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Iron Fate - Crimson Messiah

Review von Tailgunner vom 28.12.2021 (1077 mal gelesen)
Iron Fate - Crimson Messiah 11 Jahre sind im mitunter schnelllebigen Musikgeschäft eine verdammt lange Zeit. Der geneigte Fan ist es mittlerweile durchaus gewohnt, auch mal fünf, sechs oder sieben Jahre auf Outputs seiner Helden wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST warten zu müssen. Jedoch vermute ich mal, dass die wenigsten die letzten 11 Jahre mit scharrenden Hufen auf den Nachfolger des Debüts "Cast In Iron" der Goslarer IRON FATE gewartet haben. Das spielt aber auch eigentlich gar keine Rolle, denn erstens erfreut man sich so über ein unverhofftes Highlight zum ausgehenden starken Metal-Jahr 2021, und zweitens war diese lange Zeit vielleicht einfach notwendig, damit die runderneuerte Truppe um Sänger Denis Brosowski und Gitarrist Harms Wendler so stark aufspielen kann, wie sie es auf "Crimson Messiah" tut. Mittelmaß gibt es da draußen jedenfalls zu Genüge und man möchte sich im selbigen offensichtlich nicht wiederfinden.

Der Promo-Text beschreibt den Stil von IRON FATE als eine Mischung aus US-Metal, Hard Rock, traditionellem Metal und Thrash-Einflüssen.imgright Das kann man auch so stehen lassen, wobei die Thrash-Einflüsse eher marginal sind. Am ehesten findet man sie wohl im ziemlich schnörkellosen Opener "Crimson Messiah", der ohne pathetisches Intro-Gedöns ziemlich wuchtig durch die Planken kracht. Einige Fakten dringen hier auch sogleich ins Ohr des Rezipienten. Erstens: Denis Brosowski ist ein herausragender Sänger, der im weiteren Verlauf der Scheibe auch durch eine gewisse Wandlungsfähigkeit besticht und den Songs immer einen individuellen Anstrich verleiht. Grundsätzlich kommen mir hier tatsächlich große Namen wie Geoff Tate und Michael Kiske in den Sinn. Keine Übertreibung. Zweitens: Die Mannen agieren handwerklich auf internationalem Niveau. Ohne Wenn und Aber. Die Scheibe klingt nicht nach deutscher Provinz, sondern nach großen Acts aus den US of A. Drittens: Die Produktion ist für diese Art von Musik nahezu perfekt. Weit ab von dem überproduzierten Geballer moderner Produktionen, aber auch weit entfernt vom Garagen-Orange-Nerd-Sound undergroundiger Kautz-Kapellen. Einfach organisch, wuchtig und mit angenehmem Hall. Somit sind die Rahmenbedingungen abgesteckt und es stellt sich die Frage, ob das Album über die nicht eben kurze Spielzeit von einer knappen Stunde auch unterhalten kann. Vorweg: Es kann, denn das Songwriting ist abwechslungsreich und das Album somit sehr kurzweilig. Im zweiten Song 'Malleus Maleficarum' herrscht teutonisches Riffgewitter mit hitverdächtigen Hooklines und Gangshouts, während auf dem darauffolgen 'We Rule The Night' der Hard Rock regiert. Twin-Leads eröffnen das starke 'Crossing Shores', bei dem Dennis gar von Harry 'The Tyrant' Conklin unterstützt wird. Das folgende 'Mirage' ist einfach nur schmachtend schön und wird vom überlangen 'Strangers (In My Mind)' abgelöst. Die zehn Minuten beginnen balladesk und steigern sich zu einem intensiven Parforceritt, bei dem Dennis' Gesang sämtliche Facetten bedient und der Song darüber hinaus auch stellvertretend für die hervorragende Gitarrenarbeit auf dieser Scheibe stehen kann. 'Saviors Of The Holy Lie' wartet schlussendlich gar mit schleppenden Passagen auf, die auch BLACK SABBATH gut zu Gesicht gestanden hätten.

Das liest sich mitunter vielleicht so, als wären sich IRON FATE nicht darüber im Klaren, wo sie musikalisch eigentlich zu Hause sind und sich stilistisch hier vielleicht etwas zu breit aufgestellt hätten. Nun, wenn man hart urteilt, ist da vielleicht am Ende gar etwas dran. Aber für mich zählt hier das Endergebnis und der Gesamteindruck. "Crimson Messiah" sehe ich stilistisch klar vom US-Metal dominiert, garniert mit eben diesen vielen anderen Einflüssen, was in einem äußerst kurzweiligen, aber - auch wenn das vielleicht widersprüchlich klingt - dennoch vollkommen homogenen Gesamtwerk resultiert. Eine tolle Melange aus Melodie und Härte, angereichert mit jeder Menge guter Ideen, die alle für sich genommen im Metal nichts neu erfinden, aber die gekonnte Zusammenstellung und Umsetzung ist es, die hier kickt. Es sieht so aus, als würden die hohen Wertungen zum Jahresende nicht abreißen, bei so einer Schwemme hervorragender Alben nehme ich allerdings gerne eine Verschiebung meines Wertungsspiegels in Kauf, denn Ehre, wem Ehre gebührt - und 'Crimson Messiah' gehört in jede gut sortierte Sammlung, in der es sich zwischen PHARAOH und CRIMSON GLORY gemütlich machen kann.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Crimson Messiah
02. Malleus Maleficarum
03. We Rule the Night
04. Crossing Shores
05. Mirage
06. Strangers (In My Mind)
07. Hellish Queen
08. Guardians of Steel
09. Saviors of the Holy Lie
10. Lost Forever (Black Sabbath cover)
Band Website: www.myspace.com/ironfateband
Medium: CD
Spieldauer: 56:17 Minuten
VÖ: 17.12.2021

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