Planet Hell - Mission Three

Review von Rockmaster vom 13.07.2025 (10665 mal gelesen)
Planet Hell - Mission Three PLANET HELL aus Kattowitz sind schon seit über einem Jahrzehnt unterwegs und haben - für alle, die der englischen Zahlwörter mächtig sind leicht erkennbar - mit "Mission Three" ihr drittes Album am Start. Das Werk ihres Landsmanns und philosophisch angehauchten Science-Fiction-Autors Stanislav Lem hat es der Band angetan, und so wurde "Mission Three" von dessen "Summa Technologiae" inspiriert. Musikalisch verortet sich die Band im Genre Progressive Death Metal. Den progressiven Anteil ihrer Musik lassen die Jungs bereits in den ersten, ruhigeren Takten des Openers 'Transition' durchblicken, aber dann verwandelt sich die Nummer schnell in einen mechanisch kalten, emotionslosen Bastard aus Versatzstücken von Death Metal und Thrash Metal, der sich hasserfüllt und eisig gibt, als sei er von seinen Eltern(-Genres) nie geliebt worden. Przemysław Latacz alias Astrogator faucht seine Vocals mit bösartiger Aggressivität raus und repräsentiert neben einzelnen musikalischen Aspekten maßgeblich die Thrash Metal-Note in der Musik. Auf der Gitarre deckt er mit Kollege Tomasz Ziarko alias First Mate ein breites Spektrum von Stakkato-Rhythmen bis zu ausgefeilten Leads ab. Bassist Mikołaj Latacz alias Ensign bekommt vergleichsweise häufig eigenständige Passagen, die gut zu den progressiven Elementen der Musik passen. Am ehesten unter dem Label Death Metal lassen sich Nummern wie 'Facsimile' einsortieren, während die entsprechenden Genreversatzstücke in vielen anderen Titeln gut mit anderen Stilelementen gemischt werden. Obwohl Schlagzeuger Tomasz Raszka alias Engineer Nucleonic immer wieder technisch versierte Fills einstreut, fällt alsbald auf, dass er die Grundrhythmen fast aller Titel auf die gleiche mechanisch monotone Art und Weise durchhämmert, dass man fast einen Drumcomputer dahinter vermuten könnte. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge, bezogen auf die Inhalte aus Stanislav Lems Werk, die die Band hier verarbeitet. Da geht es unter anderem um die Vernetzung des menschlichen Geistes mit Computern und Maschinen, und auch um die Dystopie einer Evolution, in der Menschen irgendwann zu biomechanischen Hybriden werden. So gesehen reflektiert das auch die Gesamteinstellung der Band, die sich musikalisch mit den Inhalten der Titel identifiziert, und die auch über ihre Musik ausdrücken will. Allerdings wird das sich ewig wiederholende Muster im Rhythmus nach dem dritten Titel leicht enervierend. Zwar wird das zum Beispiel in 'Universal Architect' auch mal aufgebrochen, aber das Grundschema bleibt dominant bis zum Ende des Albums.

Die Produktion wirkt bisweilen - vor allem wenn die ganze Band in einen Stakkato-Rhytmus verfällt - ein wenig stumpf, hat aber genug Dampf im Kessel, um ordentlich reinzuhauen. Technisch versiert sind die Musiker allemal, und auch das Gesamtkonzept der Band kommt überzeugend rüber. Immerhin haben sie es auch schon auf größere polnische Festivals, in die polnische Ausgabe des wohl weltweit größten Heavy Metal-Magazins und als Support ins Live-Programm einiger namhafter Bands (darunter OBITUARY, DYING FETUS, SAMAEL et cetera) geschafft. Das Potenzial des Quartetts lässt sich also nicht bestreiten, und nun müssen nur noch genügend Leser reinhören, um sich ihr eigenes Urteil zu bilden.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Transition
02. Astronomer
03. Diabolus Ex Machina
04. AI Loves You
05. Universal Architect
06. Laplace's Demon
07. Facsimile
08. Evolution Di.LEM.ma
09. Homeostatsis
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:51 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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