren Doom-Riffs, während wir langsam an Fahrt aufnehmen. Im Vergleich zum klassischen Funeral Doom klingen die Gitarren nicht stumpf und erdrückend aus den Boxen, sondern legen einen eiskalten, schneidenden Schauer über den Hörer. Hier ist der Einfluss des Black Metals deutlich spürbar und nach vielen Funeral Doom-Alben nehme ich diese Abwechslung gern an.

Ein Schlag in die Magengrube darf bei dieser Art von Musik auch nicht fehlen. Diesen Job erledigt der Gesang. Mit brutaler Wucht drückt er uns tiefer in den Schlund hinein und gibt uns kaum Luft zum Atmen. Mit einer Mischung aus der brutalen, gurgelnden Gewalt des Death Metals und dem leidenden, verzweifelten Schreien des Black Metals erzeugen die Vocals die perfekte Atmosphäre passend zu dem lyrischen Konzept der Platte. Da man allerdings kaum eine Chance hat, die Texte fehlerfrei zu verstehen, lohnt sich ein Blick ins Booklet.

In 'Sickness Flooding Nihil' wird uns zum ersten Mal eine kleine Ruhepause gegönnt, und wir können unseren freien Fall etwas "genießen", bevor es in die letzten Minuten der Platte geht. Getragen von einem sanften Klavier und einer cleanen Gitarre vor der Kulisse eines rauschenden Bachs erzeugt das Interlude einen kurzen Moment der Ruhe. E.S. beweist damit genau das richtige Gespür für die Dramaturgie seiner Alben. Allerdings fordert dieser Ansatz seinen Tribut. Zum einen klatscht dich die Platte mit ihrer rohen, gewaltigen Atmosphäre ungeschönt an die Wand. Zum anderen bleibt keiner der einzelnen Songs groß im Ohr hängen. Diese brachiale Soundwand sorgt auch nicht unbedingt für eine leichte Zugänglichkeit zur Musik von EXITIUM SUI, was sicher auch nicht das Ziel des Projekts ist, es neuen Hörern aber schwer macht.

"Unravelling" ist ein sperriger, vor Schwärze triefender Diamant tief aus dem Underground. Ich brauchte einige konzentrierte Durchläufe, um vollständig in das Konzept der Platte einzutauchen. Habt ihr diese Hürde erst einmal genommen, erwartet euch eine packende, intensive und brutale Atmosphäre, die keine Rücksicht auf ihren Hörer nimmt. Wer die rohe Soundwand von MIZMOR und die erdrückende, melancholische Gitarrenwelt von MOURNFUL CONGREGATION schätzt, macht mit EXITIUM SUI nichts falsch. Wagt den Absprung in den Abgrund!



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Only Death Remembers
02. Draped In Black Flame
03. Drowning Viracocha
04. Crippled By The God-Hand
05. Sickness Flooding Nihil
06. Septikinesis
07. Until The End Hath Found Us
Band Website: exitiumsui.bandcamp.com
Medium: CD
Spieldauer: 49:37 Minuten
VÖ: 04.09.2026

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