Threat Signal - Revelations

Review von Damage Case vom 26.04.2026 (438 mal gelesen)
Threat Signal - Revelations Zu Beginn ihrer Karriere in den Jahren 2005 bis 2011 galten THREAT SIGNAL als kleine Szene-Sensation, der es gelang, aus dem damals hippen Metalcore-Einheitsbrei herauszuragen. Doch Bühnen- wie Studiounstetigkeit durch zu lange Bandpausen verhinderten größeren kommerziellen Erfolg. Neun Jahre seit dem letzten Album "Disconnect" sind heutzutage eben eine gefühlte Ewigkeit. Nachdem 2018 ein personelles Reinemachen im Line-up stattfand, nur Sänger Jon Howard und Leadgitarrist Travis Montgomery blieben an Bord, schrieb das neu formierte Quintett noch weitere acht Jahre am neuen Album. Dieses wurde nun unter dem Namen "Revelations" veröffentlicht. Mit dem ersten Hördurchlauf fällt direkt auf, dass THREAT SIGNAL es immer noch draufhaben und sie ihre Identität nicht ein Stück weit verloren haben. Sprich, melodisch groovender Metalcore mit latenter Pop-Hanglage am Keyboardgebirge. Jeder Song wirkt zu Ende komponiert und erzählt seine eigene Geschichte. An SOILWORK erinnernde Tastenklänge wie in 'Fire At Will' und 'NME' gehen nahtlos in Gitarren über, die wie aus der NWOAHM-Lehrbuch-CD der Nullerjahre gesampelt klingen. Und hier liegt der einzige Kritikpunkt begraben: Die vom Sänger selbst verantwortete Produktion klingt so modern auf den Punkt, dass man sich ob der allgegenwärtigen KI-Gefahr an manchen Stellen fragt, ob außer Jon Howards herausragendem wie abwechslungsreichem Gesang irgendeine Tonspur von einem echten Menschen eingespielt wurde. So perfekt klingt das Album. Das soll aber weder (unbewiesener) Vorwurf noch falsche Verdächtigung sein. Das Cover jedenfalls stammt von einem Humanoiden, nämlich Travis Smith (AMORPHIS, KATATONIA, SOILWORK, OVERKILL und viele, viele weitere).

Fazit: "Revelations", das stilistisch wie eine auf Stand 2026 produzierte Version seines formidablen Vorgängers klingt, ist ein mehr als ansprechendes Comeback einer Band, die wahrscheinlich niemals eine gewisse Konstanz erlangen wird. Um jemals über den Status eines Insidertipps hinauszukommen, müssten die Kanadier zudem auch häufiger als alle paar Schaltjahre live auftreten. Das alles schmälert die Qualität des fünften Bandalbums nicht, das wieder einmal mit zehn eingängigen Songs alles in sich vereint, was charttauglicher Metalcore braucht.

Anspieltipps: Die Highlights der in der ersten Hälfte zupackenderen Platte verstecken sich in der softer (= eingängiger) wirkenden zweiten Hälfte. Die vier letzten Songs sind tatsächlich die besten! Der Titelsong hat einen fetten Groove bei wechselhaftem Tempo - geile Nummer! 'NME' besticht durch seine zuckersüß zugekleisterten Melodiebögen gepaart mit Metalcore-Härte vom Feinsten. Die folgende Halbballade "Hell And Back" ist zwar nicht ganz so berührend wie "Betrayal" auf dem Vorgängeralbum, doch mit dem Stück gelingt THREAT SIGNAL dennoch ein astreiner Popsong mit einem gewissen Maß an Punch. Der Abschluss 'Live For You' klingt beinahe so emotional und mitreißend wie LINKIN PARK zu ihren besten Zeiten - und selbst der zu Tode gehypte 'Ohohoh'-Gesang im Hintergrund nervt zu keiner Zeit, sondern passt tatsächlich ausnahmsweise einmal.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Great Tribulation
02. Non Essential
03. Exercise The Demon
04. Fire At Will
05. Death Will Find Us All
06. Paralysis
07. Revelations
08. NME
09. Hell And Back
10. Live For You
Band Website: facebook.com/threatsignal
Medium: CD, digital
Spieldauer: 44:46 Minuten
VÖ: 27.03.2026

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