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Hypocrisy - Worship

Review von Eddieson vom 25.11.2021 (231 mal gelesen)
Hypocrisy - Worship Puh, da wartet man acht Jahre auf den Nachfolger zu "End Of Disclosure", freut sich wie Bolle auf das neue Album und dann kommt so eine saudämliche Aussage von Herrn Tägtgren, dass er irgendeinen rechten Radiomoderator und Impfgegner aus den USA unterstützt Lest selbst. Na toll! Also, was jetzt tun mit dieser Aussage? Klar, dass der Frontmann schon öfter mal angeeckt ist, ist nichts neues und seine Verschwörungstheorien verarbeitet er ja auch schon seit längerem in seinen Texten. Kann man drüber hinwegsehen oder auch mit einem Augenzwinkern betrachten, muss jeder für sich entscheiden. Doch der aktuelle Spruch, ist da eine deutlich andere Nummer. Ich für meinen Teil habe mich entschieden, deswegen HYPOCRISY nicht gänzlich den Rücken zu kehren. Tägtgren ist Impfgegner, was als Musiker, der unter anderem sein Geld mit Touren durch die Welt verdient, ja schon mal eine schwierige Sache ist, und er glaubt an Verschwörungen. Deshalb gehe ich, und da spreche ich nur für mich selbst, davon aus, dass Tägtgren diesen Radiomoderator als Impfgegner unterstützt und nicht in seinen politischen Ansichten. Hinterlässt alles einen faden Beigeschmack, keine Frage, aber HYPOCRISY ist nicht Tägtgren alleine und dumme Aussagen werden gerade in der momentanen Zeit und nicht nur im Metal zu Hauf getätigt. Muss jeder für sich selbst abwägen und ich kann da beide Seiten absolut verstehen.

So, um jetzt aber mal zur Musik zu kommen. Wie schon erwähnt, acht Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu "End Of Disclosure" erscheinen soll. Und das muss man sagen - die acht Jahre des Wartens haben sich definitiv gelohnt. War ich mit dem Vorgänger anfangs doch mehr als zufrieden, hat er sich mit der Zeit leider sehr abgenutzt und landet eigentlich kaum noch auf dem Plattenteller. "Worship" scheint da anders zu sein. Das Album dreht hier Runde nach Runde und zeigt keine Ermüdungserscheinungen. Die Band zeigt sich von ihren beiden Seiten in einer absoluten Stärke. Die eine Seite sind die langsamen, fast schon hymnenhaften Songs, die die Schweden zu ihren Trademarks gemacht haben. Auf "Worship" sind es die mächtigen 'Chemical Whore', 'We're The Walking Dead' und 'Children Of The Gray', die den Charme vergangener Tage wieder aufleben lassen und verbreiten. HYPOCRISY sind eben am besten, wenn sie langsam sind.

Aber auch bei den schnellen Songs zeigt sich die Band auf diesem Album von ihrer guten Seite. Sei es das mit akustischem Intro eingeläutete 'Worship', das zackige 'Dead World', welches sich im Verlauf zu einem Stampfer entwickelt und leichte PAIN-Einflüsse offenbart oder das treibende 'They Will Arrive'. HYPOCRISY können immer noch schnell, auch wenn sie auf "Worship" überwiegend das Tempo rausgenommen haben. Dies kommt der Atmosphäre dabei aber zu Gute, denn auch Songs, wie 'Bug In The Net' entwickeln dadurch einen besonders bedrohlichen Charme, was auch an den extrem starken Growls und Screams des Fronters liegt, die er auf dem Album einbringt.

Textlich begibt man sich hier in die Welt eines Verschwörungstheoretikers, dessen sollte man sich bewusst sein, der sich vollkommen auslebt, dafür ist das Coverartwork aber schon wieder so geil, detailiert und überladen, dass man nicht vielleicht doch darüber nachdenken sollte, dass man nicht alles zu ernst nehmen sollte und er sich vielleicht damit selbst ein bisschen aufs Korn nimmt? Am Ende des Tages bekommen aber HYPOCRISY-Fans zumindest rein musikalisch genau das, was man von der schwedischen Institution erwarten kann, ein verdammt starkes Album.



Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Worship
02. Chemical Whore
03. Greedy Bastards
04. Dead World
05. We're The Walking Dead
06. Brotherhood Of The Serpent
07. Children Of The Gray
08. Another Day
09. They Will Arrive
10. Bug In The Net
11. Gods Of The Underground
Band Website: www.hypocrisy.tv
Medium: CD, LP
Spieldauer: 50:34 Minuten
VÖ: 26.11.2021

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Jan, sehr treffendes und wohl differenziertes Review! Mir fällt es auch schwer, das Geschwurbel von der Mucke zu trennen, wobei ich PT ein wenig anders bewerte, da er schon immer auf der Akte-X-Schiene unterwegs war und man ihn inhaltlich nie ganz ernst nehmen konnte/wollte und auch ich bei ihm aktuell jenseits des Impfgegnertums (noch) keine politischen Abseitsbewegungen sehe. Die Mucke gefällt auch mir sehr gut - in meinen Ohren tatsächlich die Beste seit der 1999er Selbstbetilten, was für eine Band, deren größte Zeit die 90er waren, kein Wunder ist :-)
8/10   (28.11.2021 von Damage Case)

Selten einen langweiligeren melodic Metal Liedchen gehört, jede neue Band bekäme das um die Ohren geschlagen, apropos Ohren : Metaller sitzen meistens drauf und hören den Schuss nicht. Zu Helene Fischer ist der Sprung nicht weit. Erbärmlich.
(27.11.2021 von Gurkengandalf)

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