Vlad In Tears - Hide Inside

Review von Stormrider vom 26.08.2025 (970 mal gelesen)
Vlad In Tears - Hide Inside Wenn eine Band seit zwanzig Jahren aktiv ist und ihr zehntes Album am Start hat, dann hat sie in der Regel ihren Stil gefunden. Und so ist das bei den aus Italien stammenden und mittlerweile in Berlin ansässigen VLAD IN TEARS auch. Ich hatte sie das letzte Mal vor rund fünf Jahren auf dem Schirm und als ich nun "Hide Inside" am Hören war, kam es mir irgendwie alles auf einmal so bekannt vor. Die Referenz war dabei aber viel weniger das frühere Schaffen der Band, sondern weiterhin eine rockigere Variante von HIM oder eine nicht ganz so rockige Variante von LACRIMAS PROFUNDERE. Man könnte auch sagen, irgendwie so rockig wie THE 69 EYES. Nun ja, damit hat man dann wohl den Rahmen gespannt. Dass sich VLAD IN TEARS dennoch bemühen, ihrem Sound immer mal wieder eine kleine Neuerung mitzugeben, zeigt sich in 'Your Trace'. Recht prominent an zweiter Stelle des Albums platziert kommt hier ein Track, bei dem mit John Connor von DOG EAT DOG ein eher genrefremder Gastbeitrag zu hören ist. Die Rap-Vocals haben beim ersten Hören durchaus einen Aha-Effekt, weil man das einfach so nicht erwartet. Betrachtet man es aber im Gesamtkontext von "Hide Inside", dann wirkt das doch recht deplatziert. Klar gehört da ein wenig Mut dazu, denn den einen oder anderen potenziellen Hörer verliert man da eventuell. Auf der anderen Seite ist das Gothic-Genre nun auch derzeit nicht wirklich hip, und man kann allen, die die Fahne noch hochhalten, wohl kaum den Vorwurf der Massenanbiederung machen.

Ansonsten liefert "Hide Inside" ziemlich exakt das, was man bisher von VLAD IN TEARS auch zu hören bekommen hat. Solide gespielten und produzierten melancholischen, teilweise sehr theatralischen Gothic Rock an der Grenze zum Metal, dem es bei aller gebotenen Professionalität an eigener Identität mangelt. Schlecht ist das alles nicht, aber wenn man fragt, was wirklich von den über 50 Minuten hängenbleibt, dann muss man sagen, es ist der eine Rap-Ausschlag, der so prägnant war. Das bedeutet nicht, dass man sich zukünftig darauf fokussieren sollte, sondern vielmehr, dass man den restlichen Tracks einfach noch mehr eigene Gesichtszüge verpasst. Das dürfte bei einer so langen Bandgeschichte aber auch eher unwahrscheinlich sein. So bleiben VLAD IN TEARS weiterhin brauchbare, aber eben doch recht durchschnittliche und unspektakuläre Genrevertreter.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Monster Inside
02. Your Trace
03. Living Nightmare
04. No One Cares
05. Touch Me
06. Let Me Love You
07. Empty
08. I Want This Pain
09. My Wake
10. No More Fear
11. Real
12. The Death Of Me
13. Tomorrow
14. Hide
Band Website: www.myspace.com/vladintears
Medium: CD, LP
Spieldauer: 54:47 Minuten
VÖ: 01.08.2025

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