Triosphere - Oceans Above, Stars Below

Review von Opa Steve vom 25.08.2026 (637 mal gelesen)
Triosphere - Oceans Above, Stars Below Ja was war denn da los im Hause Norwegen? Ich hatte schon die Befürchtung, dass sich der Metal-Geheimtipp TRIOSPHERE klammheimlich aufgelöst hätte. Umso größer war die Freude, als es auf Facebook vor einiger Zeit ein neues Lebenszeichen gab, dem auch alsbald Video-Singleauskopplungen des neuen Albums "Oceans Above, Stars Below" folgten. Und die Erleichterung war groß, als ich feststellte, dass die Band um Frontfrau Ida Haukland, die neben ihrer Megastimme auch noch den Bass beisteuert, auch nach 12 Jahren Untertauchen ihren Trademarks treu bleibt: Klassischer Metal mit High-Energy-Attitüde, gewaltiger Melodie-Power und so manchem angeschärften Thrash-Riff ist auch 2026 weiter angesagt. Puh, aufatmen!

Bisher konnte sich die Band von Album zu Album steigern und hatte ihren Stil zuletzt mit ihrem dritten Album "The Heart Of The Matter" fast bis zur Höchstnote auf Bleeding4Metal perfektioniert. Und schon der Start der neuen Scheibe haut so gewaltig gut rein, dass man sofort weiß, dass die Band nichts von ihrem Talent eingebüßt hat. Auch ist die Besetzung unverändert - alle Musiker spielen bereits seit mindestens 20 Jahren zusammen in dieser Formation, was viel über ein funktionierendes Bandgefüge aussagt.

Schon zu Beginn werden nach einem Intro zwei absolute Highlight-Songs dargeboten, die Power, Epik, starke Refrains mit mehrstimmigen Vocals von Ida vereinen und instrumental vor allem durch die perfekte Gitarrenarbeit von Marius Bergesen und dem engagierten Drumming von Kenneth Tårneby angetrieben werden. Idas Stimme ist in der vergangenen Zeit auch null gealtert und sie beeindruckt durch das raue Alt-Timbre, in welchem sie die Vocals kräftig raushaut und neben ihrem Melodiegefühl auch ein mächtiges Pfund Metal-Attitüde verkauft. Diese Mischung ist bei weiblichen Metal-Vocals, die sich hauptsächlich in das Sopranlager sowie growlaffine Damen aufteilen, viel zu selten.

Die spielerische und technische Qualität bleibt während des ganzen Albums auf konstant hohem Niveau. Auch songwriterisch schüttelt die Band problemlos zehn Titel mit Charakter und Wiedererkennungswert aus dem Ärmel. Der Hymnenanteil ist gigantisch, der Kopf will wippen, die Faust zuckt bei jeder perfekt gesetzten Klimax in die Höhe. Der Härtegrad variiert dabei, nicht alle Songs haben diese Thrash-Energie wie die ersten beiden. Lediglich 'Encore' als akustische Ballade fällt hier komplett aus dem Rahmen und in 'Shorelines' gibt es mitten im Song ein abruptes Break mit Stilwechsel, wo die Band ein wenig zu viel Zucker obendrauf gestreut hat. Aber davon abgesehen fließt hier glühender Qualitätsstahl in ganz wunderbarer Vollendung.

Ach ja: warum erwähnte ich eben noch "zehn Titel", wo die Tracklist doch bis 12 reicht? Klar, das Intro ist nicht mitgezählt. Und beim Rausschmeißer bewahrt sich die Band ebenfalls eine sehr tolle Tradition, die bislang auf jedem ihrer Alben gepflegt wurde: Es gibt noch mal ein akustisches Medley aus allen Songs der CD, arrangiert für Streicher und Piano. Nach 40 Minuten glühender Speaker ist dies immer ein kleines Sahnehäubchen, wenn man Teile der Songs noch mal in einer ruhigen Fassung als Outro an sich vorüberziehen lassen kann.

Wieder mal schaffen es TRIOSPHERE, ein tolles Metal-Meisterwerk im Veröffentlichungs-Einerlei abzuliefern, welches sofort zupackt. Jetzt bleibt mir nur noch der Wunsch, dass die Band schnellstmöglich auch auf deutsche Bühnen zurückkehrt und dass ihnen die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie verdient haben.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Premonition
02. Of Tyrants
03. Oceans Above, Stars Below
04. Monster's Ball
05. Through The Phantom Wall
06. Shorelines
07. Lightning In A Bottle
08. Encore
09. Embers
10. Orpheus' Bane
11. Cadence Of Chaos
12. Gjenklang
Band Website: www.thetriosphere.com
Medium: CD
Spieldauer: 49:12 Minuten
VÖ: 28.08.2026

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