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Morbid Saint - Spectrum Of Death

Review von Onkel Fellfresse vom 21.06.2021 (1044 mal gelesen)
Morbid Saint - Spectrum Of Death Vom Cover des Albums lächelt einem erst mal die Großmutter von IRON MAIDENs Eddie entgegen und könnte über den Inhalt hinwegtäuschen, aber bei "Spectrum Of Death" von MORBID SAINT handelt es sich nicht um klassischen Heavy Metal, sondern um deftigen Vollgas-Thrash. High Roller Records / Soulfood spendieren nun eine gewohnt wertige Neuauflage des Werks in originaler Aufmachung inklusive Remaster von Patrick W. Engel.

Anno 1984 formierten sich die Amerikaner und wären damit pünktlich zur Hochzeit des Thrash mit am Start gewesen, doch brauchten sie zur allgemeinen Wahrnehmung noch etwas Zeit. Der damalige DEATH-Manager Eric Greif betreute die ersten Aufnahmen der Band 1988 als Produzent, veröffentlichte diese auf Edge Records 1989 als "Lock Up Your Children" und lizenzierte sie dann an die Mexikaner von Avanzada Metálica, die die Aufnahmen ein Jahr später unter dem Titel "Spectrum Of Death" als Vinyl, CD und Tape herausbrachten.

Als "Spectrum Of Death" somit 1990 endgültig das Licht der Öffentlichkeit erblickte, war der Zeitpunkt für einen großen Wurf nicht mehr unbedingt der Beste, denn die große Thrash-Welle stand vor einer Zäsur, während der Death Metal bereits seine modrigen Klauen an den Thron des Extreme Metal legte und die zweite Welle der Black Metaller scharrte auch kräftig mit den Hufen. Wobei "großer Wurf" auch etwas hergeholt sein dürfte, denn musikalisch war die Band schon damals, und das im positivsten Sinn, nicht unbedingt salonfähig. So trat man weniger in die melodischeren Pfade ihrer bis dato erfolgreichen Kollegen wie zum Beispiel TESTAMENT, sondern erhielt die eigene DNA aus dem SLAYERschen Kelch und schielte mit einem Auge auf die europäische Spielweise à la DESTRUCTION und SODOM, verbunden mit der technischen Präzision der Kollegen von SADUS, DARK ANGEL und auch frühen DEATH.

Was bekommt nun der Hörer geboten? Auch über dreißig Jahre nach der Erstveröffentlichung hat "Sprectrum Of Death" nichts an seiner Faszination verloren. Die Riffs sitzen jederzeit punktgenau über dem Hochgeschwindigkeitsantrieb der Rhythmusabteilung, die Breaks kommen immer genau in dem richtigsten Moment vor Überschlag, sodass man es förmlich fühlen kann. Gekrönt wird die Melange von Shouter Pat Lind, der immer kurz vor dem Auskreisen sein Gift versprüht. Die zweiunddreißigminütige Rundfahrt gewährt keine Atempause, selbst die mit über sieben Minuten längeren Stücke 'Assassin' und 'Scars' und der Abschlussepiker 'Beyond The Gates Of Hell' drücken mit voller Wucht und zeigen die spielerische Klasse der Herren, während die Oberraserei 'Damien' keine Fragen mehr offenlässt.

Wer auf dreckigen Thrash steht und bisher MORBID SAINT nicht auf dem Zettel hatte, darf, nein muss, bei dieser Neuauflage zuschlagen und wird definitiv nicht enttäuscht werden. Das Remaster gibt noch etwas Elsterglanz auf den Chrom, stellt für Kenner des Albums eine authentische Zeitreise dar und für Neuentdecker ein gelungenes Argument, sich endlich mit MORBID SAINT zu beschäftigen.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Lock Up Your Children
02. Burned At The Stake
03. Assassin
04. Damien
05. Crying For Death
06. Spectrum Of Death
07. Scars
08. Beyond The Gates Of Hell
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 32:00 Minuten
VÖ: 14.05.2021

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21.06.2021 Spectrum Of Death(9.0/10) von Onkel Fellfresse

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