Letzte Reviews





Festival Previews
Prophecy Fest 2022

Festival Reviews 2022
A Chance For Metal Festival 2022

Area 53 Festival 2022

Ash Of Ashes - Traces

Review von Farvynn vom 17.05.2022 (1194 mal gelesen)
Ash Of Ashes - Traces Skaldir und seine Gefährten von ASH OF ASHES sind zurück mit ihrem neuen Album. "Traces" ist gerade einmal wenige Tage alt und knüpft da an, wo "Down The White Waters" aufgehört hat. Wer mit dem Namen Skaldir nur grob etwas anfangen kann, für den gibt's ein kurzes Recap. Der werte Markus "Skaldir" Skroch stieg um 1997 herum bei der deutschen Band HEL ein. Das ganze Projekt lief bis 2012, man brachte gemeinsam mehrere Alben raus, und 2014 entschied sich der gute Mann aus dem Sauerland, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen, namentlich ASH OF ASHES. So weit, so unspektakulär, rein ins Album.


Erst mal das Genre: Epic Skaldic Metal, mir wurde das Ganze als Folk Metal verkauft mit nordischen Einflüssen. PostOffice eben, wenn man jedes genaueste Untergenre nennen müsste, würden wir vielleicht alle halbe Jahr eine Promoliste für zwei Monate kriegen oder so. Aber es ist nunmal Epic Skaldic Metal, und das heißt zu Recht so. Es ist episch und eben sehr nordisch angehaucht. Wenngleich mich erst mal ein instrumentales Arrangement erwartet mit dem schönen Titel 'Beyond White Waters', welches das Debütalbum sehr gut mit "Traces" verbindet. Nicht nur gefällt mir das kühle Plätschern des Wassers, auch die generell eher langsame Spielweise lässt mich den Frost noch mehr spüren. Doch je mehr ich mich in den langsamen Klängen verliere, umso mehr wird in 'Under The Midnight Sun' eingeheizt. Stryx an den Drums lässt kein Stein auf dem anderen, und sowohl Skaldir selbst als auch Sethras spielen sich an den Gitarren die Riffgewitter nur so um die Ohren. Textlich soll es zu neuen Ufern gehen, die kalte, unwirtliche und raue Heimat wird verlassen, nur wohin es gehen wird, weiß noch niemand. Doch bevor ich jedes einzelne Stück durchgehe wie ein Tourguide mit der Rentnergruppe, zieh' ich das Tempo an und wechsel' direkt zu einem meiner Lieblingssongs. Das gute Stück hört auf den melodischen Titel 'Evermore', immerfort für all diejenigen, die der englischen Sprache nicht ganz so mächtg sind. Vom Stil her langsamer als 'Under The Midnight Sun', Stryx läuft mir wenigstens nicht mit seinem Schlagzeug davon, aber nicht weniger aussagekräftig, und gerade hier mag ich Skaldirs Gesangsstimme erst recht. Sie strahlt die Weisheit des ewig Reisenden aus, der schon die tiefsten Abgründe und höchsten Berge gesehen hat und doch weiterzieht. Verdammt wird das grad philosophisch ... next Song please, bevor ich mich ganz darin verliere. Hab' ich schon erwähnt, dass der gute Kopf der Band auch sentimental kann? Im traditionellen Stück 'Vem Kan Segla Förutan Vind', was wörtlich übersetzt so viel heißt wie "Wer kann segeln ohne Wind?", übernimmt eine Akustikgitarre den Großteil der instrumentalen Untermalung. Nur den Gesang übernimmt diesmal ein anderer. Niemand Geringeres als Thomas Clifford, Sänger der Band THRONES OF HERESY, leiht diesem schwedischen Klassiker seine Stimme. Doch ich bin schon wieder fast am Ende. Es soll noch einmal sentimental und ein Stück weit auch aktuell werden. Die Gedanken eines Elternpaares, dessen Sohn in die Schlacht gezogen ist. In 'To Those Long Forgotten' können wir uns gleich an zwei Gaststimmen erfreuen. Der Part der Mutter gehört hierbei der Mystik Folklore-Spiritualistin Rúnahild, während den Part des Vaters von Coverzeichner Christopher "Elvarhøi" Rakkestad übernommen wurde. Für mich ein Stück voller Trauer, Verlust und doch begleitet von dem süßen Wissen, dass der Sohn stolz starb und ohne Reue.


Ich höre mir ja liebend gern viel aus dem Folk Metal-Bereich an, aber "Traces" von ASH OF ASHES schiebt diese Liebe zur Musik mit jedem Song auf ein neues Level. Das ganze Thema rund um die Reise an sich und die damit verbundenen Gefühle und Eindrücke hat Skaldir mit seinen Bandkollegen unglaublich in Szene gesetzt. Das Album ist absolut empfehlenswert und landet in meiner persönlichen Top 10 des Jahres noch vor so manchen Größen der Metalszene. Ich kann vor diesem Werk nur meinen Hut ziehen und bin schier sprachlos. Danke, Skaldir, Danke auch an Stryx, Sethras und Morten. Vielen Dank für diese wundervolle Reise.

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood blood
Trackliste Album-Info
01. Beyond White Waters (Instrumental)
02. Under The Midnight Sun
03. Into Eternity (feat. Lars Jensen)
04. The Eternal Traveller
05. Evermore
06. Vem Kan Segal Förutan Vind (trad. feat. Thomas Clifford)
07: A Lion Guards Our Names
08. Southbound
09. To Those Long Forgotten (feat Rúnahild & Christopher Rakkestad)
Band Website: www.facebook.com/AshOfAshes/
Medium: CD
Spieldauer: 40:26 Minuten
VÖ: 13.05.2022

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

22.09.2018 Down The White Waters(8.5/10) von Krümel

17.05.2022 Traces(10.0/10) von Farvynn

Interviews

04.10.2018 von Krümel

10.06.2022 von Farvynn

Specials

04.10.2018 ASH OF ASHES: Song-By-Song in eigenen Worten (von Krümel)

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!