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Iron Man - Hail To The Riff

Review von Rockmaster vom 22.03.2021 (3450 mal gelesen)
Iron Man - Hail To The Riff Dass man beim Bandnamen IRON MAN automatisch an BLACK SABBATHs gleichnamigen Titel vom Album "Paranoid" denken muss, ist alles andere als Zufall - liegen doch die Ursprünge der Band in den 70er-Jahren, bevor sie unter dem jetzigen Namen als BLACK SABBATH-Tribute Band offiziell anfingen. "Hail To The Riff" ist nicht nur eine steiler Titel für die Reminiszenz an die Musik vergangener Tage, sondern es ist auch eine tiefe Verneigung vor Gitarrist und Bandmitbegründer Al Morris III, der im Jahre 2018 verstorben ist. Die nun posthum veröffentliche Live-Aufnahme stammt vom Castle of Doom-Festival in Italien 2014. Die Parallelen zu den Helden und Erfindern des Doom-Sounds sind offenkundig. Al haut knarzende, fuzzige Riffs ("Hail To The Riff"!) aus (ganz zweifelsohne) herabgestimmten Saiten raus und spielt teils langsame und verschrobene Soli, in denen er gelegentlich auch Tony Iommi zitiert. Screaming Mad Dee Calhoun, der erst letztes Jahr mit seinem Soloalbum "Godless" die Ausdrucksstärke seiner Stimme ohne laute Begleitung unter Beweis gestellt hatte, singt und schreit die Vocals mal unheilvoll und mal wütend heraus. Auch hier folgt er seinem typischen Stil mit bedrohlichen Melodien, die weder ins Dur- noch ins Mollschema passen, und expressiven Ausbrüchen seiner berühmt-berüchtigen Screams. Immerhin auf 'Fallen Angel' nähert sich sein Gesangsstil auch mal vorsichtig dem Ozzy Osbournes, das bleibt aber hier die Ausnahme. Dafür zitiert er auf 'Grown' von der 2010-er EP "Dominance" die 'Black Sabbath'-Zeilen "People running 'cause they're scared, you people better go and beware". Louis Strachan, der Dee auch auf seinem Soloalbum unterstützte, erweitert den Sound der Band durch dezente aber unüberhörbare Blues- und Funk-Einflüsse in seinem Bassspiel. Komplettiert wird das Quartett durch Jason "Mot" Waldmann am Schlagzeug, aus dessen Spiel man ebenfalls vielschichtige Einflüsse heraushört.

IRON MAN spielen sich durch ein starkes Set aus der gesamten Bandgeschichte, inklusive des Titelracks 'Black Night' vom Erstling sowie dem grandiosen 'South Of The Earth' vom gleichamigen, 2013 erschienenen letzten Studioalbum der Band. Nachdem sich die Band 2018 nach Als Tod aufgelöst hatte, ist eine musikalische Retrospektive nichts Ungewöhnliches. Die Wahl der zugrundeliegenden Aufnahme ist hier aber mit Bedacht gefallen. Der Auftritt auf dem Castle of Doom war der einzige der Band in Italien, und Al höchstselbst empfand ihn als Triumph und als Krönung 25 Jahre harter Arbeit. Er selbst äußerte sich mal dazu im Interview: "Oh Mann, es war unglaublich. Ich sag dir, sie haben uns wie Könige behandelt. Es war phantastisch. Ich bin absolut sprachlos." Abgerundet werden die Live-Aufnahmen mit dem Titel 'Black Morning', der kurz vor der Veröffentlichung von "South Of The Earth" im Studio eingespielt worden war.

"Hail To The Riff" ist das musikalische Vermächtnis eines Mannes, der "nie irgendetwas Großartiges erwartete, sondern einfach tat und genoss, was er liebte", so Tochter Alana. Auch Dee befindet: "IRON MAN waren hier absolut auf der Höhe und Al wäre von diesem Release begeistert gewesen ... Zu sehen, dass die Show so erhalten bleibt, hätte ihn sehr, sehr glücklich gemacht." Hoffen wir, dass diese positiven Gefühle sich beim gegebenen Doom-Sound auch auf den Hörer übertragen.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Fury (6:05)
02. Run From The Light (5:50)
03. The Worst And Longest Day (5:46)
04. Ruler Of Ruin (5:04)
05. South Of The Earth (5:49)
06. Grown (6:06)
07. As The Gods Have Spoken (4:18)
08. Hail To The Haze (4:44)
09. Sodden With Sin (4:50)
10. A Whore In Confession (6:50)
11. On The Mountain (3:36)
12. Fallen Angel (5:26)
13. Black Night (5:11)
14. Black Morning (4:47)
Band Website: www.ironmanband.com/
Medium: CD
Spieldauer: 74:20 Minuten
VÖ: 05.03.2021

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