Machine Head - ØF KINGDØM AND CRØWN

Review von Baterista vom 25.08.2022 (839 mal gelesen)
Machine Head - ØF KINGDØM AND CRØWN Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich MACHINE HEAD mit ihrem Debüt "Burn My Eyes" das erste Mal hörte. Ich war sofort fasziniert von der Wucht der Musik und dachte sowas wie: 'Alter, wer ist das denn? Voll der Hammer.' Seitdem sind nun einige Jahrzehnte ins Land gezogen, diverse, und zuletzt größere Wechsel an Bandmitgliedern geschehen und auch stilistisch hat sich einiges getan. Letzteres war sicherlich nicht immer en vogue bei Presse und Fans, aber ich muss sagen, dass ich MACHINE HEAD genau dafür liebe. Keine Scheu vor Weiterentwicklung und dem Ausprobieren neuer Dinge, die dann halt auch mal schief gehen oder besser gesagt bei anderen nicht so gut ankommen können. Aber das ist das Leben - Veränderung und Weiterentwicklung - und wer immer nur auf Nummer sicher geht, der verpasst die besten Momente.

So hat sich Mastermind Robb Flynn nun mit "ØF KINGDØM AND CRØWN" gleichzeitig neu erfunden und ist sich trotzdem treu geblieben. Es ist das erste Konzeptalbum der Band, und wie er im Interview mit DEAF FOREVER verriet, wurde die Idee dazu während der Pandemie geboren. Unter anderem hat ihn das großartige "Operation Mindcrime" von QUEENSRYCHE dazu inspiriert, und bei einer Garagenparty mit seiner Frau hat er ihr versprochen, ebenfalls ein Konzeptalbum zu schreiben - und was man verspricht ... Auch die japanische Animeserie "Attack On Titan" stand als Inspiration Pate.

"ØF KINGDØM AND CRØWN" spielt in einem futuristischen Ödland, in dem der Himmel immer purpurrot ist, und erzählt die Geschichte zweier Charaktere, die beide mit einem großen Trauma konfrontiert sind und deren Geschichten sich im Laufe dieses düsteren Albums blutig miteinander verflechten. Alle Songs funktionieren jedoch auch ohne diese Storyline und sind unabhängig voneinander richtig gut. Was uns zum Entscheidenden, nämlich zur Musik bringt. Das neue Album schlägt einen Bogen zwischen "Burn My Eyes" und dem Superkracher "The Blackening", verbunden mit der Melodik und Epik von "Bloodstone And Diamonds" und angereichert mit einem deutlich facettenreicheren Gesang Flynns und vielen neuen zweistimmigen Gesangsparts, die einmal mehr die gesangliche Stärke von Basser Jared MacEachern zeigen. Auch die beiden Neuzugänge Waclaw “Vogg” Kieltyka an der Gitarre und Matt Alston hinter den Drums wirken wie eine Frischzellenkur, die sich jedoch perfekt in die DNA der Band einfügt.

Der Opener 'Slaughter The Martyr' lässt direkt an Songs wie 'Clenching The Fists Of Dissent' oder 'Sail Into The Black' denken und rief Freude und Begeisterung bei mir hervor. Der Folgesong 'Choke On The Ashes Of Your Hate' könnte auch auf 'Burn My Eyes' gewesen sein. Das soll nicht heißen, dass es hier um alten Wein in neuen Schläuchen geht. Eher werden alte Stärken neu entdeckt und mit Neuem bereichert. Hört man genau hin, dann kann man meines Erachtens bei Songs wie 'Kill Thy Enemies' und 'No Gods, No Masters' deutlich die neue Richtung der Band erkennen: groovend, düsterer, episch und immer wieder echt catchy in den Melodien. Als Rausschmeißer kommt dann mit 'Arrows In Words From The Sky' einer der stärksten Songs des Albums. Bei einem Album, das sich im Prinzip keinen einzigen Ausfall leistet, ist das doppelt beachtlich.

Fazit: "ØF KINGDØM AND CRØWN" ist ein Monster von einem Album! MACHINE HEAD haben damit meines Erachtens Epik, Härte, Düsternis und Groove auf einem neuen Level zusammengeführt. Mein Eindruck ist, dass dies erst der Beginn von neuen Abenteuern sein könnte. Aufgrund der Komplexität der Songs dauert es manchmal vielleicht einen Moment länger, bis es vollends zündet, aber ich kann nur wärmstens empfehlen sich diese Zeit zu gönnen. Für mich eines der Highlights in diesem Jahr.


Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Slaughter The Martyr
02. Choke On The Ashes Of Your Hate
03. Become The Firestorm
04. Overdose
05. My Hands Are Empty
06. Unhallowed
07. Assimilate
08. Kill Thy Enemies
09. No Gods, No Masters
10. Bloodshot
11. Rotten
12. Terminus
13. Arrows In Words From The Sky
Band Website: www.machinehead1.com
Medium: CD + digital
Spieldauer: 60:00 Minuten
VÖ: 26.08.2022

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Super geschrieben! In der Einleitung (damals mit 16 im Sommer 1994...) finde ich mich auch wieder :-) Zwischen den beiden Oberklassikern Burn My Eyes und The Blackenig verorte ich das Album auch irgendwo, zwar (noch?) nicht qualtitat aber stilistisch. Toller Brecher, den man Robbo & seinen Neuen nach den letzten drei durchwachseneren Alben nicht so ohne Weiteres zugetraut hätte. Punkte vergebe ich noch keine, aber > 8 wird sich das schon irgendwann locker ausgehen.
(27.08.2022 von Damage Case)

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