Sober Truth - Goddess | |
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| Review von derkleinekolibri vom 01.04.2025 (15932 mal gelesen) | |
Endlich volljährig! Die Thrash'n'Groove Metal-Formation SOBER TRUTH blickt zurück auf eine 18-jährige Bandgeschichte. Musikalisch betrachtet sind die Siegburger schon seit vielen Jahren erwachsen. Spätestens 2017 hatten sie den Status des Erwachsenseins erreicht. Hört man sich die Longplayer "Locust Lunatic Asylum" (2017), "Psychosis" (2019) und "Laissez Faire, Lucifer!" (2021) an, kommt man unweigerlich zum Schluss, dass hier gestandene Musiker beiderlei Geschlechts zugange waren. Und das so gut, dass viele Fans mehr oder weniger geduldig auf einen neuen Output warten. Da 'Dizygotic Twins' vor vier Jahren nicht nur als Single Furore machte, sondern auch als T-Shirt vermarktet wurde, sind die Erwartungen hoch. Können die Nordrhein-Westfalen diesem Anspruch mit dem am 4. April 2025 erscheinenden Album "Goddess" gerecht werden?Ein paar Sekunden fehlen an 40 Minuten Spielzeit. Das ist nicht sonderlich viel, mag man denken. Doch es gibt einen triftigen Grund dafür: Der jetzigen Veröffentlichung als CD im aufklappbaren Digipack mit 12-seitigem Booklet soll demnächst noch eine Vinylvariante folgen. Zehn eigenständige, sich keinesfalls in eine einzige Genre-Sparte einordnen lassende Songs lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich das vier Jahre dauernde Warten gelohnt hat. Ein Markenzeichen der Musik von SOBER TRUTH ist die Vielfältigkeit dessen, was an kreativen Dingen Einzug in jeden einzelnen Titel hält. Mal gibt es abgehackte Riffs, dann knallt sich das Schlagzeug in den Vordergrund, aber auch schleppende, fast schon psychedelische und auch progressive Passagen bieten für den stimmlich alles andere als gleichförmigen Gesang von Torsten Schramm eine faszinierende, ständig variierende Basis. Optisch ist der Sänger ein wahrer Blickfang. Was an Grunzen, Gurgeln, Kotzen und dergleichen seiner Kehle entrinnt, geht zeitweise durch Mark und Bein und lässt Assoziationen zu, die nur selten in der Musikbranche zu finden sind. Bestes Beispiel dafür ist der beste Song überhaupt: 'Embryonic Part 1' klingt einerseits wie eine Aufforderung zu einem Kampf gegen bösartige, schreckliche Kreaturen der Nacht, und andererseits hört sich Torstens Stimme (bitte um Verzeihung, Torsten) wie die eines über eine große Gruppe von Weibchen herrschenden Brüllaffens an. Das muss man(n) erst einmal so hinbekommen. An anderen Stellen übernimmt Jules RoCkwell (wer kann mir das große C in ihrem Namen erklären?) mit den vier Saiten ihres Instrumentes das Kommando. Aber keine Bange, nicht nur diese beiden Mitglieder tragen zum Gelingen des Albums "Goddess" bei. Die beiden Frischlinge Adrian Conzen und Nils Spantig (ABSINTH, Ex-THRASHGANGSTERS), beide seit 2023 dabei, zeigen in ihrer jeweiligen Funktion als Schlagzeuger beziehungsweise Gitarrero, wie sehr sie schon nach so kurzer Bandzugehörigkeit in der Musik von SOBER TRUTH aufgehen, sie regelrecht mitleben. Am Ende der CD kann man nicht anders: Repeat-Taste drücken, drücken, drücken ... Auch wenn es überschwänglich klingt, ich muss es einfach loswerden: "Goddess" ist ein wahres Groove-Monster, getrieben vom niemals müden und kreativen SOBER TRUTH-Gehirn, dem Groove-Monster Torsten Schramm. In der Groove Bar Köln gibt es am 4. April 2025, also dem Erscheinungstag des Albums, eine Release-Live-Show, die von einer Bonner Thrash Metal-Kapelle namens MÄHTHRÄSHER eröffnet wird. Viel Spaß dabei! Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Who Am I 02. Shining 03. Pathfinder 04. Forbidden 05. Stunned 06. Embryonic Part 1 07. Embryonic Part 2 08. Abyss 09. The Origin 10. Goddess Instr. | Band Website: www.sober-truth.de Medium: CD Spieldauer: 39:41 Minuten VÖ: 04.04.2025 |
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Endlich volljährig! Die Thrash'n'Groove Metal-Formation SOBER TRUTH blickt zurück auf eine 18-jährige Bandgeschichte. Musikalisch betrachtet sind die Siegburger schon seit vielen Jahren erwachsen. Spätestens 2017 hatten sie den Status des Erwachsenseins erreicht. Hört man sich die Longplayer "Locust Lunatic Asylum" (2017), "Psychosis" (2019) und "Laissez Faire, Lucifer!" (2021) an, kommt man unweigerlich zum Schluss, dass hier gestandene Musiker beiderlei Geschlechts zugange waren. Und das so gut, dass viele Fans mehr oder weniger geduldig auf einen neuen Output warten. Da 'Dizygotic Twins' vor vier Jahren nicht nur als Single Furore machte, sondern auch als T-Shirt vermarktet wurde, sind die Erwartungen hoch. Können die Nordrhein-Westfalen diesem Anspruch mit dem am 4. April 2025 erscheinenden Album "Goddess" gerecht werden?
