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Lord Vigo - We Shall Overcome

Review von Rockmaster vom 03.08.2022 (859 mal gelesen)
Lord Vigo - We Shall Overcome "Und die Sanftmütigen werden die Erde erben" ("And the meek shall inherit the earth", RUSH, '2112 - Overture'). Es ist ja lobenswert, wenn die Promoter dem Rezensenten mehr an die Hand geben als nur das Veröffentlichungsdatum eines Albums und ein paar lapidare Infos, mit denen man den Leser bestenfalls langweilen kann, sollte man sie nicht in fünf Sekunden selber recherchiert haben. Dann gibt es da aber auch die Informationen, die man am liebsten nie gelesen hätte. LORD VIGO haben mit ihrer vierten Scheibe "Dance De Noir" eine Trilogie begonnen, die nun mit "We Shall Overcome" ihre Fortsetzung erhalten hat. Nun, und das Konzept des besagten aktuellen Albums beruft sich laut Band auf RUSHs legendäres Album "2112". Für einen ausgemachten RUSH-Fan grenzt das an sich schon an ein Sakrileg, aber künstlerische Inspiration sollte sich davon nicht aufhalten lassen. Dass die Landstuhler dabei irgendwie so gar nicht den eigenwilligen 70er-Jahre Hard Rock Marke RUSH zitieren, sondern sich der Stilrichtung Epic Doom Metal (gespickt mit 80-Jahre Synth Pop und ein paar progressiven Ansätzen) bedienen - geschenkt. Der selbstgesteckte Anspruch - auch gut. Dann kommt es nur noch auf die Umsetzung an, oder?

Das Synthie-lastige Intro 'Blessed Are The Meek' stellt die Verbindung zur Original-Textzeile von 1976 her, lässt aber stilistisch noch offen, wohin die Reise gehen wird. Die Keyboardklänge am Anfang von 'The Heart Of Eternal Night' lassen einen kurz an 'The Camera Eye' denken, kurz danach häufen sich aber die Fragezeichen im Kopf des Zuhörers. Einerseits lässt das Schlagzeugspiel von Drummer/Sänger/Keyboarder Vinz Clortho keinen Zweifel daran, dass die Band hier mehr als nur ein Gesellenstück abliefern will. Volguus Zildrohar und Tony Scoleri, beide an Gitarre und Bass, liefern auch anständige Arbeit ab. Ebenso ist die Komplexität der Musik nicht von schlechten Eltern. In dem Sinne haben LORD VIGO ihre progressiven Ambitionen durchaus erreicht. Dem gegenüber stehen Sound und Mix des Albums. Nach mehrmaligem Hören vertieft sich der Eindruck, dass man sich hier extrem Mühe gegeben hat, jedes Instrument (bis zur kleinsten Trommel) und jeden angespielten Ton möglichst gleich prominent im Mix zu repräsentieren. Dafür hat die Band durchaus einiges geopfert. Das Anzupfen einer Basssaite zum Beispiel erkennt man vor allem an den Oberwellen - die Grundtöne indes machen ein fetteres Soundgewand und bergen das Risiko, dass die anderen Instrumente darin an Eigenständigkeit verlieren. Konsequenterweise hat man hier das Bassfundament weitestgehend herausgeregelt. Gleichzeitig klafft im Drumsound zwischen den tiefen Basstrommeln und dem Rest eine riesige Lücke, die das eigentlich versierte Spiel ein auf's andere Mal rumpelig klingen lassen, wird doch das subjektive Timingempfinden beim Zuhören durch diesen seltsamen Mix empfindlich gestört.

Von ihrer ursprünglichen stilistischen Ausrichtung haben sich LORD VIGO durch vermehrte Zitate von 80er-Jahre Synth Pop und New Wave (beim Refrain von 'Since The Sun Was Young' klingt in meinen Ohren ständig ein Hit aus jener Zeit mit) weiter entfernt. Das Ergebnis ist - was das Zusammenspiel der drei Musiker anbelangt - aus einem Guss und bringt auch gelungene Kompositionen wie 'From Our Ashes We Will Rise' hervor. Einige stilistische Ideen zünden durchaus gut, einige andere kommen etwas schrullig rüber. Auf jeden Fall beweisen LORD VIGO mit ihrem Ansatz eine anständige Portion Eigenständigkeit. Inhaltlich orientieren sie sich lose, aber durchaus ambitioniert, an Neil Pearts Texten - die sich wiederum auf eine Dystopie Ayn Rands beziehen - und ziehen Parallelen zwischen dem Scheitern der "Elder Race" (der "älteren Rasse", aus '2112') am Schaffen einer gerechten Gesellschaft und aktuellem Zeitgeschehen (wie zum Beispiel dem Rückzug der Amerikaner aus Afghanistan). Daran könnten sich die Jungs leicht verhoben haben, aber das sei verziehen. Der primäre Störfaktor bleibt der Klang, der längeres Zuhören anstrengend macht, und für den es leider hier fetten Punktabzug gibt.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Blessed Are The Meek (1:02)
02. The Heart Of Eternal Night (6:54)
03. Natural Habitat (4:36)
04. Since The Sun Was Young (5:33)
05. From Our Ashes We Will Rise (5:10)
06. Journey To Eternity (1:49)
07. We Shall Overcome (7:53)
08. A Gathering Of Clouds (4:46)
09. A Necessary Evil (5:08)
10. 1986 - Book 1 (1:36)
11. A New Dark Age (7:10)
Band Website: www.facebook.com/LordVigo666
Medium: CD + digital
Spieldauer: 51:37 Minuten
VÖ: 01.07.2022

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