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Wizard - Metal In My Head

Review von Tailgunner vom 17.02.2021 (1932 mal gelesen)
Wizard - Metal In My Head Es gibt diese Alben, welche einem bereits beim ersten Anhören ein dickes Grinsen in das Gesicht meißeln und bei denen man direkt weiß: "Jawoll! Das ist es!" Ich werde hier jetzt auch gar nicht weiter herumeiern. "Metal In My Head" gehört für mich ohne jeden Zweifel in diese Kategorie. Ich mache auch gar keinen Hehl daraus, dass ich ein ziemlicher WIZARD-Maniac bin und das gute Stück sehnlichst erwartet habe. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich unkritisch oder übermäßig subjektiv mit "Metal In My Head" in diesem Review verfahre, denn auch die größten Helden haben in ihren Karrieren auch gerne mal Halbgares oder mitunter regelrechte Stinker abgeliefert, die man dann auch als solche benennen muss. So würde dann auch sicher der größte Fan niemals behaupten, 'Me & The Boys' von RUNNING WILD ließe sich auch nur im Ansatz mit 'Lead Or Gold' vergleichen oder die "The Final Battle" EP von MANOWAR mit "Sign Of The Hammer". Objektiv betrachtet, haben die Deutschen Metal Kings aus Bocholt in ihrer nunmehr 32 Jahre und 12 Alben umfassenden Laufbahn aber immer geliefert. Sicher mag man einige Alben lieber als andere, aber enttäuscht haben mich WIZARD eigentlich nie. Somit habe ich mir bezüglich "Metal In My Head" auch keine allzu großen Sorgen gemacht. Dass das Ding mich übersättigten Erste-Welt-Metaller dann aber doch umgehend derart vom Sofa gerissen und zum anhaltenden Fistraisen gebracht hat, das hätte ich selber so vorher nicht geglaubt. Hat sich denn etwas an der musikalischen Formel von WIZARD geändert? Nein, das hat es selbstverständlich nicht. Und ganz gewiss leugnen WIZARD das auch nicht. Vielmehr trägt das Album, was Metal-Pathos und Huldigung des Metal-Livestyles angeht, mal so richtig dick auf. Klischeebehaftet? Ja klar! Peinlich? Nur für Leute, die mit Heavy Metal in dieser ehrlichen und bodenständigen Ausrichtung nichts anfangen können. Authentisch? Zu 666 Prozent.

Was also macht "Metal In My Head", selbst für mich als verwöhnten Fan, so besonders? Es ist vor allem die rohe, spontane Energie und totale Leidenschaft, die man zu jeder Sekunde vernimmt. Die Jungs schaffen es hier auf eine gekonnte Art und Weise, die Power ihrer absolut geilen Live-Shows auf das Album zu transportieren. Sicher liegt das auch an dem Produzenten Martin Buchwalter, der unter anderem mit TANKARD und DESTRUCTION zusammengearbeitet hat. Der Sound ist schlicht brachial und Sören van Heek's ohne Software-Schnickschnack eingespielte Drums weisen Whimps und Poser zuverlässig und bestimmt den Weg raus aus der Halle. Das Album vereint traditionellste Headbanger-Werte mit einer modernen Spritzigkeit und einem Punch, welche die meisten - auch gestandenen - Trad-Metal-Kapellen dagegen richtig alt aussehen lassen. Unheilvoll kündet eine Stimme von Dunkelheit und Verderben, bevor 'I Bring Light Into The Dark' über uns herein bricht. Sören gibt vor und Arndt Ratering setzt mit seinem herrlich trocken-polternden Bass ein, begleitet von Sven D'Annas markanter Stimme. Hexen, Werwölfe und Vampire suchen uns wütend heim. Die Brutalität dieses Stückes erinnert mich an '...Of Wariwulfs And Bluotvarwes' vom gleichnamigen Album der Bocholter. Beide Stücke stehen 'neueren' Songs von MANOWAR in nichts nach. Ich gehe sogar im weiteren Verlauf des Albums soweit zu behaupten, dass - da die MANOWAR Zitate natürlich omnipräsent sind - die Amerikaner mit nur einem Bruchteil der Qualität und Leidenschaft von WIZARD auch heute noch viele Headbanger sehr glücklich machen würden.

