Long Distance Calling - The Phantom Void

Review von Eddieson vom 09.04.2026 (977 mal gelesen)
Long Distance Calling - The Phantom Void Zum neuntenmal nehmen die Münsteraner LONG DISTANCE CALLING mit "The Phantom Void" den Hörer mit auf eine Reise durch ihren ganz eigenen Klangkosmos. Wer die Band in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass diese Reise ein ganz intensives Erlebnis wird. Es gleicht fast einer Reise durch Raum und Zeit. Nachdem sie sich mit den letzten Alben der künstlichen Intelligenz ("How Do We Want To Live?") oder dem Aussterben bedrohter Tierarten ("Eraser") gewidmet haben, gehen sie mit "The Phantom Void" einem ähnlich schweren Thema auf den Grund. Alpträume, düstere Traumlandschaften und solche Dinge stehen auf der Agenda des neuen Albums, das aber kein Konzeptalbum ist. Also von leichten Themen, mit denen man sich beschäftigen kann, ist weit und breit keine Spur. Das macht aber gar nichts, denn auch dieses Thema wird von der Band so wunderbar umgesetzt, dass man dabei eh alles um sich herum vergisst.

Der kürzeste Song des Albums ist 'Mare', der auch gleichzeitig das Album eröffnet. Eine verzerrte Stimme nimmt dann den Hörer auf hypnotische Art und Weise mit ins Unterbewusste. Was LONG DISTANCE CALLING auf dem neuen Album auch wieder nahezu in Perfektion schaffen, sind die verschiedenen Stimmungen, die sie mit ihrer Musik ausdrücken. Während 'Mare' noch recht düster war, kommt 'The Spiral' mit seinen Windungen schon deutlich positiver und stellenweise auch aggressiver rüber. 'A Secret Place' kommt dann anfangs erst etwas verträumt daher, baut sich im Verlauf dann aber stärker und stürmischer auf. Diese Energie nimmt dann 'Nocturnal' mit, ist zunächst etwas rockig und wird dann mit kurzen Blastbeats und Doublebass zu einer der härtesten Nummern auf dem Album. LONG DISTANCE CALLING bewegen sich ja fast immer auf cineastischen Wegen, auf "The Phantom Void" vielleicht sogar auch noch einen Ticken mehr als auf den bisherigen Veröffentlichungen. Und so verwundert es auch nicht, dass es zu diesem Album einen Kurzfilm gibt, der hier eine kurze zusammenhängende Geschichte über drei der Songs erzählt - und dazu gibt es die unbedingte Empfehlung, sich diesen Film, der unter der Regie von Felix Julian Koch entstanden ist, im Zusammenhang mit dem Album auch zu geben.

'Shattered' und 'Sinister Companion' schließen das Album dann ab, wobei beim Letzteren die Stimme wieder zum Vorschein kommt und den Hörer aus den Tiefen des Bewusstseins entlässt. Und so wird "The Phantom Void" zu einen runden Album, das wieder jeden Fan packen wird. Keine Frage.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Mare
02. The Spiral
03. A Secret Place
04. Nocturnal
05. Phantom Void
07. Shattered
08. Sinister Companion
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 45:45 Minuten
VÖ: 10.04.2026

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