Archvile King - À La Ruine

Review von derkleinekolibri vom 19.02.2022 (1671 mal gelesen)
Archvile King - À La Ruine Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wenn ich irgendwelcher unbekannten, noch nicht veröffentlichten Musik lausche und erst hinterher feststelle, dass diese von einer einzigen Person eingespielt wurde. Um Musik überhaupt besser beurteilen zu können, schaue ich mir nie vorher Informationen darüber an. Diese könnten mich nämlich beeinflussen und meine Objektivität gefährden.

ARCHVILE KING ist ein solches Ein-Mann-Projekt. Das Line-up besteht also nur aus einer Person. In diesem Fall ist es Nicolas "Baurus" M., ein Franzose, der bereits 2020 mit einer EP namens "Vile" für etwas Aufsehen sorgte. Damals noch ein wenig mehr Thrash als Black Metal, hat er nun ein etwas düstereres, dunkleres Album geschaffen, das dennoch nicht seine Wurzeln verleugnen kann, sich aber mehr dem Black Metal zuwendet.

Startet man vollkommen unbedarft in das Album, erlebt man eine Überraschung, fängt es doch mit leisem Gesäusel einer Frauenstimme an. Erst nach der Hälfte des Stückes wird Fahrt aufgenommen, welche zum Ende hin jedoch wieder gebremst wird. Das Stück endet wie es begonnen hat, mit ebensolchem Gesäusel, nur dass es jetzt aus- und nicht eingeblendet wird. Vom zweiten bis zum achten Stück hat man das Gefühl, Nicolas hat immer dieselben Riffs verwendet, höchstens ein wenig die Geschwindigkeit oder die Tonlage elektronisch verändert. Das führt dazu, dass die Songs zwar düster, dunkel und auch stark nach Black Metal klingen, aber dynamisch nur ein sich nicht veränderndes Niveau aufweisen, was mir das Hören ein wenig verleidet. Lediglich beim vierten Stück wird die Gitarre filigraner bedient, der Song ist wohl der heftigste des Albums und das, obwohl er längere, langsame Phasen beinhaltet. Ein einziges Mal, beim sechsten Titel, greift Nicolas auf ein von METALLICA her bekanntes Riff zurück, ansonsten hat er diesbezüglich alles selbst auf die Beine gestellt.

Ganz bewusst habe ich hier einen Absatz gemacht, denn das neunte und letzte Stück, ein Bonus Track, hebt sich von allen zuvor gehörten doch sehr ab. Nicht nur, dass hier plötzlich lupenreiner Heavy Metal gespielt wird, nein, auch die Stimme klingt weniger rotzig und das Gitarrenspiel ist weitaus ansprechender. Vom Schlagzeug ganz zu schweigen, das hier weitaus mehr zur Geltung kommt und untenherum das bietet, was man die ganze Zeit vermisst hat. Zieht euch den Rausschmeißer mal rein und euch wird sofort auffallen, dass es hier keinerlei Dynamikprobleme gibt.

Für die Hardliner unter den Black Metal-Fans sicherlich ein gelungenes Album, für die Neu- und Quereinsteiger aber doch etwas schwere Kost, die man vor dem Verdauen unbedingt öfter hören muss. Es hat bei mir etliche Durchläufe gebraucht, bis ich "À La Ruine" etwas abgewinnen konnte.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Les Chroniques Du Royaume Avili 2:52
02. Mangez Vos Morts 2:44
03. Celui Qui Vouvoie Le Soleil 6:18
04. Atroce 5:38
05. Dans La Forteresse Du Roi Des Vers 4:30
06. À La Ruine 3:12
07. Vêpre I 4:49
08. L'Artisan 4:34
09. Cheating The Hangman (Bonus Track) 4:00
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 38:36 Minuten
VÖ: 18.02.2022

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