Chalice Of Suffering - The Raven Cries One Last Time

Review von Baterista vom 28.05.2026 (647 mal gelesen)
Chalice Of Suffering - The Raven Cries One Last Time Wenn der Bandname CHALICE OF SUFFERING lautet und das dazugehörige Album "The Raven Cries One Last Time" heißt, dann braucht es nicht viel Vorstellungsvermögen, um zu ahnen, dass wir hier keinen Happy Metal vor uns haben. Okay, es gibt Bands wie SUNSHINE & LOLLIPOPS, deren Name maximal irreführend ist - aber das können wir dieses Mal definitiv ausschließen. Funeral Doom steht auf dem Etikett und inhaltlich geht es um Verlust, Trauer und Schmerz. Genau das bekommt man hier auch.

Die 2015 in Minneapolis gegründete Band veröffentlicht mit "The Raven Cries One Last Time" ihr mittlerweile drittes Studioalbum und erschafft darauf eine extrem dichte, melancholische Atmosphäre, die sich konsequent durch die gesamte Platte zieht. Die Mischung aus melancholischen Keyboardklängen, kalt-düsteren Gitarren und tiefen Death Metal-Growls aus der Hölle ist sicherlich kein kompletter Fremdkörper im Genre - aber CHALICE OF SUFFERING verleihen diesem Sound durch ihre besondere Instrumentierung und die emotionale Intensität dennoch eine ganz eigene Note. Vor allem der Einsatz von Dudelsack und vereinzelten Folk-Elementen sorgt dafür, dass das Album im Gedächtnis bleibt.

Zu Beginn geht es fast sanft und ruhig los. Schmerz ist bereits spürbar, aber noch in schöne Melodien verwoben. Das Intro 'Another Night In Pain' lässt die Leere nach einem Verlust erahnen - ähnlich wie der Moment direkt nach dem Aufwachen, wenn einem langsam bewusst wird, dass die Welt nun eine andere ist. Diese tiefe melodische Melancholie zieht sich anschließend durch sämtliche Songs des Albums. Bereits beim folgenden 'In The End...' treten die düsteren Gitarren und die tiefen Growls stärker in den Vordergrund und machen die emotionale Schwere greifbarer.

Besonders heraus sticht für mich 'Fading Memories'. Dort kommt der Dudelsackspieler der Band (ja, richtig gelesen) voll zum Einsatz und fügt diesem ohnehin schon sehnsüchtigen und schmerzvollen Sound eine weitere Ebene der Trauer hinzu. Für einen kurzen Moment fühlt man sich fast nach Schottland versetzt. Überhaupt lebt das Album stark von seiner Atmosphäre. Wenn man sich bewusst in Melancholie verlieren möchte, dann ist man hier an der richtigen Adresse.

Rein atmosphärisch kommen stellenweise durchaus SWALLOW THE SUN-Vibes auf, aber ich würde schon sagen, dass CHALICE OF SUFFERING für sich stehen und kaum vergleichbar sind. Und das heißt schon etwas in unserer mitunter recht austauschbaren Welt. Es benötigt Zeit, um sich mit den sechs meist überlangen Songs auseinanderzusetzen und das funktioniert auch nicht jeden Tag für mich. Man muss schon in der richtigen Stimmung für diese Musik sein.

Fazit: "The Raven Cries One Last Time" ist kein Album für nebenbei und sicherlich keine leichte Kost. Wer sich jedoch auf die intensive Mischung aus Funeral Doom, Death Doom und tiefschwarzer Melancholie einlässt, bekommt ein emotional schweres, atmosphärisch starkes und überraschend eigenständiges Werk geboten.


Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Another Night In Pain
02. In The End ...
03. All That Has Withered
04. Fading Memories
05. I Don't Want To Fight
06. The Raven Cries ...
Band Website:
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 56:00 Minuten
VÖ: 20.03.2026

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten