Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2019
A Sinister Purpose 2019

Hell Over Hammaburg 2019

WackenOpen Air 2019

Manowar - The Absolute Power

Review von Opa Steve vom 24.11.2006 (3811 mal gelesen)
Manowar - The Absolute Power MANOWAR neigen ja dazu, sich in den letzten Monaten etwas zum Kasper zu machen. Der Earthshaker-Gig 2005 hat die Besuchergemeinde gespalten wie selten ein Festivalauftritt einer vergleichbaren Band zuvor. Dazu äußerst zwiespältige Interviews mit lächerlichen Ansichten und immer wieder geplatzte Tourankündigungen fügten der Band einen Schaden zu, der für viele andere Combos in der öffentlichen Meinung das "Aus" bedeutet hätte. Doch was machen unsere selbstbewussten Fellträger? Bringen ohne mit der Wimper zu zucken den umstrittenen Festivalauftritt auf DVD heraus. Und das - muss man sagen - in ihrer typisch großspurigen Art. Gewinner ist der Fan, denn auf 2 DVDs gibt es eine absolute Vollbedienung. Der Earthshaker-Gig wurde in hervorragender Qualität gefilmt und sehr gut geschnitten. Closeups, Bühnenperspektiven, Publikum - alles im harmonischen Wechsel dabei. Auch der Sound kann sich absolut hören lassen. Wie üblich handelt es sich bei der 5.1-Tonspur natürlich nicht um einen akustischen Mitschnitt, sondern eher einen künstlichen Remix des Konzerts. Gitarre und Bass teilen sich die beiden Stereo-Seiten bis hinten in die Surrounds, die daneben natürlich ein paar Ambient-Mikros für den Publikumbeifall und ein paar Hallfahnen auferlegt bekamen.

27 Songs werden geboten - womit der Gig vollständig sein dürfte. Die Jungs entern mit Elan die Bühne, müssen sich aber trotz glorreicher Posen erst einmal warmspielen. Vor allem Eric glänzt beim Opener 'Manowar' noch nicht in voller Form, und Joey guckt - wenn er nicht gerade ein paar große Gesten loslässt - eher unsicher-konzentriert auf seinen Basshals und wippt auch mal gern neben dem Takt. Wohl mehr um das Image als um die Musik bemüht ist es fast schon komödienhaft, als er zu Beginn von 'Kings Of Metal' zu Logan rennt und ihm zu verstehen gibt, wie er mit ihm bangen möchte. Da verkommt die Musik selbst schon fast zur Nebensache. Hellhörig werde ich allerdings, wenn die alten Songs geboten werden. Schade, dass sie schon lange keine zünden Hymnen wie 'Kill With Power' oder 'Black Wind Fire And Steel' rausbringen. Vom nach wie vor überwältigenden 'Battle Hymn' mal ganz abgesehen.

Was wäre eigentlich ein MANOWAR-Konzert ohne große Posen? Hier wird dem Betrachter einiges abverlangt. Denn die Jungs verstehen es einfach, neben den Songs immer schön dafür zu sorgen, sich in Ruhe im Rampenlicht zu sonnen und Zeit zu schinden. Mal ehrlich, muss man dem Wohnzimmer-Zuschauer die nichtssagenden Soli um die Ohren hauen? Zumal das Bass-Solo ohnehin zur Farce gerät, die nur noch von dem von ihm dirigierten Drumsoundcheck getoppt wird. Und dann: Joeys Endlos-Ansagen, für die die Band sogar die Bühne verlässt. Seine Einführung der ehemaligen Bandmember, die jeweils einen Song aus ihrer Zeit mit zum Besten geben, hätte er auch in jeweils 30 Sekunden erledigen können. Nicht aber der selbstbewusste Joey, der jeden historischen Kommentar mächtig ausschmückt und zur Not zur Generalabrechnung mit diversenen Plattenfirmen benutzt. Seine Wagner-Huldigung mit gleichzeitigem Fuck-Off gegen seine Erben (weil sie nicht mit MANOWAR zusammen arbeiten wollten) überschreitet spätestens die Grenze der Lächerlichkeit. Während die einzelne Harley von Rob Halford noch erträglich war, kommen MANOWAR zwischendurch einfach mal gemütlich nebst Chicks auf 4 Harleys auf die Bühne zurück.

Am Schluss gibt's noch ein ergreifendes Finale in Form von 'The Crown And The Ring', zu welchem ein permanentes Feuerwerk gezündet wird, und zu dessen Ende die Kamera die (wirklich!) heulenden Leute der ersten Reihe einfängt. Diese Band ist nicht einfach eine Band, sondern ein großer Zirkus mit Gesamtwirkung. Und das haben sie in ihrer gesamten Laufbahn am allerbesten verstanden. Unterhaltsam sind sie allemal, der Die-Hard-Fan wird jede Geste huldigen, aber auch der unbedarfte Zuschauer bleibt aufgrund dieses funktionierenden Images zumindest kurzweilig unterhalten am Schirm.

Auf der Bonus-DVD erwartet den Käufer eine sehr ausführliche 3,5-stündige Dokumentation über die Festivalvorbereitungen. Bühnentechnik, Proben, PA und Soundcheck erlauben einen tollen Blick hinter die Kulissen. Die Fan-Convention allerdings hinterlässt einen faden Beigeschmack von Jahrmarkt, zusammengewürfelten Events ohne wirklichen Gegenwert. Schwertkämpfe gibt es auf jedem Mittelaltermarkt gratis, Guitar-Clinics in guten Musikläden oder -messen. Wo der wirkliche Band-Gegenwert für den hart zahlenden Fan gelegen haben soll, erschließt sich mir nicht.

Eine Bewertung in Punkten auszudrücken ist bei dieser Band quasi unmöglich - dazu polarisieren sie zu sehr. Fans sei aber versichert, dass Ausstattung, Bild und Sound, und vor allem die gigantische Spieldauer für diesen Markt absolut herausragend sind.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
Earthshaker Gig 2005
Dokumentation
Band Website: www.manowar.com
Medium: DVD
Spieldauer:
VÖ: 24.11.2006

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

01.01.2011 Battle Hymns MMXI(8.5/10) von Elvis

04.03.2007 Gods Of War(6.0/10) von Opa Steve

24.06.2003 Hail to England(9.5/10) von Attn

21.01.2010 Hell On Earth V(9.0/10) von Elvis

19.02.2014 Kings Of Metal MMXIV (Silver Edition)(9.5/10) von Elvis

27.11.2007 Magic Circle Festival Vol 1von Odin

24.11.2006 The Absolute Powervon Opa Steve

03.12.2002 The Dawn of Battle(9.0/10) von Souleraser

20.10.2012 The Lord Of Steel(9.0/10) von Elvis

22.06.2012 The Lord Of Steel - Hammer Edition(8.0/10) von Elvis

21.07.2013 The Lord Of Steel Live (EP)(9.0/10) von Elvis

14.10.2006 The Sons Of Odinvon Odin

18.07.2009 Thunder In The Sky (EP)von Elvis

21.07.2013 Warriors Of The World 10th Anniversary Remastered Edition(9.0/10) von Elvis

Interviews

16.02.2014 von Elvis

Specials

17.07.2002 Special: ManOwaR und der Kommerz (von Odin)

25.12.2002 Gallery: Manowar live in Hannover, 18.12.2002 (von Odin)

07.02.2010 MANOWAR - hinter den Kulissen der "Death to Infidels Tour" (von Odin)

Liveberichte

09.07.2012 Dortmund (Westfalenhalle) von Elvis

31.01.2010 Köln (Palladium) von Elvis

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!