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Asgard - Ragnarøkkr

Review von Wulfgar vom 10.05.2020 (4576 mal gelesen)
Asgard - Ragnarøkkr Bringt man die Begriffe Folk und Progressive in Verbindung, assoziiert man in der Folge fast automatisch Bands wie JETHRO TULL damit. Wenn man als Ursprungsland noch Italien und mehr E-Gitarren dazu addiert, kommt man ungefähr da raus, wo ASGARD ihre Mucke ansiedeln. Die Band kommt aus der Gegend von Trient und hat nach fast 25 Jahren Bandgeschichte nun ihr sechstes Album "Ragnarøkkr" fertig. Der von Roland Grapow (MASTERPLAN, ex-HELLOWEEN) produzierte Silberling kommt demnächst in die Regale und bietet Progressive Metal, Folk und wirklich jede Menge Orgeln.

Wie nach so einer Einführung zu erwarten, ist die dargebotene Musik überaus reichhaltig und verspielt. Versatzstücke, Takt- und Rhythmuswechsel sind in den meisten Songs unüberhörbar. Trotzdem fällt es nicht allzu schwer, den Überblick zu behalten, da jedes Stück seinen eigenen Charakter hat, der sozusagen als roter Faden dient. Das lässt sich sehr gut an den beiden Songs 'Rituals' und 'Visions' nachvollziehen. An sich komplett unterschiedlich, aber beide in sich absolut schlüssig. Die Gitarrenarbeit basiert dankenswerterweise nicht auf dem Prinzip, so viele Noten wie es geht in kürzester Zeit runterzufrickeln. Vielmehr hat man den Eindruck, dass Gitarrist Andrea Gottoli trotz der unbestrittenen Komplexität der Mucke möglichst einfach klingen möchte (wie zum Beispiel in 'Kali Yuga'). Man muss sich beim Hören ein bisschen daran gewöhnen, aber es hilft enorm dabei, eine akustische Überfrachtung zu vermeiden. Auch die extreme Überlängen der Songs, welche im Prog durchaus gängig sind, halten sich hier in Grenzen (nur ein Song hat über 10 Minuten). Ganz generell ist eine große Stärke von ASGARD die Ausgewogenheit aller Instrumente. Man hat nie das Gefühl, dass verschiedene Melodiespuren gegeneinander um die Vorherrschaft kämpfen müssen. Alles ist extrem gut durcharrangiert und hört sich sehr abwechslungsreich. Das ist auch gut so, denn "Ragnarøkkr" misst eine stolze Durchhördauer von 63 Minuten. Dabei kommt aber nicht eine Minute Langeweile auf. Einzig die auf Deutsch gesungenen Titel wirken ein bisschen befremdlich. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass ich noch nie vorher Folk-Prog in deutscher Sprache gehört habe. Muss man sich vielleicht einfach dran gewöhnen. Immerhin haben die Italiener damit definitiv ein Novum auf ihrer Seite.

Genug der vielen Worte, Zeit für ein Fazit. Ich hatte bei Hören auf jeden Fall meinen Spaß und ich empfehle die Platte uneingeschränkt allen Freunden der musikalischen Verspieltheit und auch ansonsten allen Menschen mit offenen Ohren und einem ebensolchen Horizont. Hier waren Könner am Werk, die sichtlich (oder eigentlich besser horchlich) viel Spaß an ihrer Musik haben. Cheers, euer Wulfgar.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Trance-Preparation
02. Rituals
03. The Night Of The Wild-Boar
04. Visions
05. Kali-Yuga
06. Shaman
07. Battle
08. Der Tod
09. Danse Macabre
10. Anrufung
11. Ragnarøkkr
Band Website: www.facebook.com/AsgardFolkProgMetal
Medium: CD
Spieldauer: 63:09 Minuten
VÖ: 15.05.2020

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