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Mit 'Metal Feast' folgt ein treibendes Stück, bei dem die Gitarren herrlich agieren. Mit Tommy Hartung - der genau wie Arndt zuvor bei NO INNER LIMITS spielte - hat man die Reihen unlängst verstärkt, da Dano Boland nach fast 17 Jahren ausgestiegen war und so zu einem der ganz wenigen Besetzungswechsel im Bandgefüge beigetragen hat. Michael Maass, nun wieder wie früher für die meisten Soli zuständig, wirkt regelrecht entfesselt. Auch das folgende 'Metal In My Head' strotzt nur so vor unglaublicher Spielfreude und ist ein Headbanger vor dem Teufel! Wer hier nicht ob der Extra-Ladung Klischee in den Lyrics breit grinsend den Schädel mit kurzem oder langem Haar schwingt, dem ist nicht mehr zu helfen. Mit 'Victory' folgt eine Schlachthymne, die im Tempo variiert. Hymnische Parts werden von galoppierenden Angriffen abgelöst, während im Mittelteil Massi eines seiner vielen echt coolen Soli raushaut. Dank der schon erwähnten tollen Produktion klingt alles ausgesprochen druckvoll und differenziert. In '30 Years Of Metal' dürfen es sich WIZARD auch gerne herausnehmen, sich mal ordentlich selbst zu feiern. Zur Feier eingeladen sind aber immer auch die Headbanger vor der Bühne. Die Jungs sind echte Feierbiester und immer für einen Blödsinn vor oder nach der Show zu haben. Somit ist der Song auch keine Selbstbeweihräucherung, vielmehr eine Hommage an die Fans, Freunde und Weggefährten. Herrlich stampfend mit einem dezenten Choreinsatz nach dem beschwörenden Mittelteil. Sven - ohnehin mit einem gesegneten Organ ausgestattet - singt gar noch besser als zuvor, während manchem Kollegen im zunehmenden Alter gerade nach oben hin die Puste ausgeht. Wie macht der Mann das bloß?

'We Fight' kracht dann wieder in allerbester - ich wiederhole: in allerbester - MANOWAR-Manier durch das Gebälk, bevor mit 'Whirlewolf' ein ganz besonderes Stück erklingt. Zu vernehmen ist eine wunderschöne getragene Nummer, die dem viel zu früh von uns gegangenen Szene-Original Martjo Brongers gewidmet ist. Martjo war durch VORTEX und zuletzt STEEL SHOCK bekannt, aber insbesondere war er ein unglaublich netter und cooler Mensch, den ich leider nicht annähernd so gut kannte, wie ich es gerne getan hätte. Ich bin mir sicher, dass nicht wenige seiner Weggefährten bei diesem eindrucksvollen Song eine Träne wegblinzeln werden. Man hört es Sven an, dass ihm dieses Stück eine ganz besondere Herzensangelegenheit gewesen sein muss. Er singt hier wirklich fast auf Weltklasseniveau. Ergreifender kann ein Nachruf kaum noch sein. Komponiert wurde 'Whirlewolf' übrigens von Gustavo Arcosta von FEANOR aus Argentinien, bei denen Sven ebenfalls singt. Mit 'Years Of War' geht es dann aber wieder auf in die Schlacht. Hymnenhaft, brutal, groovig. Ganz stark! 'Firesword' heizt uns mit kontrollierter Wut ein, bevor mit 'Destiny' das Album mit einem weiteren Highlight ausklingt. Hier ziehen WIZARD noch einmal sämtliche Register und werden richtiggehend episch und zwar im besten aller Wortsinne für diesen manchmal etwas überstrapazierten Begriff. Somit steht für mich schon sehr früh im Jahr ein mehr als heißer Anwärter für das Siegertreppchen in 2021 bereit. Ihr werdet es gemerkt haben, hier hat auch ein Fan gesprochen. Das zu leugnen, wäre vermutlich ohnehin eher zwecklos. Die neun Punkte haben sich WIZARD aber mit Leichtigkeit verdient und den halben nehme ich mir persönlich heraus weil - ich bin nun einmal Fan.



Gesamtwertung: 9.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01: I Bring Light Into The Dark
02: Metal Feast
03: Metal In My Head
04: Victory
05: 30 Years Of Metal
06: We Fight
07: Whirlewolf
08: Years Of War
09: Firesword
10: Destiny
Band Website: www.legion-of-doom.de
Medium: CD
Spieldauer: 43:57 Minuten
VÖ: 19.02.2021

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Genau, die drums sind echt, das glaubt die Gurke und der gandalf wundert sich... Ansonsten : klischeehafter, peinlicher, unfreiwillig komischer, kurz lächerlicher geht s nimmer!
(19.02.2021 von Gurkengandalf)

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