Exelerate - Hell For The Helpless

Review von derkleinekolibri vom 21.09.2025 (1434 mal gelesen)
Exelerate - Hell For The Helpless Die 2012 in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gegründeten EXELERATE veröffentlichten am 12. September 2025 ihr zweites Album "Hell For The Helpless". Der Albumtitel verrät schon so einiges. Die vier Power Thrasher Io Brix Klarstrup (Bass), Mads Sørensen (Gitarre), Stefan Jensen (Gesang, Gitarre) und Stig Eilsøe-Madsen (Schlagzeug) haben ihrem aktuellen Longplayer ein Konzept zugrunde gelegt: Die der heutigen Zeit entspringenden Ängste und Sorgen, die der Psyche unzähliger Menschen zu schaffen machen, werden thematisiert, auch Nihilismus und Zwangsstörungen werden nicht außen vor gelassen. Man kann es kaum besser als mit Hölle für all die Hilflosen ausdrücken. Endlich mal eine Truppe, die sich bei der Namensgebung ihres Machwerks tiefgründige Gedanken gemacht hat.

Nach einem kurzen, düsteren Start gehen die Jungs sofort in die Vollen und lassen eine Riffbreitseite nach der anderen los. Stefans stimmliche Präsenz sorgt für ordentlichen Zunder. Wohlige Wärme macht sich breit und es entbrennt ein Feuer, dessen lodernde Flamme erst nach dem zehnten, also dem letzten Titel erlischt. In guter alter Manier verbinden sich Power und Thrash Metal, aufgewertet durch Riffs der besonderen Art und einem Schlagzeugspiel, das für die nötige Geschwindigkeit sorgt und die drei Mitspieler mit reichlich Energie versorgt. Jedem Saitenanschlag merkt man eine tief aus dem Inneren kommende Spielfreude an. Eine gewisse Virtuosität kann man Stefan, dem Sänger, nicht absprechen, denn er beherrscht sein Metier meisterhaft. Was seinen Stimmbändern in wechselnder Stimmfarbe und Stimmlage entfleucht, gibt den Texten das gewisse Flair, um sie noch viel eindringlicher wirken zu lassen. Charismatischer kann man sich kaum diesem schwierigen Thema widmen. "Hell For The Helpless" fordert dem dänischen Quartett viel ab. Trotzdem sitzen die exorbitanten Soli punktgenau und so manches Mal kristallisieren sich hochkarätige Namen der besten Gitarristen bis in die 60er Jahre heraus. Zum gemeinsamen Höhepunkt steuern die Dänen im achten Track: Bei 'Impending Doom' (bitte nicht mit der amerikanischen Band aus Riverside in Kalifornien verwechseln) geben die Jungs Vollgas und Stefan nähert sich gesanglich sogar dem Growling. Das heftige Stück ist ein Ohrwurm par excellence und wem dieser erst einmal ins Gehirn gekrochen ist, kann sich lange Zeit nicht von ihm befreien. Hört euch nur die sägenden Gitarren an, da sind vorwitzige Flitzefinger auf den Hälsen zugange und malträtieren die Saiten und verzaubern des Hörers düsteren Alltag.

Das Coverartwork ist hervorragend, es spiegelt die tiefen Abgründe gestörter Seelen in unserer Welt wider. Der über Dänemarks Grenzen hinweg bekannte Airbrush-Künstler Steen Jensen zeichnet hierfür verantwortlich. Zur Farbgebung des Covers passt auch das auf 150 Stück limitierte Vinyl in Purple. Sogar auf dem kleineren Cover der Compact Disc entfaltet das Motiv seine Wirkung. Erwähnenswert ist die Preisgestaltung, denn entgegen dem Trend stetig steigender Preise geht man hier sehr moderat vor (der digitale Erwerb ist fast ebenso teuer wie der Silberling) - ein zusätzliches Argument für die Anschaffung des zweiten Albums von EXELERATE. An allererster Stelle steht natürlich die äußerst gelungene Musik ...

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Breach
02. The Madness
03. The Summoning
04. Headfirst Into The Void
05. A Painful Debt
06. Death Cult
07. Falling In Lust
08. Impending Doom
09. The Legend Of Lightning
10. Stranger Out Of Time
Band Website:
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 52:56 Minuten
VÖ: 12.09.2025

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