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Voivod - Voivod

Review von Opa Steve vom 13.04.2003 (2981 mal gelesen)
Voivod - Voivod Away sagte einmal bei der Line-Up-Bildung mit Eric Forrest, dass dies die letzte Voivod-Besetzung sein würde und ein weiteres Ausscheiden eines Bandmitglieds das Ende der Band bedeuten sollte. Nach zwei hervorragenden Alben in dieser Besetzung, die eine neue Glanzzeit der Kanadier einläuteten, ist dieser Umstand traurigerweise wahr geworden, als Eric die Band verließ. Alle Voivoden dieser Welt, die schon das Schlimmste befürchteten, waren natürlich erleichtert, als Away und Piggy nicht über ihren Schatten springen konnten, und mit Jason Newsted (Ex-Metallica) am Bass und dem Sänger der Urbesetzung, Snake, wieder an neue Songs herangingen.

Durch den Wegfall des Bassers/Sängers Eric ging natürlich ein ganz markantes Soundmerkmal der unglaublich endzeitmäßig krachenden Negatron/Phobos-Alben von Bord und man war gespannt, wie Voivod mit Snake, dessen Abgang auf dem recht schwachen Angel Rat Album noch in Erinnerung war, und einem Stadionrocker wie Jason heutzutage die Songs umsetzen würden. Wie zu erwarten weist diese neue Scheibe natürlich nicht mehr mit einem düster-atmosphärischen Endzeitsound auf wie ihre Vorgänger. Die Titel sind allesamt etwas rockiger und eingängiger gehalten. Parallellen zu Angel Rat werden sichtbar, aber auch das trotz gebremster Härte songwriterisch sehr starke "Outer Limits"-Album klingt regelmäßig durch. Ein echter Schritt also in die Snake-Ära vor dem Split?

Die Produktion ist sehr "normal" gehalten. Die üblichen Effektorgien fehlen und die Musik steht mehr im Vordergrund. Dies ist der erste Punkt, den ich bedauere, denn die schrägen Akkorde von Piggy, die in keiner Tabelle zu finden sind, müssen einfach durch Echos durch und Voivod müssen verhallt klingen, wie vom anderen Ende der Galaxis. Es ist einfach komisch, die Band plötzlich präsent und nah im Zimmer zu hören. Auch war Snake niemals ein guter Sänger - konnte auf den frühen Alben zwar Brüllen wie ein Irrer, aber seit er versucht, melodisch zu sein, ist auch er eigentlich nur nach einem Rack voller Studio-SFX wirklich gut zu ertragen. Kurzum: das Album klingt sauber, aber zu trocken und klinisch.

Von der Songauswahl achten Voivod auf eine stets ansteigende Spasskurve und verzichten - völlig unüblich - auf einen packenden Opener. Gasmask Revival eröffnet sehr eingängig und rockig. Neben paar guten Doublebass-Parts und einem typischen Piggy-Solo ist dieser Song frei von Höhepunkten. Nach einem beinahe bluesigen Facing Up und einem durch die Gesangslinien teilweise nervenden Blame Us startet Real Again mit einer gewagten Mischung aus gerade aktuellen Retro-Sounds und typischem Voivod-Riffing. Hypnotisch stampft der Song durch seine endlosen Wiederholungen. Je lauter man ihn spielt, umso großartiger entfaltet er seine Wirkung.

Mit Rebel Robot folgt der erste reinrassige Voivod-Song überhaupt. So lieben wir es. Grandioser Banger mit toll platzierten Doublebass-Attacken. Auch das Gitarrenecho beim Nachfolger "The Multiverse" treibt dem Voivoden der alten Schule den Glanz in die Augen. Endlich findet die CD den Weg zurück zu glorreichen Zeiten. Sperriger Rhythmus, unpopuläre Akkordfolgen, ein jazziges Thrash-Feeling. In die gleiche Kerbe hauen das gänsehautmäßig startende "Don't wanna wake up" (Aways Drumming zum Ende ist einfach exzellent, beinahe mit mathematischem Charakter) und das vielseitige "Les cigares volants".

Nach Divine Sun, welches genauso vom Outer Limits Album stammen könnte, legen Voivod noch mal ein gutes Stück Schwermetall und Härte obendrauf und es folgen Knaller auf Knaller.

Nach der schwachen Eröffnung kann man sich den Schweiss von der Stirn wischen, wenn man festgestellt hat, dass es Voivod immer noch draufhaben. Niemand sollte den Fehler machen, und die ersten Tracks zum Reinhören verwenden. Gebt euch mal eine Portion des gigantischen "Strange and ironic", oder das "Multiverse", oder "Les cigares volants", oder einfach das komplette Album ab dem 5. Song. Die Scheibe ist über eine Stunde lang, und hätten Voivod lieber auf 20 schwache Minuten verzichtet, wäre ihnen ein Punkt mehr sicher gewesen. Den zweiten Abzug gibt's wegen dem Sound, der zwar gut ist, aber stilistisch passender sein könnte. Der Kultfaktor ist nicht mehr so ausgeprägt, aber eine knappe 8 ist für einen bleibenden Batzen verdammt guter Musik in Longplayer-Spieldauer nur fair.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
Gasmask revival
Facing up
Blame us
Real again?
Rebel robot
The multiverse
Don't wanna wake up
Les cigares volants
Divine sun
Reactor
Invisible planet
Strange and ironic
We carry on
Band Website: www.voivod.com
Medium: CD
Spieldauer: 75 Minuten
VÖ: 01.04.2003

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