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Selfless Orchestra - Great Barrier

Review von Cornholio vom 20.11.2020 (406 mal gelesen)
Selfless Orchestra - Great Barrier Puh, also Kreativität ist ja das eine, aber schon der Opener 'Boundless, Measureless' vom Debüt "Great Barrier" des SELFLESS ORCHESTRAs klingt in meinen Ohren ziemlich kakofonisch, als würden die zehn beteiligten Musiker ihre Instrumente stimmen. Das Line-up des selbstlosen Orchesters klingt auch eher klassisch, neben zwei Gitarren, vokalisierendem Gesang, Bass und Schlagzeug sind Violine, Viola, Cello, Klavier und Flöte vertreten; zudem spielt einer der Gitarristen noch Waterphone (ja, ich musste das googeln!). Glücklicherweise geht es deutlich harmonischer weiter, 13 Tracks mit insgesamt einer Stunde Spielzeit findet man auf dem Album.

"Great Barrier" ist ein Konzeptalbum, das auf das Leiden des gleichnamigen Riffs vor Australiens Küste aufmerksam machen soll. Dahingehend sind kakofonische Klänge gepaart mit Walgesang dann auch wieder durchaus sinnvoll, wenngleich die Klänge in meinen Ohren nicht unbedingt schön sind; aber sollen sie das denn sein? Insofern ist dieses quasi-instrumentale Konzeptalbum (Gesang ist vorhanden, aber ohne Text) zwar gelungen, aber eben aufgrund der teilweise disharmonischen Klänge für mich nur schwer in Gänze zu hören. Trotzdem verdient das SELFLESS ORCHESTRA höchsten Respekt, ob man nun Post-Rock oder Klassik mag oder nicht. Hier verschmelzen beide Stilrichtungen, und glücklicherweise geht es auch nicht durchgehend dissonant zu. Über weite Strecken glänzt "Great Barrier" mit ambientem Post-Rock-Sound, der eben noch durch die genannten Klassik-Instrumente unterlegt wird. Wenn man dem Faden des Konzeptalbums weiter folgt, so machen die Dissonanzen auch durchaus Sinn, denn hier wird das "Aufschreien" der Pflanzen- und Tierwelt dargeboten, die mehr und mehr durch den Mensch zerstört wird. Auch in der Corona-Situation erholt sich das größte Riff unseres Planeten nur schleppend.

Gitarrenriffs im eigentlichen Sinn sucht man hier allerdings vergeblich, wie so oft im Post-Rock. Meistens bleibt die Klampfe akustisch, und wenn der Verzerrer mal aktiviert wird, dient das eher der Untermalung der klassischen Parts. Wenn man sich auf die Thematik einlässt, ist "Great Barrier" durchaus ein gelungenes Album. Meiner Ansicht nach funktioniert es jedoch nicht ohne das Konzept, sodass der Hörer herzlich dazu eingeladen ist, sich mit dem Thema mehr oder weniger ausführlich auseinanderzusetzen.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Boundless, Measureless
02. Time Is A Flower Part I (The Dream Refused To Stay The Same)
03. Time Is A Flower Part II (Colourful Notes Of Nocturne)
04. The Luxury Of Doing Nothing Very Much At All
05. False Bodies Part I (Innocence)
06. False Bodies Part II (Ignorance)
07. Inharmonicity
08. Bleached
19. A Certain Energy Future
10. Beyond All Illusion Part I (Fuck Adani)
11. Beyond All Illusion Part II (Flowing Streams Of Blood And Tears)
12. Whalesong
13. Eden Is Lost
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 60:44 Minuten
VÖ: 23.10.2020

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20.11.2020 Great Barrier(7.0/10) von Cornholio

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