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Witch Cross - Angel Of Death

Review von derkleinekolibri vom 13.06.2021 (1609 mal gelesen)
Witch Cross - Angel Of Death Holy Shit! Was für ein wundervolles Machwerk musikalischer Tonkunst liegt hier vor mir!

WITCH CROSS haben bereits 1984 durch ihr Erstlingswerk "Fit For Fun" einen unvergessenen Eindruck hinterlassen, der weit über die Grenzen Dänemarks hinaus reichte. Es soll Menschen geben, die es zu den bisher fünf wichtigsten Alben des kleinen Landes nördlich von Schleswig-Holstein zählen.

Vor acht Jahren warfen WITCH CROSS "Axe To Grind", ihr zweites Album, auf den Markt. Noch im selben Jahr begann man mit der Produktion des nun vorliegenden Longplayers "Angel Of Death". Aufgenommen wurde in Dänemark, England und Schweden. Erhältlich ist das dritte Album der Dänen entweder als Vinyl oder als Compact Disc.

Doch genug dieses Intros voller Daten und Fakten; widmen wir uns doch lieber dem echten, dem musikalischen Intro des Albums. Gregorianischer Gesang, eingebunden in düster wabernde Klänge, lässt den Puls rasant in die Höhe schnellen. Man fühlt sich bei 'Tempus Mori Est', als wäre man in den tiefsten Katakomben des Vatikans gefangen.

Es folgt, was folgen muss: Der Titelsong 'Angel Of Death' prescht vorwärts, geradewegs so, als wäre er bereits in den achtziger Jahren von einer der ganz großen Bands produziert worden. Meine Härchen stellen sich senkrecht, denn es tut sich was im Hintergrund der Musik, Frauen verleihen ihren hohen Stimmen Ausdruck und machen aus dem ohnehin schon starken Stück eine echte Granate.

Wie eine Stampede geht es weiter, 'Marauders', mit einer Länge von etwas mehr als fünf Minuten, hier dürfte der stampfende Rhythmus den letzten Zweifler mit auf die Reise nehmen. Jesper, der Schlagzeuger, zeigt sein Können, da bleibt kein Auge trocken. Einmal mehr sollte man auf den Hintergrund achten, es ertönt nämlich diesmal ein glasklares, das Stück abrundendes Glockenspiel.

Kreischende, treibende Gitarren und ein noch etwas stärker anziehendes Tempo begleiten Kevins Gesang, der stilmäßig ein wenig an DIO erinnert, in 'Evil Eye'. Wer genauer hinhört, dem wird erneut der Chor der Frauenstimmen auffallen, diesmal fällt er allerdings etwas dezenter aus.

In 'The Chosen One' kommt endlich auch mal Jan, der Mann am Bass, zum Zuge, um zu zeigen, mit welcher Hingabe er seine Saiten zupft. Im Mittelteil des brachialen Songs spielt er mit einer Leidenschaft, die Ihresgleichen sucht. Aber nicht nur ihm gebührt Lob, es gibt auch in diesem Stück ein Gitarrensolo, das sich sehen, Verzeihung, hören lassen kann. Das schon einmal erwähnte Glockenspiel läutet hier das Ende des Songs ein.

WITCH CROSS können auch Power Metal, wie sie mit 'Phoenix Fire' eindrucksvoll beweisen. Das Stück ist nicht nur schnell, sondern auch noch schön. Im Stile von IRON MAIDEN in den achtziger Jahren werden hier die Gitarrensaiten angeschlagen, der Song kommt wie eine Dampframme daher.

'Siren's Song' beginnt stampfend wie eine Herde Elefanten, wechselt schlagartig das Tempo und kommt genau auf dem Höhepunkt an, wenn die Gitarre zu einem famosen Solo ansetzt, und dieses natürlich auch durchzieht. Wie fast schon zu erwarten stand, gibt sich der Sirenen-, äh, Frauenchor ein erneutes Stelldichein. Gemächlich kommt das epische Stück nach fast sechs Minuten zum Ende.

Im Stile von AXEL RUDI PELL baut sich 'Eye Of The Storm' auf, einem relativ verhaltenen Beginn folgt die schon fast übliche Keule, mit der man hier geprügelt wird. Nein, nicht zum Headbangen, das tut man von ganz alleine. Auch hier bitte unbedingt auf den Gesang im Hintergrund achten.

Noch einmal stampft sich ein Song in die Herzen des Zuhörers. 'Last Rites' könnte seinen Ursprung bei jener Band haben, der man nachsagt, sie wäre der Erfinder des Heavy Metals. Aber vermutlich tue ich den Jungs von WITCH CROSS Unrecht und sie haben gar nicht nach dieser alten Band geschielt, sondern ließen nur ihrem schöpferischen Geist freien Lauf.

Als krönenden Abschluss hat man 'Warrior' auf die Beine gestellt. Es hat etwas von einer waschechten Metal-Hymne, passt also wie die Faust aufs Auge ans Ende des Albums. Nach nicht einmal 45 Minuten muss man also entweder die Repeat-Funktion aktivieren oder aber man gibt sich mit dem Gehörten zufrieden. Letzteres dürfte verdammt schwer fallen, da man unweigerlich noch einmal alles von vorne miterleben möchte. Ich spreche da aus Erfahrung.

WITCH CROSS haben den Heavy Metal gewiss nicht neu erfunden, aber sie haben dem Altbewährten ein paar kleine, aber feine Dinge spendiert, die das Album zu etwas ganz Besonderem machen. So besonders, dass ich hoffe, es steht auch bei mir bald im Regal.

Gesamtwertung: 9.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Tempus Mori Est 1:26
02. Angel Of Death 4:08
03. Marauders 5:02
04. Evil Eye 3:46
05. The Chosen One 5:51
06. Phoenix Fire3:48
07. Siren's Song 5:57
08. Eye Of The Storm 4:18
09. Last Rites 4:53
10. Warrior 4:57
Band Website: www.facebook.com/WitchCross
Medium: CD + Vinyl
Spieldauer: 44:12 Minuten
VÖ: 11.06.2021

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13.06.2021 Angel Of Death(9.5/10) von derkleinekolibri

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